Morgens ein Besuch beim Doc, er ist recht zufrieden mit mir. Dann der zweite Gang zum Friseur. Ich hatte völlig vergessen, daß das Strähnen bei diesem speziellen Spezialfriseur eine Wissenschaft ist.
Zwanzig Minuten Vorbereitung und Vorbesprechung und dann bastelte die junge Dame ewig mit einzelnen Haaren von mir, Folien und zwei Farbtöpfen herum. Wer solche Fummelarbeit nicht mag, schmeißt das Zubehör wahrscheinlich nach kurzer Zeit an die Wand. Wobei sich das Ergebnis nach vier Stunden sehen lassen kann: Mattes, sanftes Blond, aber nicht blond gefärbt. Das sieht schon sehr edel aus und ist das Geld auch wert. Man darf nur nicht ungeduldig sein und Hummeln im Hintern haben.
Gegen Nachmittag war dann auch das Virus mit mienem Körper fertig und mir ging es langsam besser. Aber zur Sicherheit ging ich noch einmal früh schlafen.
2.11.10
Ich wachte viel zu spät auf, hatte über 12 Stunden geschlafen und als ich ins Bad schlich, dachte ich mir: Oh, da hat dich wohl einer über Nacht deinen Akku leergemacht und dich mit Sand gefüllt. Kein Husten, kein Schnupfen, keine Halsschmerzen, sondern so ein fieses K.O.-Virus, das meistens nicht länger als 24 Stunden bleibt, aber sich dann gut austobt.
Also machte ich gaaanz langsam und setzte als einzigen Programmpunkt Putz-Entspannung an. Die Wohnung am Zionskirchplatz ist 140 Jahre alt und nicht luxussaniert, wie sonst für die Gegend üblich. Die Dielen haben große Ritzen und mein größter Spaß ist es, sie mit dem auf Volldampf gestellten Staubsauger auszusaugen. Der Dreck arbeitet sich die Woche über wieder von ganz allein nach oben, das ist ein Phänomen. Danach eine Runde mit dem Leifheit-Wischsystem (ein Muß! hat mir übrigens ein Mann nahegebracht) und noch die chemische Keule für Bad und Küche und gut ists.
Danach fiel ich ins Bett und träumte haarsträubenden Blödsinn.
Wieder aufgewacht fand ich übrigens eine Mail des Telekom-Hilft-Teams von Facebook vor. Ob ich ihnen die falsche Kundennummer gegeben hätte, mir der kämen sie nicht weiter. Sollte darin schon das Problem liegen? Denn auch schon im Callcenter meinten sie sofort: „Nee, kann nicht sein, daß eine Kundennummer mit 49 beginnt.“ Beginnt sie aber doch. Und dann wunderten sie sich immer sehr, wie so etwas sein kann. Ich stelle mir gerade diverse Instanzen vor und jedesmal ein Hans-Dieter im karierten Hemd, der den Auftrag auf den Stapel zurücklegt, zusammen mit den Worten: „Nee, es gibt keine Kundennummer, die mit 49 anfängt.“
1.11.11
Ein großer Tag: Erster Friseurtermin nach 8 Monaten. Und diesmal bei meinem Stammfriseur, der eigentlich aus dem finanziellen Raster gefallen ist.
Erste Pleite: Die Rezeption hat einen Tremin für Färbung, nicht für Strähnen vergeben. Was heißt, das das heute schon mal flachfällt. Ich will den Termin ganz verschieben, das geht aber auch nicht, da (angeblich) Blöcke für Coloristin und Stylist nicht zusammen frei sind. Also trabe ich noch 1 1/2 Stunden über den Kudamm bis der Haarschneider Zeit hat. Die Farbe gibt es dann zwei Tage später.
Die aktuelle Wintermode in den Läden mit in Schichten getragenen Blümchenröcken, Strickwesten, Pelzfummeln und dicken Stiefeln ist ja praktisch und sieht an jungen, schlanken Mädchen auch gut aus. Ich durfte aber bereits erste Exemplare mit breiten Hüften und dicken Waden zur Kenntnis nehmen, die damit einfach nur wie brandenburgische Bauerntrampel aussahen.
