WMDEDGT August 2022

Auch heute fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Ich bin heute nicht ganz so ausführlich, weil sich der Tag zwischen krank sein und Belege für die Steuer organisieren bewegte. Also nichts ernsthaft beschreibenswertes.

Der Test ist immer noch positiv. Es geht nicht besser als gestern, ich würde sogar denken, in Wellen immer mal etwas schlechter, irgendwas zieht noch durch den Körper. Nicht schön, das drückt auf die Stimmung.
Heute hat es endlich länger geregnet und es ist sehr viel kühler. Selbst die Katzen mochten es.
Ansonsten habe ich Belege gebucht, sortiert und gescannt und ein Ende ist sichtbar.
Nicht empfehlenswert: Die Scanner App von Dropbox. Unglaublich schlechte Qualität der scans, mit der gleichen Handy-Kamera gemachte Scans mit Scanner PRO sind Klassen besser. Die letztere App bringt nur mein Telefon nach gut 20 Scans an die Leistungsgrenze. Da muß irgendein Speicher volllaufen.

Oh habe mich sehr gefreut, daß der alte Internet-Flausch noch immer da ist, auch wenn das Netz nur noch voller brüllender Empörer und Schienbeintreter zu sein scheint.
Das Service wird irgendwie bald per Anhalter fahren.

Fun Fact: Ich muß aufpassen, daß ich nichts Verdorbenes esse, so wenig wie ich schmecke und rieche.

Alle anderen haben bestimmt besseres zu berichten und das findet man hier.

WMDEDGT Mai 2022

Am Monatsfünften fragt Frau Brüllen wie immer, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Eigentlich war es ein Tag zum früh aufstehen. Um Acht Uhr klingelte das Telefon des Grafen zweimal hintereinander. Da wir seltenst telefonieren oder angerufen werden, waren wir beide sehr wach.
Dann haben wir uns doch noch vertändelt, statt aufzustehen.
Ich machte erst den Katzen und dann mir Frühstück und wartete auf das Bäckerauto, denn Bot und Brötchen waren alle. In der Zwischenzeit nahm ich die Winterverpackung von den Rosenkübeln und trug die gelben Säcke an die Straße.
Etwas nach 11 Uhr hupte das Bäckerauto, ich kaufte Brot, Brötchen und Kuchen.
Ein kurzes Frühstück, dann ging ich nach draußen.
Erst sammelte ich mit Mimi-Assistenz Kleinholz im Park.
Die Nase sieht seit der Prügelei letzte Woche so aus. Das ist verkrustetes Blut. Ich darf nicht mit einem Lappen dran, da faucht und kratzt sie, der Kater leckt ihr nicht mehr wie früher das Gesicht ab und sie selbst schafft es mit der Pfote wohl nicht.
Dann versuchte ich, die Motorsense in Gang zu bringen, leider vergeblich (hoffentlich ist sie nicht kaputt), also nahm ich die Sense und mähte eine Stelle, an die eine Holzmiete kommen soll.
Einige Stunden spaltete ich Holz. Der Graf hatte schon vorgearbeitet und so mußte ich nicht schwer heben. Er sägte heute den ganzen Tag.
Nachmittags gab es Kaffee und Kuchen.
Nach einer Pause ging ich nach oben und kratzte Tapete von der Decke.
Um halb sieben machte ich unten weiter und stapelte das gespaltene Holz auf. Als ich fertig war, räumte ich die Geräte zusammen.
(Es ist gerade die Rush Hour des Jahres, das ist nicht immer so viel.)
Dann saßen wir noch auf der Terrasse, bis uns kalt war. Die Katzen jagten sich wieder durch den Graben. Das sollten sie auch noch genießen, morgen wird er zugeschüttet. Die kleinen Raben im Nest weiter hinten auf dem Hügel machten ein furchtbares Geschrei und auch die Kühe hatten sich viel zu erzählen. Die Blutbuche hat schon fast ein vollständiges Blätterdach und machte rotes Abendlicht.
Die Katzen bekamen ihre Abendportion und dann gingen wir ins Haus.
Ich brachte dem Grafen, der sich in der Badewanne erholte, eine Pizza und ging unter die Dusche.
Dann aß ich den Rest vom Gemüsecurry. Das war ziemlich viel, aber ich war hungrig.
Der Rest des Abends verging mit Stricken und Fernsehen. Ich bin heute sehr müde.

Die anderen Blogposts finden sich hier.

