26.01. 2021

Nachts schien der Mond über den bereiften Park, morgens schneite es. Eigentlich sehr romantisch.
Aber irgendwie ist grade alles wäh.
Die Nachrichten, die Seuche und die Impfungen betreffend, sind nicht gerade Mut machend.
Mutters 15 Jahre alte Katze kränkelt zusehends. Wir befürchteten heute schon, daß es aufs Ende zugeht, aber es gibt jetzt einen Versuch mit Herzmedikamenten. Es wäre schlimm, wenn meine Mutter gerade jetzt, in dieser Zeit, ganz allein in ihrer Wohnung zurück bleibe. Nun sitzt sie an der Quelle, weil sie für eine Katzenstation arbeitet, aber sie ist auch in dem Alter, wo sie überlegt, ob sie noch einmal Verantwortung für ein Tier übernehmen möchte.
Hier gibt es auch Katzensorgen. Shawn ist kränklich. Nun passiert es ab und zu, daß so eine kleine Freßmaschine wie es die beiden sind, Durchfall bekommt. Aber seine Brüder sind vor dem ersten Lebensjahr an einer Infektion gestorben, die auch mit Durchfall verbunden war und so mache ich mir natürlich Sorgen. Er war auch noch nie krank, ich kenne ihn garnicht so schlapp und appetitlos. Allerdings ging es ihm am Abend wieder besser, das erleichtert mich.
Morgen ist ein neuer Tag. Und der Mond scheint über den Schnee.

25.01. 2021

Es ist kalt, nachts fiel etwas Schnee. Eigentlich warten wir, daß das Hochdruckgebiet, das da irgendwo über Spanien liegt, nach Norden kommt, aber es will nicht. Es wurde schon zweimal wärmeres Wetter angekündigt und doch haben wir Frost und Temperaturen zwischen Minus drei und plus drei Grad. Winter wider Willen.
Noch einmal Holz gespalten. Jetzt haben wir mehr als die Hälfte erledigt. Wir haben Arbeitsteilung. Ich kann nicht mit der Motorsäge umgehen, der Graf mag es nicht, mit Keil und Hammer zu arbeiten, die Schläge gehen ihm in den Kopf. Er schlitzt die Baumscheiben an und transportiert die Kloben ab, ich spalte.
Am Schluß kommen die richtig ekligen Teile. Die Stammbasis mit den Wurzelansätzen und der Teil, von dem die Hauptäste abgehen. Die in Viertel gespaltenen Baumscheiben sind dann so groß, daß sie in den Holzspalter können. Der Baum wird im nächsten oder übernächsten Winter unsere Wohnung heizen.
Als wir mit dem Tagespensum fertig waren, waren wir dann auch fertig. Ich fühle mich dann zwar immer großartig, aber muß den Rest des Tages im Sessel sitzen und stricken.

24.01. 2021

Man kann den ganzen Tag nichts tun und sich am Abend kaum daran erinnern, woraus dieses Nichtstun bestand.
(Kurzer Besuch vom Freund ein Dorf weiter. Essen gekocht, Holz geholt, gestrickt. Der Tag ist rum.)

23.01. 2021

Die warmen Tage sind vorbei. Es war frostig, trocken und am Nachmittag sonnig.
Wir spalteten und sortierten Holz. Holz spalten ist wie Chips essen. Man kann erst aufhören, wenn sich der Körper beschwert. Mir geht auch es beim Holz hacken so. Erstens befreit es, mal richtig ungebremst zuzuhauen und zweitens ist es immer wieder spannend, wie der Klotz zu knacken ist. Es ist ja nicht das Werkzeug an sich, sondern der Schlag auf den Keil, der mit seiner Energie das Holz in Spannung bringt und schließlich sprengt.
Die Katzen saßen diesmal auf den Klötzen herum und schauten zu. Bis sie verschwunden waren und die Seitentür einen Spalt offen stand.
Als es dämmerte, gingen wir ins Haus. Die Katzen hatten eine Runde durch die Räume gedreht und in der Küche im Müll ein Backpapier gefunden, in dem ich Lachs gegart hatte. Das war nun blank geleckt.
Ich schickte die beiden mit ein paar Leckerli wieder raus und ging in die Badewanne. Aber vorher musste ich erst einmal etwas essen, nicht nur etwas, eine Menge.
Der Rest des Abends war Hummus machen, stricken und Wäsche aufhängen. Die Katzen sitzen zusammen im filzgepolsterten Katzenhaus, sie hatten sich nach dem Nachtmahl von mir einzeln raustragen lassen. Und nun ist das Bett aufgewärmt. Ich mag Heizdecken.