Subotnik

Der Rundumschlag durch das Barminkanten-Wolkenkuckucksheim geht weiter. Es war dem Grafen ein großes Anliegen, daß das allerhinterste Zimmer, das nur durch das Schlafzimmer betreten werden kann, nun auch eine Durchgangstür vom Wohnzimmer aus erhält.
Soll es doch Gästezimmer werden, wenn die Umstrukturierungsmaßnahmen zu Ende sind. – Damit die Gäste nicht durch unser Schlafzimmer stolpern müssen.
Also war es wieder Zeit für das Abbruchkommando (Gott sei Dank ist die Mauer nur 14 cm dick, nicht 29). Diesmal gab es technische Verstärkung. Wir kauften am Samstag eine 230mm-Flex. Im Baumarkt in der Demminer Straße, also schon Wedding, wo richtige Männer noch Bierwampen haben und nach tagealtem Schwitz riechen dürfen.
Der Graf rüstete sich aus wie ein Ghostbuster, mit Taucherbrille, Gehörschutz, Atemmaske und noch einem nassen Tuch, das Zimmer war binnen Sekunden in einem Zustand, als wäre der Eyjafjallajökull unter den Dielen versteckt gewesen.
Fazit: Herrschaften, auch wenn die Flex n Appel und n Ei kostet und das Schlitzen nicht länger dauert, als ein Bier auszutrinken, tun sie es nicht! Old School Ping-Ping mit dem Meißel ist ein gutes Workout und macht ungefähr ein Zehntel Dreck. Außerdem brauchen Sie unterm Strich genauso lange, denn sie müssen putzen und nach dem Putzen auch die Putzgeräte wieder sauber machen.
Aktuell habe ich meinen Dyson gerade in sämtliche Bestandteile zerlegt und ein neuer Motorvorfilter ist fällig.
Aber der Graf ist fast fertig, dann darf ich mit dem Mörteleimer kommen und den Sturz habe ich vorgestern schon eingemauert.

Veröffentlicht unter Leben

Frauen und andere Behinderte

Mitunter habe ich galoppierende Anfälle von Dusseligkeit. Gestern war zum Beispiel so ein Tag. Ich hatte einen Termin, eine Ausstellungsbesichtigung mit anschließendem Umtrunk und geschäftlichem Gespräch.
Was macht Miz Kitty? Steht eine halbe Stunde vorm Schrank, zieht dann repräsentative Preßwurstklamotten raus (ja, es gab Zeiten., in denen habe ich Strenesse und Dear Cashmere gekauft) und sagt sich: „Hey, wenn du mit dem Rad zur Friedrichstraße fährst, dann kannst du hohe Schuhe anziehen!“ Gesagt, getan, ich ziehe meine Ash-Sandalen aus der Kiste, auch zwei Jahre nicht getragen, und stakse mit 14cm-Absätzen vorsichtig die Treppe runter, im Rücken ein fettes Grinsen des Grafen. Auf der Straße fliege ich fast auf die Fresse, aber nach drei Schritten haben sich eine Füße wieder an die Höhe gewöhnt. (Es ist halt so, ich bin mehr als 10 Kilo schwerer und untrainerter als früher, das merke ich auch auf High Heels.) Dann steige ich aufs Rad und zeitgleich fängt es wieder heftig an zu regnen.
Super! Die Straßenbahn nehmen geht nicht, denn da müßte ich ja gut 300 m zu Fuß zurücklegen, mit diesen Schuhen unmöglich. Gott sei Dank ist mein Make up wasserfest und die Haare sind hochgesteckt. Schon in der Linienstraße bin ich naß bis auf die Haut. Und – was noch ekliger ist –  meine mit Handcreme eingecremten Hände schlittern naß auf den Lenkergriffen herum. Außerdem gibt es immer mal glattes Kopfsteinpflaster auf der Strecke.
Trotzdem schaffe ich es, ohne Sturz in die Friedrichstraße zu kommen. …Und habe einen Platten. An der Stelle wollte ich eigentlich sofort umkehren und nach Hause fahren. Nur wie?

Ich absolviere erst mal meinen Termin (erfolgreich, aber diese peinlichen Knieamputierten-Schuhe hätte ich mir echt sparen können) und kehre danach bei Dussmann ein, wo der Graf lesend in einem der Sessel sitzt. Da machte ich das Mädchen und er versuchte ritterlich, wieder etwas Luft in den Reifen zu pumpen. Aber platt ist platt. Bei dieser Höllenfahrt habe ich nicht immer auf Glasscherben geachtet.
Also lege ich mein krankes Rad vor Dussmann schlafen, sage ihm, daß ich morgen bestimmt mit einem neuen Schlauch komme, hatsche zur Straßenbahn, dann über den Zionskirchplatz (Pflasterritzen!) und schließlich die Treppe hoch ins Wolkenkuckucksheim.

Dort stelle ich mich vor den Spiegel und erkläre mir, wie blöd ich bin. Ich bringe anderen bei, wie man Gespräche und Verhandlungen führt. Selbst erscheine ich bei einer geschäftlichen Kontaktaufnahme mit Schuhwerk, das meine gesamte Konzentration braucht und mich jenseits von Gelassenheit auftreten läßt. Ich hätte auch gleich mit einem Rollator dort erscheinen können.

