Endspurt

So kurz vor dem Urlaub kommt alles zusammen. Ich sitze an der geplanten Abschlußarbeit für Projekt A, habe auch schon die meisten Zutaten geliefert bekommen, aber Projekt B und C tauchen nach wochenlangem Schweigen auch wieder auf und meinen, jetzt müsse aber mal was passieren.
Der langerwartete Kleiderschrank wurde heute auch geliefert und darf mit dem üblichen IKEA-Trial&Error aufgebaut werden, vorher muß aber noch der Wasserschaden in der Zimmerecke, den voriges Jahr ein fehlender Dachziegel erzeugte, überdeckt werden und am Freitag kommt die Tür.
Uff.
Am Freitag abend schlug La Primavera für einen Tag hier auf, aber wir saßen schon auf der gepackten Tasche für eine Wochenendeinladung. Netto-Gesprächszeit mit der besten Freundin: Eine Stunde. Das Wochenende in Neuruppin war wunderschön und sehr erholsam, aber ich merke, meine ganze Unzufriedenheit mit halberledigten Dingen kann mich nicht darüber hinwegtäuschen, daß ich langsam etwas Urlaub brauche.
Und sonst? Fahrradfahren im Sommerregen. Begegnungen mit klugen und energiegeladenen Menschen. Die dazu noch jung sind, verdammt jung. Fast 20 Jahre jünger als ich.
Also Kinders, ich wurstele mich so durch. Freut euch auf aufs Urlaubstagebuch, dann habe ich bestimmt wieder die große Klappe.

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Einfach nur *Hach*

Da schaut Mit Kitty mal einen Tag nicht in ihre Blogroll wegen Fußball, Einladungen und Seelchendrama („Ich dachte, du willst mich nicht mehr! Wie? Ich dachte, du willst mich nicht mehr!) und schon steht da eine herzerweichende Erklärung. Mir gehts nämlich genauso. Ich bin so glücklich, Freunde zu haben, mit denen ich reden und schweigen kann, mit denen ich über dramatische Dinge genauso, wie über die Bizepse des vorbeirudernden Schnuckis.
Kinder, das macht reich und glücklich.

Einen Gruß an Glam, der hinterm Gebirge weilt.

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Zwischen den Polen

Der Graf und ich waren heute ein wenig im Viertel unterwegs. Zuerst dort, wo es nur noch dem Namen nach Mitte ist: Im Supermarkt, zur Verleihung des Ernst-Zedler-Preises von Wikimedia Deutschland.
Eine sehr schöne Veranstaltung. Ohne Hype, mit ganz viel Engagement und Herzblut. Hohes Nerdaufkommen. Schwarze Motto-T-Shirts, Herrenpferdeschwänze und bleiche Haut.
Special Guest: Bosch.
Die Wikipedia-Welt fasziniert mich so ausnehmend, weil ich finde, das hier die wahre Revolution unserer Gesellschaft stattfindet: Ein Wissenswerk, geschrieben von vielen. Absolute Demokratisierung von Information, von Schnurren bis fachlicher Gigantik, von Pizzakarton bis Portal Österreichischer Denkmallisten. Da sind Leute zugange, weil sie es wollen und können und nicht, weil sie dafür Geld, geile Weiber und Ehre bekommen. Natürlich ist es ein Abenteuer, anonym unterwegs zu sein und für die Preisverleihung jemand anders auf die Bühne zu schicken, weil man die Anonymität wahren will. Wann kann man schon noch Zorro sein? (Oder so ein bißchen Anonymus?)
Dann gingen wir quer durchs Viertel, zum Pfefferberg. Das Guggenheim Lab geht schon deshalb nicht an uns vorüber, weil wir als Anwohner ständig per Postwurfsendung beschworen werden, daß das doch von den Guten ist und wir nicht dagegen sein sollen, auch wenn BMW draufsteht.
Wir standen ein wenig rum und fragten uns warum in drei Teufels Namen so viel Wind um so etwas Langweiliges gemacht wird. Internationale Hypes, aufgewärmt und medial-diskursive Form gegossen. Für sich ja alles nett: Eisbachsurfen, Urban Gardening etc.

Klar, daß die alteingesessenen Kreativen in Arealen, über die gerade die Gentrifizierung hinwegrollt, abkotzen. Aber Entschuldigung! Eure 20 Jahre alten Kunst- und Kulturprojektskamellen, bei denen Publikum egal war und mit denen ihr euch damals von „Maßnahme“ zu „Projektförderung“ gehangelt habt, fand ich schon damals blöd und langweilig. (Und ich habe mich bewußt dagegen entschieden, mich in solchen Kreisen zu verwirklichen.)

Wir waren heute an entgegengesetzten Enden der Skala: Hier die, die Spaß haben, etwas Sinnvolles zu schaffen und nicht aufs Geld schauen, finanziert von Spenden der Nutzer. Da genau solche einst als Spaß begonnene Trends, die in die Hypemaschine geraten sind, mit viel Bühnenaufbau und PR, an dem sich ein Autohersteller profiliert und sich ein paar Eventheinis eine goldene Nase verdienen (hoffentlich). Und in der Ecke die eingeschnappten Minimal-Subventionsabzocker, die nicht gefragt wurden und dagegen sind.

Für diese Brüche mag ich dieses Viertel.

Ach, und das noch zum Schluß:

 

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Wahrnehmung

Der Spiegel berichtet von einer Aktion gegen Kinderprostitution in den USA unter dem Titel Fahnder befreien 79 Teenager.
In Text steht „Die Filmsequenzen zeigen, wie die Ermittler junge Mädchen (…) aus Zimmern und Trucks bringen und – meist mit Handschellen gefesselt – in Polizeiautos setzen.“

Aha. So sieht also Befreiung aus? Merkt hier eigentlich noch jemand was? Soll das ein Witz sein?

…und kann mir bitte jemand sagen, ob ich das so überhaupt noch zitieren darf, ohne daß ich die Urheberrechtspolizei auf dem Hals habe, die mich befreit????

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