09.04. 2020

Strahlend sonnig, aber wieder mit kaltem Nordwind. Die Wäsche trocknete schnell auf der Leine.
Der Graf schaffte den Dreck aus dem Gartensalon in Eimer und ich trug sie zum Container.
Zwischendurch jätete ich etwas in dem Beet neben der Terrasse. Zwei Quadratmeter umgegrabenes Beet ergeben eine Schubkarre mit Brennnessel- und Gierschwurzeln.
Die Freundin von ein Dorf weiter brachte Schoko-Ostereier und noch etwas Nachschub zum Schutzmasken nähen.
Am Nachmittag übernahm ich die zweite Runde Gartensalon säubern, während der Graf sich etwas an der Kettensäge entspannte und kleine Tischchen sägte.
Dann fuhren wir nach drei Dörfer weiter. Die Freunde dort hatten im Brandenburgischen gearbeitet und hatten für uns Gemüsepflanzen aus dem Gartenmarkt mitgebracht.
Wir Frauen plauderten etwas, während sich die Männer die Fotos der Deckenbalken ansahen, um zu beraten, was zu tun ist.
Nachdem wir zurück waren, aßen wir kurz etwas und ließen den Fernseher laufen.
Der Mond steht heute an einem dunstigen Himmel hinter Zweigen, die aussehen wie Scherenschnitte.

08.04. 2020

Der letzte warme Tag vor Ostern. Wunderbar sonnig und fast sommerlich.
Ein Tag zum Bettwäsche trocknen in lauen Wind, darauf hatten die Bezüge des Gästezimmers schon gewartet.
Hier aber auch ein Tag, um die Decke vom Gartensalon weiter aufzumachen. Diesmal kam wieder bergeweise Schüttung herunter. Ich war in voller Montur. Orangener Overall, Atemmaske (ich hatte tatsächlich noch eine gefunden!) und dichte Brille. Der Graf trug einen Bauhelm und Lackierermaske.
Was zum Vorschein kommt, ist …originell. Man kann nur vermuten, was sich die Leute bei dieser wahrscheinlich 150 Jahre zurückliegenden Bauaktion gedacht haben, bei der sie die Balkenköpfe mit einem Wechsel vor der Außenwand entlastet haben.
Abends spülten wir den Dreck runter, aßen Fischstäbchen und Pommes und zogen das Osterfeuer vor. In der Abenddämmerung zündete ich den Riesenhaufen Reisig unten im Park an, den ich im Winter nach den Stürmen zusammengesammelt hatte.
Er zündete und brannte schnell und hoch, so daß ich doch besser den Wasserschlauch anschloß. Die Flammen schlugen hoch bis in die riesige Eiche, bestimmt sieben oder acht Meter.
Und dann war schnell Schluß, es waren vor allem trockene Äste, kaum größeres Holz. Wir legten Abschnitte der kaputten Linde auf und saßen noch etwas. Der Mond ging auf, ein Hubschrauber flog hektisch in Höhe der Autobahn herum, Mimi versuchte, uns auf den Schoß zu springen, weil sie kalte Pfötchen bekam, aber nichts verpassen wollte. (Nix gut für Allergiker.) Shawn war im Hintergrund, Feuer mag er nicht, er schaute nach Mäusen.
Um 11 Uhr war ich rechtschaffen müde.

07.04. 2020

Heute war ich schon sehr früh draußen. (Der Morgen ist hier oft wunderbar, glasklar und taufrisch, ich stehe nur immer zu spät auf.) Es wehte ein strammer Nordwind. Ich wollte Wäsche aufhängen und blieb erst einmal minutenlang stehen und roch in den Wind, wie so ein Tier. Nun bin ich seit einigen Jahren fast geruchsblind, warum auch immer. Aber ich konnte jedes Detail wahrnehmen: Flusswasser, erwachte Erde, frische Kräuter, Veilchen und über allem roch ich die Ostsee. Ich wollte es erst nicht glauben, aber doch, es roch nach Meer.
Am Vormittag nähte ich Schutzmasken. Ich bin langsam, gemessen an der Produktivität anderer Nähnerds.
Dann brachte ich zwei davon zu Nachbarin, zusammen mit einem Kuchenteller von letzter Woche.
Der Freund aus dem Dorf hatte Bärlauch gebracht, während ich oben saß und nähte. Ich grub ihn sofort ein, ich kenne doch meinen dunkelbraunen Daumen.
Der Graf wollte heute an der Decke vom Gartensalon arbeiten. Da das mit viel dreck verbunden ist, zig ich einen Schutzanzug an.
Wir setzten Stützen unter die Decke; spöter transportierte ich Bauschutt nach draußen.
Abends machte ich mir Nudeln warm, für alles andere war ich schon wieder zu müde.
Jetzt scheint ein dicker Vollmond ins Fenster. Aber der wird mich beim Schlafen nicht stören.