27.09. 2020

Heute gab es einen extrem faulen, verregneten Sonntag.
Ok., ich habe einen vollen gelben Sack ins Untergeschoß getragen, gequiltete Platzdeckchen grade beschnitten, ein Binding vorbereitet, Heizdecken in unsere Betten appliziert und einen weiteren Eimer Nüsse gesammelt (und man sieht noch nicht einmal, daß Nüsse aufgelesen wurden).
Das mit den Nüssen ist auch so eine Sache. Ich war immer ganz erstaunt, daß Landbewohner abwinkten, wenn ich enthusiastisch von unseren zwei Walnußbäumen berichtete. Hätte man auch, sagten die Leute, aber die hätten immer so viele/kleine/schwer zu öffnende Nüsse. Jetzt fange ich an, nur noch die großen Nüsse zu nehmen, weil ich es sonst nicht mehr schaffe, sie zu sammeln und vor allem zu trocknen.
Ich habe Netzbeutel bestellt, nächste Woche werden sie in der Lager-Mansarde an die Haken gehängt. Pappkisten kommen auch noch, schließlich hängen noch zwei späte Birnbäume voller Früchte, die gut lagerfähig sind.
Die Katzen sind mittlerweile genervt vom Regen. Shawn bestreikt immer noch sein Haus und sitzt unter des Grafen zukünftigen Oldtimer. Wahrscheinlich stört ihn auch, daß wir rundherum gemäht haben und die Deckung weg ist.
Der Tag gab einen Vorgeschmack auf das, was wir uns für den Winter vorgenommen haben: Öfen heizen und alles das machen, was wir im Sommer wegen Bauarbeiten liegen lassen. Nun gut, wir müssen noch die Leitungen in der Ostwohnung fertig machen, die Badezimmerwand im Gästebad dämmen, den Flur und das Bad in der Nordwohnung herrichten (und diese überhaupt erstmal Wieder beheizbar machen…), könnte sein, daß darüber Frühling geworden ist.

26.09. 2020

(Nachts furchtbar gefroren. Aber nicht die Sache mit den kalten Füßen oder der zu dünnen Decke. Meine innere Temperaturregulierung war wohl etwas versteuert. Ich war einfach am ganzen Körper zu kalt, wurde nicht warm und konnte deshalb schlecht schlafen. Manchmal macht meine Schilddrüse solche Mätzchen, ich habe mitunter auch sehr früh morgens nur 35,5 Grad Körpertemperatur, trotz warmer Decke.)
Heute begann der Regen erst mittags. Vorher gab es sogar etwas Sonne.
Der Graf bereitete die Erneuerung der Wasserleitungen in der Gästewohnung vor, ich assistierte.
Zuvor redete ich noch kurz mit zwei älteren Damen, die mit ihrem Wohnmobil auf der Obstwiese übernachtet hatten. Sie erfüllten sich einen Familientraum und waren mit Mama unterwegs. Mama ist 92.
Außerdem verschmierte ich noch nachträglich drei Dachsteine, die in der sehr nassen Zone, in der das Wasser vom oberen Dach auf das Mansarddach geleitet wird, sind und gestern bei Starkregen etwas feucht wurden.
Der Graf schnitt und bohrte, es wird eine minimal invasive Geschichte, damit wir nicht den Gipskarton und die Fliesen wegreißen müssen.
Das kann er sehr gut. Am allercoolsten fand ich, wie er eine Hälfte der neu eingebauten Küche auf Rollbrettern wegfuhr, nachdem er sie mit Luftkissen angehoben hatte, um an die Wartungsklappe in der Wand zu kommen.
In der Gipskartonwand und unter dem gefliesten Fußboden verbaute Wasserleitungen sind einfach des Teufels. Vor allem in einem Fachwerkhaus mit Lehmbalkendecken, wenn die Fliesen vor 10 Jahren ein Sonderposten waren und man keinen Ersatz mehr hat, mit Kupfer-und Eisenleitungen und saurem, moorigem Trinkwasser vom Wasseranbieter.
Nachmittags fuhren wir in strömendem Regen und Wind nach Rostock in den Baumarkt. Vorher Grabbelte ich schnell einen Eimer Nüsse unterm Baum zusammen und hatte noch nicht mal die Hälfte gesammelt.
Bei der Rückkehr hatte der Regen aufgehört und es war nur noch windig und wurde minütlich wärmer. Die Allee war mit gefallenem Laub bedeckt, nun wird es wirklich Herbst.
Ich schickte die Katzen nach der Fütterung zur Nachtschicht und machte dem Grafen Pommes und Flammkuchen. Ich hatte noch Rote-Bete-Salat mit Apfel, dazu gab es etwas geräucherte Entenbrust und ein Spiegelei.

