WMDEDGT September 2021

Immer am Monatsfünften fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Heute war Sonntag und der zweite Tag der Herbstgartenveranstaltung.
Wir standen ungewöhnlich früh auf, der Graf bereitete schon einige Sachen vor und ich frühstückte.
Es ging langsam los, ich beschäftigte mich erst einmal mit der Wäsche auf der Leine, fütterte die Katzen und wischte die Tische sauber.
Der Graf empfing Besucher, ich bereitete einen Kuchen vor und sammelte dafür die letzten Brombeeren und ein paar Himbeeren für den Grafen. Der Käsekuchen bekam ein Topping aus Brombeersauce und Schmand.
Dann putzte ich das Gästezimmer und das Bad. Ab und zu war ich auch draußen und begrüßte Gäste.
Nachmittags aßen wir Kuchen und tranken Kaffee dazu. Eine sehr ungezogene Mimi hatte in einem unbeobachteten Moment den Kopf tief in der Milchkanne und trank die Milch aus. Hrmpf. So langsam bin ich ratlos, wie ich ihr das noch abgewöhnen kann.
Ich fieselte die letzten Holunderbeeren ab, spülte sie und fror sie ein. Nächste Woche würde ich Gelee daraus kochen. Es waren dann doch über zwei Kilo geworden, nach so viel sahen die Dolden in der Schüssel garnicht aus.
Kurz vor Schluß der Veranstaltung heizte der Graf den Grill an und wir grillten Brot mit Kräuterbutter und Wildbratwürste. Ich setzte dazu noch ein paar übrig gebliebene gekochte Kartoffeln in die Heißluftfritteuse.
Nach dem Essen räumte der Graf die Aufsteller am Eingang zum Park weg und ich nahm Wäsche ab und fütterte die Katzen.
Die letzte Runde lag vor uns, wir mußten noch einen Teil der vor drei Tagen verputzten Lehmwand schwämmen. Das ging aber relativ schnell.
Ich duschte und zog mir einen warmen Pullover an. Abends wird es ziemlich schnell kalt.
Im Fernsehen lief ein Tatort von Dominik Graf. Filme von ihm schaue ich mir prinzipiell an. Ich war nicht enttäuscht, er war überragend gut. Eine schöne Beobachtung: Der Film hat eine auffällige Pulloverdramaturgie. Der Täter trägt einen Nerdpullover mit Mustern wie Schaltkreise, er kriecht auch immer mal rein. Ein zerrupfter Polizist hat einen Random-Maschen-Pullover, ein Polizist, der mit Impulsivität den Erfolg gefährdet, trägt einen pinken Farbblock auf der Brust und als die Sache aufgeklärt ist, wechselt die erfolgreiche Kommissarin, die ihre Feuertaufe bestanden hat, vom weißen Hemd auf einen roten Pullover.
Überhaupt wird in Tatort und Polizeiruf auffällig oft Pullover getragen, vor allem von Frauen in Polizeirollen. Sie sollen keine Sex-Objekte sein? Code für „praktisch angezogen“? Ich werde das weiter beobachten.
Danach lief im Hintergrund die Sonntagabend-Talkshow. Ich hasse Talkshows. Und ich bin von dem Vorwahl-Politik-Gedöns unglaublich genervt. Ich nehme niemandem ab, daß es um etwas anderes geht, als um Pöstchen und Interessengeflechte.
Mal schauen, ob das in den nächsten Jahren wieder Kontur bekommt.
Jetzt geht es ins Bett. Morgen wird unglaublich früh aufgestanden.

Die anderen Blogposts zum Thema finden sich hier.