Als der Stylist – der klassische schwule Jüngling – an meinen Haarspitzen schnippelt und ich laut meine Freude kundtue, daß ich nun seit 25 Jahren wieder lange Haare habe, kommt von ihm der Spruch: „Jaja, hier gibt es einige ältere Frauen mit langen Haaren und blond noch dazu, die haben den Schuß einfach nicht gehört.“ Da könnte ich mich jetzt zwar furchtbar aufregen, aber Herrgott! Der Laden hat das Problem, ich komme ein- bis zweimal im Jahr und nicht mehr monatlich…
Es ist mir natürlich bewußt, daß man mit 45+ dringend auf die freche, frische und praktische Kurzhaarfrisur umsteigen sollte. Alles andere geht ja garnicht.
Es gibt in Sachen Telekom eine Neuigkeit zu vermelden. Die Auftragsbestätigung ist da. Mit Ausführungstermin 19. Oktober. Welchen Tag haben wir heute? …richtig!
Nun bestünde die Möglichkeit, den Laden in Verzug zu setzen. Nur mit welcher Konsequenz? Vertragsstornierung? Der alte Vertrag ist 10€ monatlich teurer. Fristlose Kündigung? Damit wären 10 Firmennummern im Nirvana verschwunden. Auf die Telekom-hilft-Aktion bei Facebook ist erwartungsgemäß nichts passiert.
Und über Twitter höre ich, daß Holgi ähnliche Probleme hat und einige andere auch… Wie wäre es denn mal mit einer Radiosendung „eure schönsten Telekom-Geschichten“?
Und für das allgemeine Amüsemang gibt es heute mal was zu lesen:
Bevor die nächste Natscha Kampusch im Keller verschwindet, versichert man sich heute besser im Elitepartner-Forum der gesellschaftlichen Kompatibilität von Verbindungen mit sehr jungen Mädchen.
31.10.11
Ein ganz langsamer Arbeitstag. Pixel schubsen, die Telekom nerven…
– Überhaupt die Telekom. Ich habs ja schon gestern geschrieben. Es ist spooky. Der Herr im Callcenter empfahl mir als letzten Ausweg die Facebookseite „Telekom hilft“. Dort postete ich eine Kurzschilderung, verlinkte den Blogeintrag und zwei Stunden später wurde ich gebeten, die Kundennummer zu mailen, damit man sich der Sache annehmen könnte. Bisher ist nichts passiert. Aber die Aktion ist cool. Man macht öffentlich, daß man sich kümmert.
Abends machte ich mich an die Verfertigung von Soulfood: Kartoffelbrei, Erbschen und Möhrchen fein und – auf Wunsch eines einzelnen Herrn – Putenschnitzel, da weißes Fleisch gesünder sei. Wobei ich auch zu faul war, Buletten zu schmieden. Danach, in der zweiten Schicht, wäre ich fast mit dem Kopf auf die Tischplatte geknallt. Deutsches Essen macht müde.
Trotzdem bosselten wir bis ein Uhr nachts an unseren Netzprodukten.
Es gibt in der Hinsicht Untiefen. Schaltet der Graf die Glotze an, muß er mich ertragen, wie ich über die handwerkliche Qualität des Fernsehprogamms nöle und ihn frage, was er sich da für einen Dreck reinzieht. (Für mich gülden ja ohnehin nur neuseeländisch Independent-Filme mit Maori-Laienbesetzung…) Außerdem muß er sich von mir erklären lassen, wie alles in Echtheit aussieht und was an vermeintlich dokumentarischem inszeniert ist.
Sitze ich vor meiner Homepage, die mittlwerweile dringend erneuert werden muß, weil hochgradig peinlich, zieht der Graf vom Leder. Lacht sich über meine haltlos auf dem Bildschirm herumschwimmenden Weißraumseen tot und schüttelt den Kopf über mein Bedürfnis, bilderlos zu bleiben.
Tja, zwei Spezialisten.