26.05. 2020

Es ist wieder warm und sonnig.
Ich machte heute weiter damit, die kaputte Linde „freizustellen“ vier übervolle Schubkarren mit Schöllkraut, Brombeerranken, Brennnesseln und verfaultem Kleinholz waren das noch einmal.
Eine Erdkröte war über meine Arbeit nicht so amüsiert, ich trug sie unter die Blutbuche.
Dann pflanzte ich zwei Clematis ein. Der Stamm soll später von Wildrosen und Clematis bewachsen werden.
Zwischendurch pausierte ich. Mimi hatte großes Schmusebedürfnis.
Heute geht es früh ins Bett, morgen ist Berlin-Tag mit Zahnarztbesuch.

25.05. 2020

Noch ein Drin-Tag, es war draußen zu nass.
Der Tag lief zäh an, mit Mails und kleineren Räumereien. Dann war es schon wieder Mittag und der Graf hatte sich an diesem Tag Mittagsessen gewünscht. Ich hatte den Schweinebraten nebenher schon warm gemacht.
Dann endlich ging ich an die Arbeit. Ich putzte einen schon seit mehr als einer Woche mit Backofenspray behandelten Backofen. Es ist ja nun nicht so, daß ich mit großer Begeisterung putze. Aber da mußte ich durch. Das beschäftigte mich dann auch die nächsten Stunden.
Am frühen Abend kam die Sonne raus und ich war fertig.
Eine Antwort auf eine Mail war schon da. Das Geflecht der Lambert-Stühle ist keine Meterware, sondern auf dem Stuhl geflochten. Man könne mir gerne das Material besorgen. Hm. Dann lerne ich mal was Neues. Zwei Stühle sind nämlich durchgesessen.
Ich rupfte noch ein paar Brennnesseln raus und die Katzen freuten sich, daß sie mich wieder in der Nähe hatten. Ich arbeitete unter der großen kaputten Linde. Shawn kletterte hinauf – das sind sicher 5 Meter – und beschnüffelte ausgiebig die große Baumhöhle.

Irgendwann stieg er vorsichtig wieder herunter und wurde von mir gelobt. Mittags hatten wir ihn in ähnlicher Höhe in der Blutpflaume vorm Haus gesehen.
Mimi wollte dem nicht nachstehen und war ein paar Minuten später auch auf den großen Stumpf gestiegen. Nur runter ging es nicht mehr, sie fand den Einstieg nicht und maunzte tonlos zu mir herunter. So holte ich mir kurz vor Sonnenuntergang die Leiter und stieg zu ihr hoch. Sie kletterte mir auf die Schulter und wirkte recht froh, wieder auf dem Boden zu sein.
Der Abend war geruhsam und sowieso schon halb vorbei. Wir arbeiten derzeit lange, weil es spät dunkel wird.
Schade ist: Seit gestern wird wieder geheizt. Ein paar Scheite nur, aber es ist kalt abends. Es ist der erste richtig vorpommersche Sommer, dem wir hier erleben, scheints.

24.05. 2020

Ein fauler Sonntag mit Wind, ab und zu Regen und sogar Hagel.
Ich schaute mal kurz nach Katzen und Kohlrabis und ansonsten blieb ich drin und strickte. Der Pullover, den ich zu Weihnachten angefangen hatte, ist fast fertig. Ich habe die angestrickten Ärmel dreimal aufgetrennt, jetzt funktioniert die Paßform. In der allereinfachsten Variante übrigens. Manchmal sollte man echt nicht so viel nachdenken.
Nachmittags setzte ich einen Schweinebraten in den Ofen. Das mit den Braten ist so eine Sache. Ich habe immer Vorstellungen und die Realität ist eine andere. Die Vorstellung schmeckt so wie die Braten von Oma. In der Realität ist der Braten immer entweder noch zu fest, wenn die verabredete Essenszeit schon eine Stunde überschritten ist oder er zerfällt schon weit vorher in Fasern.
Dafür gibt es morgen noch einmal davon und er ist dann weich. Schwarzbiersoße und Sauerkraut waren schon mal gut.
Abends strickte ich weiter und erklärte dem Grafen die Handlung des Tatorts, was mittlerweile ein beliebtes Spiel hier ist.

23.05. 2020

Es hatte tatsächlich nachts noch etwas geregnet. Der folgende Tag war bedeckt und schwül.
Ich räumte das geschnittene Gestrüpp vom Hof und brachte Bauschutt in den Container. Der Graf schredderte das Grünzeug und verwandelte es in etwas, das aussah wie gehackter roher Grünkohl.
Am Nachmittag kam ein Gewitter, beim Zusammenräumen wurde ich naß und beschloß, mit der Arbeit aufzuhören.
Ich ging in die Badewanne und wusch mir die Haare. Dann räumte ich etwas auf und machte Abendbrot. – Fischstäbchen und Pommes und Salat.
Nach dem Essen kam die Sonne noch einmal raus. Die Katzen, die in der Fewo 1 geschlafen hatten, wollten wieder raus. Uns war es zu kalt und zu nass.
Ich entdeckte über Twitter (keine Ahnung mehr, über wen) ein Buch über das bauzeitliche Leben in Palladio-Villen. Ich glaube, das brauche ich.

Ach so. Heute war der erste Tag in diesem Jahr, an dem wir nicht geheizt haben. Auch in den letzten Tagen waren es zumindest vier oder fünf Anstandsscheite, für ein bißchen kuschelige Wärme am Abend.