30.09. 2020

Ein goldener und warmer Tag. Vormittags bzw mittags, denn wir waren spät aufgestanden, sammelten wir einen weiteren Eimer Nüsse und machten einen Spaziergang durchs Dorf und zum Fluß.
Es wird wieder einmal das Kraut gesammelt und entfernt, dann sieht der Fluß rund um das Bollwerk aus wie der Ankh. Man kann nicht ertrinken, weil man nicht untergeht.

Das Graf bereitete weiter das Rohrverlegen vor. Er konstruierte und montierte das Verbergnis für die zukünftigen Rohre, kupierte alte Wasseranschlüsse und kittete Fliesen wieder an, die er zu Anfang rausgenommen hatte, um erst einmal zu schauen, wo das Problem und die Leitungen liegen.
Dann telefonierte ich einige Male (was heißt, runter in den Park zu gehen wegen des Empfangs), denn es scheint so, daß Mutters Sommerhäuschen einen Käufer hat. Das Interesse war groß, es gab mehrere Interessenten, nun schauen wir mal, daß bis zum Notartermin noch alles glatt geht.
Da der Graf mich noch nicht brauchte, strich ich das Katzenhaus mit Wetterlasur, streichelte Shawn lange den flauschig gewordenen Bauch, hängte Wäsche auf und legte 6 Netzbeutel und drei Körbe mit Nüssen zum Trocknen in die Sonne.
Später sorgte ich für einen Pfannkuchen mit heißen Kirschen und Sahne und noch später für Pizza und einen warmen Ofen im Herrenzimmer. Das Bad putzte ich auch noch.
Der Graf baute bis 22:30 Uhr, dann war Dusch- und Sofazeit.
Ich schlafe schon wieder beim Schreiben weg.

29.09. 2020

Erst anderthalb Eimer Nüsse gesammelt, dann dem Grafen bei der Vorbereitung aufs Rohre legen assistiert und losen Putz von der Wand im Flur an der Ostwohnung geklaubt, zwischendurch den Kärcher saubergemacht und ins Haus geholt (einen hat der Frost ja schon gekillt, weil im Schuppen vergessen).
Zwischendurch draußen mal die schmusebedürftige Mimi geherzt und den Nachbarn eine Riesenzucchini gebracht.
Am Nachmittag den Putzstaub abgegeduscht und ein Gesellschaftsgesicht aufgemalt. Eine Stunde weit gefahren und mit Menschen mit großen alten Häusern zu einer Tagung getroffen. Bei Vollmond zurück gefahren.

28.09. 2020

Ein schöner sonniger Tag, den wir leider vorwiegend auf der Autobahn verbrachten.
Das Berliner Drama neigt sich dem Ende eines Aktes zu (wie viele noch kommen, steht in den Sternen), wir saßen beim Notar und besprachen noch einige Dinge. Ob das nun wieder zum Ergebnis hat, daß jemand (mittlerweile) per Mail rumbrüllt oder nicht, werden wir sehen.
Dann liefen wir durch Berlin Mitte zurück zum Auto. Hier gibt es alles. Von Menschen, die auf der Straße eine Stoffziermaske über einer medizinischen tragen bis zu Pulks, denen alles egal zu sein scheint.
Einige der Kneipen und Klamottenläden, die wir als Tourifallen gemieden haben, haben aufgegeben.
Der Graf war bei RSVP und hat den Feinpapierbestand wieder aufgefüllt. Ich brauchte Olivenöl und Wetterschutzlasur fürs Katzenhaus.
Die Rückfahrt war kurzweilig, wir beantworten uns bei Autofahrten oft Fragen aus Stöckchen-Hölzchen-Knöpfchen-Gesprächen per Internet. In diesem Fall: Man sieht nicht mehr, wo in den Städten die Russenkasernen waren. -> Wie waren die Sowjetischen Armeeangehörigen in die Gesellschaft der DDR integriert? -> Primaveras Großvater war weißrussischer Partisan. -> Warum gab es in Weißrußland Partisanen? -> Wie kam Weißrußland in die Sowjetunion? -> Wie verlief dort die Kollektivierung der Landwirtschaft? -> Was sind Kulaken? -> Wie lange gab es in Rußland Leibeigenschaft? -> Was war der Dekabristenaufstand? -> War die polnische Heimatarmee eine Partisanentruppe? -> Waren die vier Panzersoldaten aus dem Film Angehörige der polnischen Heimatarmee? (Letzteres: Nein. Sie waren Angehörige der polnischen Truppen der Sowjetunion.)

Dann waren wir auch bald da und zwei hungrige Katzen erwarteten uns, die morgen unbedingt mal geflauscht werden müssen.
Es gab noch Holz für den Ofen, wir verheizen gerade Lattung von Gipskartonverkleidung.

27.09. 2020

Heute gab es einen extrem faulen, verregneten Sonntag.
Ok., ich habe einen vollen gelben Sack ins Untergeschoß getragen, gequiltete Platzdeckchen grade beschnitten, ein Binding vorbereitet, Heizdecken in unsere Betten appliziert und einen weiteren Eimer Nüsse gesammelt (und man sieht noch nicht einmal, daß Nüsse aufgelesen wurden).
Das mit den Nüssen ist auch so eine Sache. Ich war immer ganz erstaunt, daß Landbewohner abwinkten, wenn ich enthusiastisch von unseren zwei Walnußbäumen berichtete. Hätte man auch, sagten die Leute, aber die hätten immer so viele/kleine/schwer zu öffnende Nüsse. Jetzt fange ich an, nur noch die großen Nüsse zu nehmen, weil ich es sonst nicht mehr schaffe, sie zu sammeln und vor allem zu trocknen.
Ich habe Netzbeutel bestellt, nächste Woche werden sie in der Lager-Mansarde an die Haken gehängt. Pappkisten kommen auch noch, schließlich hängen noch zwei späte Birnbäume voller Früchte, die gut lagerfähig sind.
Die Katzen sind mittlerweile genervt vom Regen. Shawn bestreikt immer noch sein Haus und sitzt unter des Grafen zukünftigen Oldtimer. Wahrscheinlich stört ihn auch, daß wir rundherum gemäht haben und die Deckung weg ist.
Der Tag gab einen Vorgeschmack auf das, was wir uns für den Winter vorgenommen haben: Öfen heizen und alles das machen, was wir im Sommer wegen Bauarbeiten liegen lassen. Nun gut, wir müssen noch die Leitungen in der Ostwohnung fertig machen, die Badezimmerwand im Gästebad dämmen, den Flur und das Bad in der Nordwohnung herrichten (und diese überhaupt erstmal Wieder beheizbar machen…), könnte sein, daß darüber Frühling geworden ist.