WMDEDGT August 2021

Frau Brüllen fragt heute wieder, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Ich stand um halb 9 auf, eigentlich war ich schon eher wach, aber ich hatte noch etwas gelesen.
Zuerst fütterte ich die Katzen und machte eine Ladung Wäsche fertig. Dann setzte ich mich zum Frühstück raus, wer weiß, wie viele schöne Tage es noch gibt.
Der Graf kam bald hinterher und wir entwarfen noch kurz eine Nachricht für jemanden. Ich ging hoch und räumte das große Schlafzimmer auf der Nordseite auf. Da hatten wir, seit das Enkelkind da war, nur abgeworfen. Außerdem bezog ich in der Mansarde das Himmelbett neu, denn das Enkelkind war mitsamt Eltern noch mal zu uns unterwegs.
Der Graf kam auch hoch und zersägte, während ich räumte, in der Lagermansarde zwei olle Regale, damit wir sie nicht am Stück runtertragen mußten.
Dann bauten wir das weiße Metallbett ab und das gestern geholte rosenholzfarbene Rattanbett auf. Erstaunlicherweise paßte es ganz gut zu den dunklen Dielen. Hinterher putzte ich es, behandelte es mit Möbelpolitur und bezog es. Ich bin gespannt, wie es sich schläft.
Das klingt flott, dauerte aber ein paar Stunden. Zum Schluss tragen wir die dazu passenden Kommoden die Treppe rauf.
Ich hing gerade Wäsche auf, als Enkelkind, Kind und Schwiegersohn ankamen. Die beiden Erwachsenen hatten ihren Urlaub damit verbracht, die Küche zu sanieren und waren völlig erschossen.
Ich begrüßte sie nur kurz, weil ich kurz darauf mit der kleinen Katze der Nachbarin (die gerade aus gesundheitlichen Gründen nicht Auto fahren darf, also die Nachbarin, nicht die Katze) zum Tierarzt fuhr. Sie bekam ihre zweite Impfung. Auch das dauerte eine Weile.
Ich war gerade zurückgekommen und wollte für uns alle Abendbrot machen, da kam angekündigter Besuch, der sich das Haus zeigen lassen wollte. Wir machten eine kurze Führung und wollten runter in den Park, weil die Sichtachse gerade so schön sonnenbeschienen war und die Kühe auf der Weide standen. Ich ging vor und trat näher an ein tief eingewühltes Loch, das aussah wie ein Kaninchenbau. Die anderen folgten mir.
Es war ein Wespennest unter der Erde, das Dachs oder Waschbär freiwühlt und geplündert hatten. Es dauerte eine Weile, bis ich realisierte, daß alles unter unseren Füßen voller wütender Wespen war. (Genau die, die sonst auf der Terrasse friedlich das Holz auf dem Tisch wegknabberten.) Ich wurde gestochen und noch jemand anders. Ich konnte nicht mal richtig wegrennen, weil die Biester in meine Holzschuhe gekrochen waren. Das war gruselig. Ich hoffe der Nesträuber kommt heute nacht wieder und vertreibt sie endgültig in den hinteren Park. Das könnte sonst fürs Enkelkind gefährlich werden.
Als wir den Besuch verabschiedet hatten und wieder ins Haus gingen, sahen wir, daß das Abendbrot schon vorbei war. Für uns war noch eingedeckt. Ich aß etwas und der Rest des Abends bestand aus in der Gegend herumschauen, weil ich so müde war. Jetzt geht es ins Bett.

Die anderen Tagesberichte sind hier.

WMDEDGT Juni 2021

Frau Brüllen fragt wieder, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Heute gibt es Telegrammstil, weil Freizeit knapp ist.
Um 7 Uhr aufgestanden, recht früh für unsere Verhältnisse.
8:30 Uhr kamen die Handwerker, die dem großen, in die Jahre gekommenen Dach eine Runde Erhaltung und Pflege spenden sollten.
Wir waren erst einmal etwas angespannt, denn sie kannten das Dach nicht, aber sie waren fix dabei und es lief gut.
Ich widmete mich in Sichtweite den Stauden, die um die kaputte Linde stehen, beziehungsweise den Pflanzen, die zuviel Platz brauchen oder dort nichts zu suchen haben. Der kriechende Beinwell ist fast verblüht und dominiert mittlerweile alles, die Bienen brauchen ihn nicht mehr und so nahm ich viel davon weg. Knopfkraut und Klebkraut zog ich auch raus und bald waren Aaronstab, Maiglöckchen, Waldmeister, Farn und Funkien wieder sichtbar. Ich überlege, ob ich die vor dem Beet stehenden sehr hohen Baldrianpflanzen nicht auch dezimiere, sie verdecken alles.
Um 12 Uhr machte ich das vorbereitete Mittagsessen warm. Es gab Gemüsesuppe mit Rinderbrühe und Pudding zum Nachtisch. Wir saßen im Garten.
Wir standen grade auf und wollten weitermachen, da kamen die Freunde von drei Dörfer weiter, die uns mit Rat und viel Tat bei solchen Bausachen zur Seite stehen. Es ging um einen kaputten Schornsteinkopf, das ist eher Routine, um das kniffelige Problem, barocken Dachzierat wieder regendicht zu bekommen, ohne gleich den Erstgeborenen verkaufen zu müssen und den Workflow für ein Reparaturkit, dessen Hauptkomponente innerhalb von 20 Minuten verarbeitet sein muß.
Damit verbrachten wir den größten Teil des Nachmittags.
Um halb 5 fuhren die Handwerker weg, ich räumte den Tisch ab und raufte weiter Pflanzen aus dem Beet. 4 Schubkarren voll waren es insgesamt.
Der Graf hatte noch in Berlin zu tun und fuhr los. Ich zog Giersch unter der Blutbuche raus, damit die Herbstanemonen zu sehen sind und fuhr zwischendurch noch ein paar Haufen Grasschnitt weg.
Um 19:30 Uhr aß ich eine Kleinigkeit und nahm Mimi zu mir auf den Schoß. Noch hält sich die Katzenallergie zurück. Das Kätzchen mochte das.
Um 20 Uhr ging ich rein, warf meine Arbeitssachen in die Waschmaschine und ging unter die Dusche.
Dann räumte ich die Küche auf und bereitete ich das Baustellen-Mittagessen für die nächsten zwei Tage vor. Morgen gibt es Buletten mit Kartoffelsalat und Montag Linseneintopf.
Gegen 21:30 Uhr hatte ich Hunger und aß noch etwas, jetzt schreibe ich diesen Blogpost, während das Hackfleisch endgültig auftaut und der Schnellkochtopf mit den Linsen abkühlt.
Nun geht es noch ein Stündchen weiter.

