WMDEDGT Juni 2021

Frau Brüllen fragt wieder, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Heute gibt es Telegrammstil, weil Freizeit knapp ist.
Um 7 Uhr aufgestanden, recht früh für unsere Verhältnisse.
8:30 Uhr kamen die Handwerker, die dem großen, in die Jahre gekommenen Dach eine Runde Erhaltung und Pflege spenden sollten.
Wir waren erst einmal etwas angespannt, denn sie kannten das Dach nicht, aber sie waren fix dabei und es lief gut.
Ich widmete mich in Sichtweite den Stauden, die um die kaputte Linde stehen, beziehungsweise den Pflanzen, die zuviel Platz brauchen oder dort nichts zu suchen haben. Der kriechende Beinwell ist fast verblüht und dominiert mittlerweile alles, die Bienen brauchen ihn nicht mehr und so nahm ich viel davon weg. Knopfkraut und Klebkraut zog ich auch raus und bald waren Aaronstab, Maiglöckchen, Waldmeister, Farn und Funkien wieder sichtbar. Ich überlege, ob ich die vor dem Beet stehenden sehr hohen Baldrianpflanzen nicht auch dezimiere, sie verdecken alles.
Um 12 Uhr machte ich das vorbereitete Mittagsessen warm. Es gab Gemüsesuppe mit Rinderbrühe und Pudding zum Nachtisch. Wir saßen im Garten.
Wir standen grade auf und wollten weitermachen, da kamen die Freunde von drei Dörfer weiter, die uns mit Rat und viel Tat bei solchen Bausachen zur Seite stehen. Es ging um einen kaputten Schornsteinkopf, das ist eher Routine, um das kniffelige Problem, barocken Dachzierat wieder regendicht zu bekommen, ohne gleich den Erstgeborenen verkaufen zu müssen und den Workflow für ein Reparaturkit, dessen Hauptkomponente innerhalb von 20 Minuten verarbeitet sein muß.
Damit verbrachten wir den größten Teil des Nachmittags.
Um halb 5 fuhren die Handwerker weg, ich räumte den Tisch ab und raufte weiter Pflanzen aus dem Beet. 4 Schubkarren voll waren es insgesamt.
Der Graf hatte noch in Berlin zu tun und fuhr los. Ich zog Giersch unter der Blutbuche raus, damit die Herbstanemonen zu sehen sind und fuhr zwischendurch noch ein paar Haufen Grasschnitt weg.
Um 19:30 Uhr aß ich eine Kleinigkeit und nahm Mimi zu mir auf den Schoß. Noch hält sich die Katzenallergie zurück. Das Kätzchen mochte das.
Um 20 Uhr ging ich rein, warf meine Arbeitssachen in die Waschmaschine und ging unter die Dusche.
Dann räumte ich die Küche auf und bereitete ich das Baustellen-Mittagessen für die nächsten zwei Tage vor. Morgen gibt es Buletten mit Kartoffelsalat und Montag Linseneintopf.
Gegen 21:30 Uhr hatte ich Hunger und aß noch etwas, jetzt schreibe ich diesen Blogpost, während das Hackfleisch endgültig auftaut und der Schnellkochtopf mit den Linsen abkühlt.
Nun geht es noch ein Stündchen weiter.

Die anderen Tagebucheinträge findet man hier.

WMDEDGT Mai 2021

Frau Brüllen fragt wieder, was wir am Monatsfünften getan haben.
Ich stand nicht allzu früh auf. Draußen regnete und stürmte es und hörte den ganzen Tag nicht auf.
Ich fütterte die Katzen, heizte den Ofen und frühstückte. Um 11 Uhr hupte das Bäckerauto und ich kaufte (Regenpause, Gott sei Dank) Kuchen und Brötchen und meine Wochenration Butterkekse.
Dann zog ich die Arbeitssachen an und ging ins Erdgeschoss.
Ich wollte endlich den defekten Thermostat der Bügelmaschine austauschen. Dafür wollte ich den alten erst einmal ausbauen, um zu sehen, ob ich wirklich das richtige Ersatzteil bestelle. Meistens ist das Pfennigware. Diesmal leider nicht. Die Bügelmaschine wird seit 1973 nicht mehr hergestellt und es gibt kaum noch Ersatzteile dafür. (Man kann sicher jeden Bügeleisenthermostat einbauen, dann müßten aber auch die Drehknöpfe passen oder ausgetauscht werden.)
Elektrogeräte auseinander zu bauen, ist ja immer wieder spannend. Hier wartet auch noch ein sehr schöner Miele-Staubsauger auf neue Kohlebürsten. Wenn ich denn an den Motor herankäme.
Nach einer knappen Stunde Gebastel hatte ich den Thermostat dann in der Hand. Der hatte im wahrste Sinn des Wortes einen Schlag weg. Die Bügelmaschine war so ziemlich das Erste, was wir mit dem Transporter aus einer Haushaltsauflösung aufgeladen hatten. An der ersten Ampel, an der wir bremsen mußten, krachte das schwere Teil um. Der Thermostat hat es leider nicht überlebt. Seitdem wird in anderer Reihenfolge geladen und alles festgezurrt.
Zwischendrin waren drei Pakete gekommen, unter anderem glutenfreies Brot aus Sachsen. Das ist extrem lecker, es ist nur leider immer wieder ein Lottospiel, ob das Paket, das innerhalb eines Tages auf den Weg gebracht wird, in irgendeinem Verteilzentrum hängenbleibt. Diesmal war es innerhalb von 24 Stunden da. Das letzte Mal brauchte es vier Tage.
Dann sortierte ich Geschirr und Gläser aus Kartons, die im Sommerhaus meiner Mutter standen.
Es gab am Boden des letzte Kartons noch einmal etwas sehr skurriles aus dem Nachlaß meines Großvaters. Das Ding ist aus massivem Messing gefeilt und gedreht und brüllschwer.

