29.11. 2020

Wieder waren morgens die Spuren nächtlicher Randale um das Katzenhaus zu sehen. Die Schnuffeldecke war rausgezerrt und eine der Filzwände lag im Park. Meine Mutter hatte die Vermutung, daß es die Waschbären sind. Das klingt plausibel, denn weder Katzen noch Fuchs oder Dachs sind so pfotenfertig.
Ich ging es langsam an und ging noch mal mit einem Kaffee ins Bett, während der Ofen aufheizte. Ich hatte nachts schlecht geschlafen.
Vor allem, weil ich darüber nachdachte, wie ich die Seuche in meinem Leben gerade verdränge. Eigentlich gibt es keinen Grund zu Sorge und Angst, der Landkreis hat wieder eine 7-Tages-Inzidenz unter 20. Der Besuch des Enkelkinds ließ allerdings sechs Tage später die Nachricht folgen, die Kita sei geschlossen, weil Erzieherinnen positiv getestet worden seien. Das könnte dann auch knapp gewesen sein. Von unserer kleinen Keimschleuder habe ich mir bisher die fiesesten Sachen eingefangen. Theoretisch begreife ich es. Praktisch bin ich mittlerweile blind gegenüber meinem eigenen Risiko und denke nicht mehr ausreichend nach. Unser extrem zurückgezogenes Leben hilft da, aber es macht auch zu sorglos, wenn es tatsächlich Berührungen mit der Risikozone gibt.
Wir taten uns heute nur gutes. Sichteten im Park, wo Gestrüpp weg soll, gingen spazieren, sammelten winzige Hagebutten für das Adventsbrett und lümmelten im Sessel am Ofen herum.
Ich machte geschmorte Rinderbeinscheibe, aber ich hatte zu spät angefangen, weil ich vorher die Adventsdeko aufgebaut habe. So gab es dann warme Würstchen, denn das Fleisch brauchte zu lange, im weich zu werden.
Jetzt ist dann höchste Schlafenszeit.

28.11. 2020

Am Morgen stand ich in einer Wunderwelt. Der Nebel hob sich, die Sonne strahlte und die Blätter der blauen Hortensie, die am Tag vorher vor Nässe tropften, waren gefroren. Die Wiesen waren bereift und an der Wäscheleine hingen Eistropfen.
In der Nacht muß im Park bei fast Vollmond einiges losgewesen sein. Nah an der Terrasse waren Dachslöcher, aus einem Bauschutteimer war ein Schwamm 10 Meter weggeschleppt worden und – Katastrophe! Die Schnuffeldecke aus dem Katzenhaus lag irgendwo in der Nähe der Magnolie.
Die Katzen waren mäßig amüsiert, weil sie beim Laufen Reif zwischen die Pfoten bekamen.
Ich war den ganzen Tag damit beschäftigt, den Wetterumschwung irgendwie zu integrieren. Die Ostwohnung warm heizen, Holz holen, die Rosenkübel einpacken, natürlich den Grafen bepuscheln und bekochen und begreifen, daß es wie in jedem Jahr ist. Der Winter braucht hier lange, um zu kommen. Zuerst scheint das Wetter englisch zu sein und man glaubt, das bleibt bis Februar so. Und dann wird es plötzlich von einem Tag über den anderen richtig kalt und wenn es blöd kommt, bleibt das so. Deshalb hatte ich heute so gar keine Energie, noch Putz von einer Wand zu spachteln, wie ich es eigentlich geplant hatte. Der Graf war fleißig in der Werkstatt.
Abends saß ich strickend am Ofen.

27.11. 2020

Müde. Ein Nebeltag, der so feucht war, daß es von den Bäumen tropfte und die Katzenfellchen an den Spitzen feucht waren. Ich harkte Laub und war binnen kurzem sehr durchgefroren.

Wir besprachen am Vormittag Pläne fürs nächste und übernächste Jahr. Außerdem beschlossen wir, für die nächsten Wochen wieder in die Ostwohnung zu ziehen. Vermieten geht bekanntermaßen auf absehbare Zeit nicht und wir können auf der anderen Seite in Ruhe den Fußboden reparieren.
In der Dämmerung gingen wir runter zum Fluß.

Statt der Sachen, die wir uns vorgenommen hatten, schauten wir eine Abzugshaube an, die im Möbellager stand. Wenn wir in der Ostwohnung kochen, brauchen wir die. Der Graf baute ein Gestell, auf die sie erst einmal kommt, um zu schauen, wie sie den Küchendunst wegschafft.
Dann wollten wir noch schnell in die nächste Stadt, ein paar Sachen einkaufen. Vor allem Klopapier.
Doch inzwischen war der Nebel weg und das Auto mit Eis verkrustet. Wir kratzten und ich ärgerte mich, daß ich es heute Mittag auf morgen verschoben hatte, die Rosenkübel winterfest zu machen.
Wir aßen spät und nun ist höchste Schlafenszeit.

26.11. 2020

Etwas heller, etwas wärmer, aber immer noch nebelig.
Am Vormittag nahm der Graf an einer Online-Tagung teil. Ich schaute auch immer mal zu.
Dann harkte ich Laub und holte Holz.
Der Graf baute noch einmal eine Schwelle, diesmal für die Tür zum Dachboden. Auch da zieht es jetzt nicht mehr rein.
Ich heizte die Öfen und putzte das Gästebad.
Dann war es auch schon dunkel und höchste Zeit, sich mit dem Strickzeug an den Ofen zu setzen.