25.09. 2020

Es regnete. So richtig. Es schüttete, dann kamen wieder Wasserfladen vom Himmel, dann kleine flüssige Geschosse, Strippen und Tropfen. Die Dachrinnen hielten durch. Der Graf hatte gute Heldentaten vollbracht und ich rechtzeitig darauf orientiert, daß das jetzt wirklich fällig war.
Die Katzenschaft war not amused. Wüstentiere halt. Shawn blieb zum Frühstück verschwunden, er hatte sich irgendwo verkrochen, denn in sein Häuschen geht er gerade nicht. Schließlich habe ich es mit neuer Pappe ausgelegt und das ist garnicht mehr gemütlich, auch wenn seine vermuffelte Schmusedecke da drin auf ihn wartet.
Ich probierte heute Vormittag endlich mein neues Werkzeug aus, den Bernina Stitch Regulator. Damit sollte Free Hand Quilting einfacher werden. Fünf Jahre hatte ich wegen des Preises gezögert, aber die Entscheidung war gut. Es funktioniert und ist wesentlich stressfreieres Arbeiten.
Dann war noch einiges zu räumen und zu putzen und ein Fertig-Käsekuchen aufzupimpen. Der Graf bereitete alles für den Ersatz der Wasserrohre vor.
Als ich zum freitäglichen Wurstkauf ging und noch mal nach Mimi schaute, die sich einsam fühlte und fiepte, tauchte der Kater auf. Naß und etwas bedient.
Am frühen Nachmittag hatte der Regen aufgehört. Ich sammelte einen halben Eimer Walnüsse, die um mich herum auf den Boden plumpsten.
Dann kam lieber Besuch aus dem Internet. Wir saßen im Herrenzimmer, aßen Käsekuchen und plauderten. Mit Sonnenuntergang fuhr Frau Stedtenhopp weiter, versehen mit ein paar Äpfeln, Birnen und Nüssen.
Der Abschied am Auto wurde von Shawn begleitet, der mauzend in unserer Nähe war. Ein für ihn ungewöhnliches Verhalten, sonst bleibt er scheu auf Abstand. Er wollte mir tatsächlich etwas mitteilen. Der Graf hatte Mimi versehentlich in der Fewo1 eingesperrt, als er dort das Fenster schloß. Der Kater hatte sie vermißt. Natürlich hauten sie sich zum Wiedersehen ordentlich.
Ich nutzte das letzte Licht, um noch einen halben Eimer Nüsse zu sammeln. Dann ging es zurück an den warmen Ofen. Ich mußte nach dem Essen (der Graf: Ein Becher Pommes, ich: Kartoffelsalat mit Bockwurst und Rote Bete mit Äpfeln und Zwiebeln) das Outbank neu aufsetzen und das ärgerte mich sehr. Das ganze Gedöns war nur nötig, weil die App verkauft wurde, die App-Schlüssel wohl aus Sicherheitsgründen ausgetauscht wurden und damit funktionierte mein Master-Paßwort nicht mehr, weil im Schlüsselbund gespeichert, aber wegen geändertem App-Schlüssel nicht mehr auffindbar und es ist wäh…
Den Rest des Abends nutzte ich, mit meinem neuen Werkzeug zu üben, es gibt ein paar knifflige Dinge, die anders sind, Richtungswechsel über Drehen um die versenkte Nadel zum Beispiel.
Jetzt ist der Ofen aus und das Bett wartet.

24.09. 2020

Heute sollte der Regen beginnen, aber es war noch einmal warm und sonnig.
Wir trödelten uns in den Tag, mit noch mal ins Bett gehen und einen Spaziergang machen.
Dann harkte ich Gras Und Laub, machte dem Grafen einen Apfelpfannkuchen und flauschte Shawn.
Abends fuhren wir einkaufen. Die Straße zum Dorf ist jetzt wieder uneingeschränkt befahrbar, die Sperren sind weg. Die eingesunkene Straße an der sumpfigen Stelle liegt jetzt mehr als einen Meter höher und hat eine Drainage bekommen.