Es gab bei Oma auf dem Speicher noch viel mehr solcher Modelle, teilweise mit raffinierten Details und viel originalgetreuer. Für handwerklich begabte Soldaten war der Bau eines solchen Modells als Geschenk eine wunderbare Gelegenheit, dem blöden und anstrengenden Dienst zu entfliehen.
(Es gab auch eine Vase aus einer Granatenhülse, als wir den Haushalt auflösten, wollte die keiner haben, die hatte den Staus eines Schirmständers aus einem Elefantenbein.)

Abends war ich recht vergnügt, denn ich hatte Dinge erledigt, die ich Monate vor mir her geschoben hatte.
Wir holten, bevor es dunkel wurde, noch schnell Holz, es regnete und der Sturm hatte die Tür vom Holzschuppen aufgedrückt. Wir waren binnen kurzer Zeit naßgeregnet.
Zeit für die Badewanne und nach der Badewanne gab es Resteessen. Nudeln mit Tomatensauce.

Ich setzte mich mit meinem Strickpullover vor den Fernseher, aber der Regen auf der Satellitenschüssel machte den Empfang fast unmöglich.

Jetzt muß ich noch die Katzen vor die Tür setzen, die in der Fewo 1 noch ein Schläfchen machen (nachdem sie den ganzen Tag im Katzenhaus geschlafen hatten), dann geht es ins Bett.

Die Beiträge der anderen sind hier zu lesen.

WMDEDGT März 2021

Das wird heute nur Telegrammstil, ich bin ungeheuer müde.

Früh von strahlendem Sonnenschein wach geworden. Aufgestanden, die Katzen gefüttert und angeheizt.
Gefrühstückt und etwas im Internet rumgelesen. Über das Berlin-Drama, das derzeit mal wieder eskaliert, geärgert.
Eine Dankesmail an das Maklerbüro geschrieben, das den Verkauf von Mutters Sommerhäuschen unterstützt hat. War alles gut, der Preis, der erlöst wurde, wie auch die Betreuung.
(Werbung geht heute nicht, die kommt morgen.)
Mit dem Grafen nach drei Dörfer weiter gefahren. Dort bekamen wir von den Freunden ein großes Katapult geliehen, mit dem wir ein Seil in einen hohen Baum im Park schießen können. Da liegt in ca. 8m Höhe ein riesiger toter Ast auf anderen Ästen und fällt wahrscheinlich erst herunter, wenn genug Leute drunter stehen. Das wollen wir vermeiden. Sonst werden mit dem Katapult Seile über hohe Kirchendächer geschossen.
Noch zusammen einen Kaffee getrunken, etwas geredet und die Baustelle im Erdgeschoss angeschaut, die bald zu zwei Wohnungen wird.
In Richtung Stralsund weitergefahren, dort die Motorsäge von dem Händler prüfen lassen, der sie uns verkauft hat. Natürlich sprang sie sofort an. Vorführeffekt und/oder eine Frage der Passung von Maschine und Bediener. (Nächstes Mal Stihl.)
Zurück gefahren, die Katzen geknuddelt und ihnen einen Nachmittagssnack gegeben. Selbst etwas gegessen.
Drei Körbe Holz gespalten und ins Haus gebracht. Eine Runde spazieren gegangen (sehr sonnig, aber eiskalter Wind). Bei der Nachbarin vorbeigegangen und gefragt, wie es ihrem Mann geht, der bei Glatteis gestürzt war und sich was gebrochen hatte. Alles gut, er kommt morgen aus dem Krankenhaus. Bei einem 80jährigen muß man sich schon Sorgen machen.
Weiterspaziert. Der wilde Schnittlauch sprießt schon. Am Fluß etwas durchgeatmet.
Zurück gegangen, den Ofen geheizt und nichts mehr getan, außer über das Berlin-Drama zu sprechen.
In die Badewanne gegangen und dort mit der Freundin telefoniert, die das Problem hat, daß sie eine Unterstützerin eines Projektes zu nah an sich herangelassen hat und diese nun alles dominiert. Dazu sind auch schon schlecht auflösbare Abhängigkeiten und Dankesverpflichtungen entstanden.
Käsebrot gegessen, die Katzen gefüttert und zur Nachtschicht geschickt. (Wunderbarer Sternenhimmel.)
Über das Berlin-Drama gesprochen und irgendwann lief mir der Arbeitsspeicher über.
Jetzt unbedingt Bett. Die Heizdecke ist schon warm.