Die anderen Tagebucheinträge findet man hier.

WMDEDGT Mai 2021

Frau Brüllen fragt wieder, was wir am Monatsfünften getan haben.
Ich stand nicht allzu früh auf. Draußen regnete und stürmte es und hörte den ganzen Tag nicht auf.
Ich fütterte die Katzen, heizte den Ofen und frühstückte. Um 11 Uhr hupte das Bäckerauto und ich kaufte (Regenpause, Gott sei Dank) Kuchen und Brötchen und meine Wochenration Butterkekse.
Dann zog ich die Arbeitssachen an und ging ins Erdgeschoss.
Ich wollte endlich den defekten Thermostat der Bügelmaschine austauschen. Dafür wollte ich den alten erst einmal ausbauen, um zu sehen, ob ich wirklich das richtige Ersatzteil bestelle. Meistens ist das Pfennigware. Diesmal leider nicht. Die Bügelmaschine wird seit 1973 nicht mehr hergestellt und es gibt kaum noch Ersatzteile dafür. (Man kann sicher jeden Bügeleisenthermostat einbauen, dann müßten aber auch die Drehknöpfe passen oder ausgetauscht werden.)
Elektrogeräte auseinander zu bauen, ist ja immer wieder spannend. Hier wartet auch noch ein sehr schöner Miele-Staubsauger auf neue Kohlebürsten. Wenn ich denn an den Motor herankäme.
Nach einer knappen Stunde Gebastel hatte ich den Thermostat dann in der Hand. Der hatte im wahrste Sinn des Wortes einen Schlag weg. Die Bügelmaschine war so ziemlich das Erste, was wir mit dem Transporter aus einer Haushaltsauflösung aufgeladen hatten. An der ersten Ampel, an der wir bremsen mußten, krachte das schwere Teil um. Der Thermostat hat es leider nicht überlebt. Seitdem wird in anderer Reihenfolge geladen und alles festgezurrt.
Zwischendrin waren drei Pakete gekommen, unter anderem glutenfreies Brot aus Sachsen. Das ist extrem lecker, es ist nur leider immer wieder ein Lottospiel, ob das Paket, das innerhalb eines Tages auf den Weg gebracht wird, in irgendeinem Verteilzentrum hängenbleibt. Diesmal war es innerhalb von 24 Stunden da. Das letzte Mal brauchte es vier Tage.
Dann sortierte ich Geschirr und Gläser aus Kartons, die im Sommerhaus meiner Mutter standen.
Es gab am Boden des letzte Kartons noch einmal etwas sehr skurriles aus dem Nachlaß meines Großvaters. Das Ding ist aus massivem Messing gefeilt und gedreht und brüllschwer.

Es gab bei Oma auf dem Speicher noch viel mehr solcher Modelle, teilweise mit raffinierten Details und viel originalgetreuer. Für handwerklich begabte Soldaten war der Bau eines solchen Modells als Geschenk eine wunderbare Gelegenheit, dem blöden und anstrengenden Dienst zu entfliehen.
(Es gab auch eine Vase aus einer Granatenhülse, als wir den Haushalt auflösten, wollte die keiner haben, die hatte den Staus eines Schirmständers aus einem Elefantenbein.)

Abends war ich recht vergnügt, denn ich hatte Dinge erledigt, die ich Monate vor mir her geschoben hatte.
Wir holten, bevor es dunkel wurde, noch schnell Holz, es regnete und der Sturm hatte die Tür vom Holzschuppen aufgedrückt. Wir waren binnen kurzer Zeit naßgeregnet.
Zeit für die Badewanne und nach der Badewanne gab es Resteessen. Nudeln mit Tomatensauce.

Ich setzte mich mit meinem Strickpullover vor den Fernseher, aber der Regen auf der Satellitenschüssel machte den Empfang fast unmöglich.

Jetzt muß ich noch die Katzen vor die Tür setzen, die in der Fewo 1 noch ein Schläfchen machen (nachdem sie den ganzen Tag im Katzenhaus geschlafen hatten), dann geht es ins Bett.

Die Beiträge der anderen sind hier zu lesen.