23.05.2019

Gestern Abend fielen mir Lesebrille und iPad aus der Hand und ich pennte weg. Der Graf hat sich beinahe draufgelegt.
Heute: Wäsche aufgehängt. Grünschnitt geharkt und abgefahren, Giersch und Brennnesseln gekillt. Dem Grafen etwas assistiert, der gerade ingenieus den Fußboden vom Gartensalon verschließt. (Man erinnere sich, leider hat man für die Trennwände die Dielen aufgesägt.)
Kartoffelbrei mit Buletten gekocht. Mit dem Grafen den Zeitplan für die nächste Woche besprochen. Irgendwie müssen wir vor Himmelfahrt noch mal nach Berlin. Das wird alles recht knapp.
In der Abenddämmerung noch mal Giersch aus Melissenbüscheln gezogen. Dann Bier und in die nordische Nacht schauen, bis es kalt wird und danach noch Haare waschen.
Morgen klingelt der Wecker um 6.

22.05.2019

Furchtbar müde.
Die Senke zuende gemäht. Mit der Sense Ränder und den Platz vorm Hühnerhof frei gemacht.
Zwei Schubkarren Unkraut gezogen.
Mit dem Grafen Benzin und Propangas gekauft.
Die Löcher in der Wand vom Feldbüro verspachtelt.

21.05.2019

Zum zweiten Mal in Folge ist der Graf vor mir aufgestanden und hat mir einen Kaffee ans Bett gebracht. Des Rätsels Lösung scheint zu sein, daß wir derzeit die gräfliche Idealbetriebstemperatur von 18-22 Grad in Haus und Garten haben.
Der Graf fuhr erst nach Gnoien und dann nach Berlin.
Ich putzte die Ostwohnung und kippte 4 Liter heißes Wasser mit Zitronensäure in den Spülkasten vom Gästebad. – in der Hoffnung, daß der dann wieder dicht schließt und nicht mehr läuft. Ich habe mir vorher nie vorstellen können, was durch extrem kalkhaltiges Wasser alles kaputt gehen kann.
Dann hing ich Wäsche auf und zog Giersch aus einem noch sehr regenfeuchten Beet. Weil es mir dann doch zu nass war, wechselte ich zum Garten vom kleinen Haus, der grade ziemlich verwildert und zog drei Schubkarren Berufkraut, das sich explosionsartig vermehrt hatte, aus dem Boden. Im Dorf klapperten Hufe und die eine Nachbarin kam vorbei und fragte, ob wir die Handynummer vom anderen Nachbarn hätten, seine Pferde wären ausgebüxt. Hatte ich aber nicht.
Gegen drei Uhr kochte ich mir Nudeln mit Ketchup und nach dem Essen machte ich draußen weiter. Aber erst stellte ich mich unter den blühenden Weißdorn und hörte den Bienen zu.
Der Rasenmäher zickte etwas rum und startete dann trotzdem. Ich mähte neben und hinter dem Haus und knapp die halbe Senke, dann war leider das Benzin alle.
Irgendwie reichte es auch. Ich saß etwas im Garten rum, riß dann noch Giersch aus einem Beet und hörte auf.
Dann lag ich ewig in der Badewanne. Grade flog das Käuzchen zur Arbeit in den Park und ich bin furchtbar müde.

20.05.2019

Ein komischer Tag. Ein Montag.
Der Graf war früh auf, es wurde Holz geliefert. Ich half ihm, den Gartensalon sauberzumachen und machte dann bis Mittag Büroarbeit. Als die Sonne rauskam, mähte ich den Rasen vorm Haus.
Es wurde immer schwüler. Eine Gewitterfront war im Kommen und löste sich wie so oft über dem Peene- und Trebeltal auf.
Ich fühlte mich, als hätte mir jemand Gewichte an Arme und Beine gehängt. Deshalb fuhr ich den schweren Rasenmäher in den Schuppen und ging kurz zum Nachbarn, um mit ihm etwas zu besprechen.
Als ich zurück war, machte ich uns etwas zu essen und danach im kleinen Gästezimmer die restliche Tapete ab.
Irgendwann fing es auch an zu regnen.
Der Graf bastelte in der Gewitterdämmerung am Fußboden vom Gartensalon, ich nötigte ihn, aufzuhören, er sah schon kaum noch etwas.
Zum Abendbrot gab es Pommes und danach wurde nur noch rumgelümmelt.