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WMDEDGT Januar 2021

Frau Brüllen fragt wie immer am Monatsfünften, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Heute standen wir im Dunkeln auf. Das machen wir selten. Es hatte sich jemand für 8 Uhr morgens angesagt, dessen Firma eine Steckdose neben die zwei grauen Kästchen anbauen wird, in denen der Lichtwellenleiter endet. Damit irgendwann da mal Internet rauskommt. Herrgott noch mal, wann endlich?
Dann frühstückten wir und auch die Katzen erst einmal Und heizten den Ofen. Dazu schauten wir, wie derzeit die Preise für DSL-Anschlüsse sind. Dabei stießen wir auf das Wort Rückfalloption, das nach meinem Verständnis heißt, wenn die Telekom die vertraglich garantierte Bandbreite nicht liefern kann, dann liefern sie halt weniger, aber der Vertrag gilt trotzdem. (Mit Rücktrittsmöglichkeit? Das ist mir noch nicht ganz klar.)
Ich machte weiter mit Büro und Papierkrieg. Jahresmeldungen diverser Art, eine Steueranmeldung. Außerdem verschickte ich ein Fax und telefonierte mit einem Amtsgericht. Weiter ging es mit sms und Mails.
Ich halte im Januar ein Seminar an einer Hochschule. Online natürlich. Ich muß mich darauf vorbereiten. Vor allem muß ich mich an einen Ort begeben, der Internet hat. Ich habe mir einen schicken Coworkingspace gesucht, hier geht es nicht.
Mittags harkte ich eine Stunde Laub mit Katzenassistenz, bis ich so kalte Finger hatte, daß ich wieder reinging. Auch die zwei Flauschis waren vom kalten Wind gut durchgepustet. Vorher holten wir noch Holz rein.
Dann wurde es auch schon wieder dunkel, wobei es eigentlich heute nie richtig hell geworden war.
Ich taute neben dem Ofen auf und wir überlegten, was wir essen. Die Wahl fiel auf Kürbis, Hack und Nudeln, ich fügte noch Mangold aus eigener Ernte hinzu, den ich eingefroren hatte und das Ganze wurde ein Auflauf.
Ich baute ihn in der Küche zusammen und schob ihn in der Ostwohnung in den Ofen. Während wir warteten, daß er fertig wird, schlief der Graf im Sessel neben dem Ofen ein und ich konnte ihn nicht wecken, als das Essen fertig war.
Ich begann allein zu essen, weil ich großen Hunger hatte. Nach einer Stunde wachte der Graf auf und bekam ebenfalls eine Portion.
Dann ging ich in die Badewanne und wusch mir die Haare. Das ist bei meiner Haarlänge immer eine ziemliche Aktion. Nach dem Baden strickte ich, trocknete mir die Haare und sah mir in den Nachrichten an, was demnächst auf uns zukommt, wenn bis zum 31. Januar alles dicht bleibt. (Ist ja nicht so unser Problem, wir arbeiten im Haus vor uns hin. Blöd wäre es, wenn ich keinen Zugang zu schnellem Internet hätte, wenn ich das Seminar halten muß. „Ich wohne und arbeite auf einem Dorf und komme nicht an schnelles Internet“ kommt an einer Berliner Hochschule bestimmt nicht gut an. Als ich vor einem Dreivierteljahr sagte, ein Online-Seminar sei kein Problem, ging ich noch davon aus, daß wir bis dahin längst angeschlossen sind. Damals war von August/September die Rede.)
Ich strickte noch etwas und der Fernseher redete vor sich hin, parallel chattete ich zum Thema Katzenfutter.
Jetzt ist es schon wieder nach Mitternacht, höchste Zeit fürs Bett. Vielleicht schneit es ja noch.

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