19.03. 2021

Sonne, Schneegekrümel, kalter Wind.
Dieser Tag war dann der Abschluß einer wahren Scheiß-Woche. Die bot: Zwei Drama-Meetings, ein Auto das nicht durch den TÜV kommt, Beratung im Problem von Primavera, ein Impfstoff, der wegen übler Nebenwirkungen für ein paare Tage gestoppt wurde, explodierende Infektionszahlen, das Schienbein mit fettem Bluterguß, 5 Tage ohne ein Medikament, welches ich seit 20 Jahren täglich nehme, keinen Schritt mit der eigentlichen Arbeit vorangekommen – genug, um am späten Freitag Nachmittag eine Höllenlaune zu haben. Doomscrolling im RL.
Mehr als stupide Stricken und Pacific Rim Uprise zu sehen, ging dann nicht mehr.
Morgen ist dann auch wieder ein Tag. Hoffentlich nicht so einer.

…ach und die Fütterung meiner neuen Steppweste hat sich nach dem zweiten Waschen in kleine Klumpen verknäult.

10.12. 2020

Es wurde den ganzen Tag nicht richtig hell und war kalt.
Der Graf hatte einen Vorhang samt Halterung entworfen, der im Winter vor die Tür der Ostwohnung kommen soll. Wir testeten die Konstruktion erst einmal mit einem einfachen Baumwollstoff. Der endgültige Stoff wird gequiltet und farbig sein.
Dann war es auch schon dunkel. Wir machten uns warmen Pudding und Hot Dogs und ich saß strickend vorm Fernseher und warf ab und zu mal Holz in den Ofen.

Ganz vergessen: als es noch hell war, saß ein kleiner Schwarm Gimpel im Nussbaum und pickte die Knospen.

12.11. 2020

Heute Nachmittag hob sich der Nebel und wir sahen für eine Stunde die Sonne.
Ansonsten Laub geharkt, Tapete abgekratzt, mit dem Grafen gekocht und in Katzenbegleitung runter zum fluß spaziert.
Und wieder mit dem Notariat telefoniert.
Mich triggert schon der Ton, in dem man dort mit mir redet (inklusive Azubine). Ich bin wieder 20 Jahre alt, lebe in der DDR und will irgendwas von der Kaderleiterin oder störe die Verkäuferinnen im Warenhaus bei ihrem Plausch und frage nach irgendeiner Bückware. Kein „Bitte“, kein „Danke“, die Tonalität immer leicht angezickt: „Ist in einer Besprechung! Worum gehts? Da brauche ich das Aktenzeichen! Geben Sie mir Ihre Telefonnummer!“ Nach zwei Telefonaten wird es dann bevormundend-vertraulich „Na wenn das für Ihre Mutti tatsächlich in Ordnung ist!?“ Wenn Arbeit droht, wird’s kritisch: „Aber da müssen wir ja einen Termin machen!“
Ich habe sonst fast nie ein Problem, jemanden, der nicht in der Spur läuft, freundlich, aber nachdrücklich zusammenzufalten. Das da ist mein Kryptonit.
Morgen muß ich noch mal. Die Maklerin will die Grundbuchauszüge für ihre Akten. Die Assistentin hatte befunden, ich bräuchte die doch garnicht (auch wenn ich sie bestellt hatte) und sie würde sie gleich für den Vertrag verwenden. Ich hatte überfahren zugestimmt.
Wenn ich das hinter mir habe, mache ich drei Kreuze.