WMDEDGT April 2022

Wie immer am Monatsfünften fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Heute begann der Tag mit Weckerklingeln, wir waren am Vormittag verabredet.
Ich machte mir Frühstück und legte die Aufbackbrötchen des Grafen in ein kleines Öfchen, das wir ob seiner Form „Katzensarg“ nennen.
Es wurde dann doch später Vormittag, als wir nach Tribsees fuhren. Die Freundin von drei Dörfer weiter hatte in der Kirche zu tun und wir hatten damit Gelegenheit, auf den Turm zu steigen.

Ich war noch nie in dieser großen Kirche, die da auf dem Hügel schmucklos, trutzig und wie eingerammt steht, ich wußte nur, daß sie ziemlich alt ist. Gleich beim Eintreten war ich hin und weg. Sie hat einen wunderschönen Altar.

(Das ist nur ein Detail. Das Leitmotiv ist die eucharistische Mühle. Das Wort Gottes wird gemahlen und zum Jesuskind.)
Gut, wenn die Freundin Kunsthistorikerin ist und sich just mit Mittelalter und dieser Gegend sehr gut auskennt. Es gab einen schönen Privatvortrag, überhaupt ist die Geschichte dieser diese Gegend hier im Bezug auf die Kirche sehr interessant.
Dann stiegen wir in den Turm, wo es noch ein mechanisches Uhrwerk gibt und sehr viele Balken und noch mehr Dachziegel.
Aus den Luken konnten wir ins Land sehen.

Über den Fluß und die Moorlandschaft.

Über die Stadt und ganz hinten, hinter dem Wald, liegt unser Dorf.
Es ging dann mit Leitern weiter in die Spitze, wo gerade gearbeitet wurde, aber das war mir nichts, ich habe doch Höhenangst.
Dann fuhren wir die Freundin noch zum Mittagessen nach Hause, tranken mit ihr und ihren Mann Tee und anschließend ging es nach Langsdorf. Dort hat die alte Softeisbude zugemacht und eine neue mit Imbiß und Fischbrötchen aufgemacht, die mußten wir testen.
Dann ging es mit Umweg über den Dorfkonsum Grammendorf (Gelbe Säcke holen, ich war die Einzige mit Maske) wieder nach Hause.
Ich räumte weiter die Mansarde aus, als es aber kramig, kleinteilig und staubig wurde, hörte ich auf, morgen ist auch noch ein Tag.
Ich heizte den Ofen im Saal, herzte draußen die Katzen, kippte einen Eimer Holzasche aus und schon war es fast dunkel.
Zeit, sich etwas mit Käse zu überbacken.
Der Graf machte Unterlagen fürs Finanzamt fertig, das zog sich bis Mitternacht. Ich strickte inzwischen und am Schluß luden wir den ganzen Schwung hoch.
Jetzt bin ich gut müde. (Müdigkeit und Frieren beherrschen grade meine Tage. Obwohl der böse Winter doch schon durch ist. Ich schraube gerade ein bißchen an der Schilddrüseneinstellung, damit ich nicht drüber gerate, das war vielleicht doch nicht nötig.)
Jetzt geht es noch unter die Dusche und dann ins vorgewärmte Bett.

Die anderen Tagesbeschreibungen finden sich hier.

WMDEDGT März 2022

Frau Brüllen fragt, was wir am Monatsfünften den ganzen Tag gemacht haben und ich konnte es gestern Abend schon gar nicht mehr zusammen bringen. Nicht, weil es so viel, sondern weil es so kleinteilig war.
Der Tag bestand aus Putzen und Räumen und vor allem aus Nachdenken und Diskutieren unter Vermeidung von Kriegspropaganda*. Es geht um Holzlogistik und Heizungseffizienz und darum, wann der richtige Zeitpunkt ist, Mutter aus der zu großen, zu kalten Wohnung mit Gasetagenheizung in eine kleinere umzutopfen. Angedacht und angesprochen ist es schon lange, sie heizt manchmal sogar an kalten Tagen im August, aber es schien immer noch lange hin zu sein bis zu dem Moment.
Der abendliche Eskapismus (während der Graf noch auf einer langen Besorgungsfahrt war) war Backfernsehen und ein Strickmuster testen fürs Enkelkind. Sie will ein Stirnband „Rot! Und mit Gold!“

Die anderen, die sicher sortierter aufgeschrieben haben, sind wie immer hier zu lesen.

*Ich kann Russisch lesen und zumindest noch rudimentär verstehen, den ukrainischen Mischdialekt auch irgendwie. Das hilft mir, kommentierte Retweets von kyrillischen Statements auf Konsistenz zu prüfen. Steht in dem Text wirklich das, was der (deutsch schreibende) Mensch, der das in die Welt sendet, behauptet. Überraschung: Nicht immer. Das war dann der Moment, in dem ich so etwas noch radikaler ausgeblendet habe.