WMDEDGT August 2020

Frau Brüllen fragt wieder, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Die Frage ist sehr einfach beantwortet: Nichts. In verschiedenen Varianten.

Ich wachte um 8 Uhr auf, (ja, immer noch Berlin) da war der Graf schon seit drei Stunden vom Hof geritten, er hatte woanders zu tun.
Ich kochte Kaffee, ging noch mal ins Bett und kaufte mir, da wir im Wolkenkuckucksheim kein Fetznetz-Internet mehr haben, einen Daypass mit unlimitiertem Datenvolumen. Meine heutige Aufgabe war, zu meinem Vergnügen das Internet leerzulesen.

Gegen 10 Uhr stand ich auf und schaute mir die Gastherme, die mal wieder Malaisen hatte, an. Aber wenn man sie ganz sensibel startete, machte sie einem eine Wanne voll heißes Wasser, was will man mehr?
Ich badete ausgiebig und machte mir schöne Füße.
Zwischen 13 und 14 Uhr zog ich mir mal etwas an und holte mir draußen was zu essen. Ganz wichtig: Ben & Jerrys Peanut Butter Cup. Das Eis gibt es zwar im Norden auch, aber im Rewe in Grimmen war es bisher immer überlagert und mindestens einmal aufgetaut.
Nebenher kaufte ich bei Frau Tulpe Batist für eine Bluse und ein Stück Stoff für ein Stiftmäppchen fürs Enkelkind. In der Hoffnung, ich komme in diesem Leben noch mal zum Nähen.

Ich aß und legte mich wieder mit dem Internet aufs Sofa.
Dann kramte und räumte ich etwas und dann las ich wieder.
So verging der Nachmittag. Der Graf war inzwischen mit seiner Arbeit auswärts fertig und fuhr zurück.

Ich machte eine Mail und eine Fotoauswahl für die Maklerin fertig, die das Sommerhäuschen der Eltern verkaufen soll.

Gegen 20 Uhr räumte ich meine Sachen zusammen und bezog zumindest alibihaft im Gästezimmer das Bett neu. Habe ich heute also doch was gemacht.

Jetzt warte ich mit einem Kaffee auf die Rückkunft des Grafen und dann fahre ich ihn in die Sommernacht nach Norden.
Die Katzen werden mich schon vermissen.

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04.08. 2020

Immer noch in Berlin.
Heute morgen fuhr ich den Grafen zu Modulor (keiner von uns hat derzeit Bock auf öffentliche Verkehrsmittel). Autofahren in Berlin war schon immer speziell. Das heute morgen in Kreuzberg hätte dafür gereicht, die Stadt sofort fluchtartig zu verlassen.
Baustellen überall. Dann diese neuen breiten Radwege, die aussehen wie Baustellen. Dann Radfahrer über Radfahrer, davon ein Teil, die sich an gar keine Regeln halten und denen der Rest der Welt egal ist. Es sind immer noch Ferien, das wird also ab nächste Woche noch voller. Aber GsD ohne uns.
Ich fuhr weiter ins Oderkaff, meine Mutter hatte es nicht geschafft, das Sommerhäuschen, das verkauft werden soll, zu fotografieren, also wollte ich das tun.
Nach einer Stunde war ich dann glücklich irgendwie aus der Stadt raus. Ich war kurz davor, einem Typen, der mich vor einer einspurigen Stelle nicht einordnen lassen wollte, Prügel anzubieten.
Im Oderkaff war es beschaulicher. Ich fotografierte und entdeckte, daß eine der feuchten Stellen im Keller von den überlaufenden Regenwasserfässern kommt, sie werden derzeit nicht zum Gießen geleert. Die anderen sind Kondenswasser und Feuchtigkeit, die sich unter der Treppe fängt. Sieht zwar alles nicht schön aus, ist aber gut behebbar.
Dann aßen wir noch zusammen und ich packte zwei Kisten mit Gläsern von meiner Großmutter zusammen und fuhr zurück.
Ich ruhte mich eine halbe stunde aus, dann fuhren der Graf und ich in die Kerl-Marx-Allee, einen Tisch abholen. Wir parkten hinter den Häusern und als wir nach 5 Minuten mit dem Tisch die Treppe runter kamen, hatte uns jemand so zugeparkt, daß wir nicht mehr rauskamen. Hupen brachte nichts.
Ich ging zu dem Restaurant vors Haus und fragte, ob grade jemand neu angekommen war. Einer der Kellner fädelte den Transporter dann in Zentimeterarbeit raus, er mochte wohl nicht unter den Gästen rumfragen.
Abends war es vor dem Wolkenkuckucksheim so kuschlig und menschenreich als wäre nichts.
Wir gingen besser nach oben.

03.08. 2020

Der Graf hatte heute einen Termin in der Berliner KFZ-Zulassungsstelle, die ja bekanntlich genauso rar sind wie eine Audienz beim Papst.
Mir war am Samstag Abend eine Zahnkrone abgefallen und ich mußte zum Zahnarzt, sie mir wieder ankleben lassen.
Morgen braucht meine Mutter Hilfe und ich fahre ins Oderkaff. Übermorgen ist der Graf Richtung Sachsen unterwegs und ich mache im Berliner Wolkenkuckucksheim klar Schiff. Dann geht es endlich wieder zurück aufs Dorf.
Der Weg nach Berlin war Streß pur, weil bei Joachimsthal ein Dauerstau auf der Autobahn ist. Alles andere ging fix.
Da wir abends bei Oranienburg Lampen abholten, kehrten wir noch kurz bei der jungen Familie ein und herzten das Enkelkind.

02.08. 2020

Nichts getan, bis auf ein paar Haushaltsgegenstände sortiert und ein verfettetes Waffeleisen geputzt.
Ach, und Schneckenkorn gestreut, nachdem ich sah, wie fünf solche Biester auf meinem Sellerie hockten.
Sonst geschlafen, gegessen, rumgehangen.