Fünf Sechs, setzen!“

PS. Der Graf hat heute mittag das Rad wieder heile gemacht. Es war tatsächlich eine Glasscherbe.

Veröffentlicht unter Leben

Gegrillt und Abgelöscht

Der gestrige Tag war endlich wieder eine Gelegenheit mit den geschätzten Herren Dick und Strike im Gummiboot auf dem Schlachtensee rumzulümmeln. Fiel das doch letztes Jahr aus, nicht weil sie mich nicht mitnehmen wollten, sondern weil ich anderweitig beschäftigt war.
Aber dieses Jahr mußte ich dringend die erste Gelegenheit nutzen. Schließlich soll doch heute in der Zeitung stehen „Nach Wels- nun Wal-Alarm am Schlachtensee“. (Ich wollte auch keine Pudel fressen, – Oder wars ein Dackel? – da gibts Leckereres mit nicht ganz so viel Haaren dran.)
Es war mal wieder formidabel. Ich mußte nicht einmal selbst rudern, weil mein Boot Luft ließ, konnte schwimmen, ohne daß mich die Angst am Nacken packte (leider immer mal wieder noch ein Problem), es gab Kuchen und Wein wie bei Rotkäppchens Oma, Jünglinge umruderten und umschwammen uns, die Sonne schien, ich knackte eine halbe Stunde auf dem Boden des Bootes, um meinen Sonnenbrand zu vervollständigen, schickte den Herren Lucky mal wieder auf Luftmatratzenjagd in auffrischenden Wind (daß ich mir nicht merken kann, daß es netter ist wenn ich dann noch mal losschwimme…) und am Schluß gabs Blitz und Donner.
Glam brachte unsere schwangere Begleitung schnell und ritterlich in Sicherheit, als der Gewittersturm begann und der Herr Lucky ruderte mich, die ich im Boot saß, mit der geborgenen Luftmatratze im Rücken wie die Queen beim Thronjubiläum, über den See. Um seinen Kopf zuckten Blitze, hinter ihm donnerte es, es war sehr eindrucksvoll. Als wir an Land gingen, platzte der Himmel.
Die eigentliche Schlagzeile könnte lauten: „Frauen immer verrückter? Dicke mittelalte Frau mit Bikini und krebsrotem Bauch johlend und im Regen tanzend am S-Bahnhof Schlachtensee gesichtet.“
Aber der Regen ist im Gewitter so schnell weg wie er kommt. Die beiden Herren brachten mich noch zur Barminkante und auch das wuchs zum Happening aus. Stellen Sie sich einen feuerwehrroten Zweisitzer vor, in dem zwei Männer oben ohne sitzen, flüchtig verhüllt mit bunten Tüchern. Im Notsitz hinten klemmt eine nasse Frau quer. Unter den Linden erregte das doch etwas Aufsehen.

Also, wir hatten Spaß.

Veröffentlicht unter Leben

xxx

denken Sie sich einfach einen saftigen, bösen Fluch anstelle des Titels.
Ich habe nämlich gestern die Sternstunde nutzen wollen, in der mein verf… DVD-Recorder in der Lage war, eine CD zu lesen, um meine letzten 4 VHS-Kassetten mit zu bewahrendem Material zu digitalisieren.
Ist doch das Teil ein VHS-DVD-Kombideck von JVC und wurde vor 8 Jahren auf Firmenkosten angeschafft, um die alten Demobänder in schicke DVDs zu verwandeln. Unterm Strich habe ich das 800 Tacken teure Gerät vielleicht 150mal benutzt. 40mal zum dubben, 2 oder 3mal zum Aufzeichnen, was selten funktionierte, und sonst zum Abspielen von DVDs oder CDs. Es war in der Garantiezeit schon zweimal beim Hersteller, weil es DVDs nicht erkannte und auch in den letzten Jahren lief es nur noch sporadisch.
In der irren Hoffnung: Oh, gerade spielt es eine CD ab, schnell weitermachen!, kramte ich meinen „ich war jung und wollte mich ausprobieren“-Studentenfilm, des Kindes Self-Made-Fernsehsendung aus der 7. Klasse und den alten Werbespot, der 10 Jahre später dem Kind den Führerschein finanzierte, zusammen und wollte loslegen.
Aber es war wie immer, das Teil mäkelte, wollte die DVDs nicht, behauptete, sie seien kaputt oder nicht geeignet. Andere Cds und DVDs wollte es auch nicht mehr lesen.
Der Graf schraubte kraft Ingenieurswissen die Kiste auseinander und putzte mit mir den Laser, im Probelauf sah alles ganz gut aus. Doch kaum war sie wieder zusammengeschraubt, ging die Chose von vorn los: erst die DVD erkennen, aber behaupten, es wäre nicht die Richtige, danach geht garnichts mehr.
Ich gebe dem jetzt noch zwei Chancen. Ich kaufe eine leere DVD von JVC und teste, ob das klappt (glaube ich nicht) und ich kaufe den DVD-Spieler, der das selbe Laufwerk intus hat wie mein Gerät für ein paar Euronen auf ebay, tausche das Laufwerk und hoffe, es ist die gleiche Firmware. Menno ey!

 

Veröffentlicht unter Exkurs