17.05. 2021

Am Vormittag ging es mir noch blöd, danach wurde es besser.
Die derzeitigen Tage sind wie das Wetter. Zerfisselt, instabil und mit viel Unerwünschtem.
Bis zum Mittag dominierte das Berlin-Drama die Aufmerksamkeit.
Dann ging ich raus in die Sonne und der Graf folgte. Er warf den Rasenmäher an, ich harkte Gras und sammelte es auf. An den Stellen, wo der Graf mit Mähen begonnen hatte, ist es schon fast 10cm nachgewachsen, dank dem feuchtwarmen Wetter.
Als ich Wäsche aufhängen wollte, schaute ich lieber vorher auf den Regenradar und nahm dann doch den Wäschetrockner in der Ostwohnung statt der Wäscheleine. Zweimal mußten wir vor einem Regenguß fliehen.
Um sechs Uhr abends hörte ich, der Stimme der Vernunft gehorchend, auf. Ich ging unter die Dusche, machte Essen und schlief eine Stunde im Sessel.
Dann fütterte ich die Katzen, die von tief aus dem Park gerannt kamen, und sagte ihnen, sie sollten sich morgen keine Sorgen machen, wenn das Frühstück später kommt.
Dann stiegen wir ins Auto und fuhren durch gewaltige abendglühende Wolken nach Berlin. Da gibt es morgen einen Termin, bei dem sollten wir besser dabei sein, hatten wir am Vormittag beschlossen. Leider durfte ich Axtilein, meine kleine Universalaxt, nicht mitnehmen. Schade eigentlich.

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16.05. 2021

Über Nacht arbeitete es dann doch in mir, ich wachte schlapp und leicht fiebrig auf, das ging auch den ganzen Tag nicht weg. Aber es gibt Schlimmeres.
Wir fuhren ins Oderkaff und besuchten meine Mutter. Statt zu kochen bestellten wir Essen und plauderten.
Dann fuhren wir über Polen zurück nach Norden. Mit ab und zu Platzregengüssen, Hagel, dabei strahlendem Sonnenschein und Regenbögen.
Shawn redet mal wieder nicht mit mir, aber ansonsten war alles ok.
Abends sah ich mir den Tatort an und war sehr angetan. Im klassischen Tatort wird durch deutsche Beamte mit der Aufklärung eines Mordes innerhalb einer fest definierten Sendezeit Recht und Ordnung wieder hergestellt. (Damit die Beamten dem Zuschauer näher sind, haben sie meist mannigfache Probleme.)
Die heutige Folge war ein Schauspielerfilm, lakonisch und doch hochdramatisch. Und sie hinterließ nur Verlierer. Die Kommissarin, die ihren Liebhaber so schnell los war wie sie ihn fand, der Lehrer, dessen Ruf auf ewig ruiniert war und der Jugendliche, der die nächsten Jahre in der Klapse zubringen würde, obwohl er nur helfen wollte, über allem schwebend: Es war Zufall. Ein Aneinanderreiben von biografischen Schollen, ein paar Brüche und Gebrösel als Ergebnis.
Gute Geschichte, aber nicht tröstlich.
Auffälliges, sich häufendes Klischee: Das glücklose Yuppie-Paar, getroffen von irgendwelchen Schicksalsschlägen, das ein repräsentatives kastenförmiges Moderne-Haus bewohnt. Hier wieder mal mit Sichtbeton.

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15.05. 2021

So langsam häuft es sich, daß wir ausgerechnet an Tagen unterwegs sind, die dann doch nicht so trübe und kalt sind, wie die Wetter-App sie ankündigt.
Heute morgen rafften wir Sachen zusammen, gossen die Rosen und ich brachte Katzenfutter zu Nachbarin, dann stiegen wir ins Auto.
(Kleiner Exkurs: Natürlich merken Katzen, wenn die Fürsorgeverpflichtete irgendwas mit Mobilität plant. Mimi unterhält sich mit mir sonst meist mit leisem Gurren, heute morgen kam ein empörtes Mi! aus der Katze.
Überhaupt Katzensprache. Unsere sind ja eher still. Aber es gibt das „Der Kater ist unterwegs, mir ist langweilig, was machen wir beide jetzt?“-Gurren, das empörte Mi! wenn etwas nicht so läuft wie erwartet und das mitleiderregende Fiepen, das meint „Was läufst du draußen rum, es ist kalt, ich will rein!“ Der Kater hat ein „Mimi die kleine Nervbratze ist nicht da, kraulst du mir den Bauch?“-Mrrrau! Und ein alarmierendes leises, aber durchdringendes Miau!, wenn etwas im Argen liegt, ich Mimi versehentlich eingesperrt habe oder ein schwererer Futternotstand herrscht.)
Wir fuhren nach Berlin und kamen mit so gutem Zeitpuffer im Impfzentrum in Tegel an, daß sogar noch Zeit war, sich gemeinsam ein bißchen mit dem Berlin-Drama zu beschäftigen.
Dann wurde ich mit Unmengen anderer Menschen in Richtung Impfung geschleust. Und ja, auch bei mir gab es danach den kleinen mentalen Rutscher, daß für mich jetzt der Anfang vom Ende dieser irren Zeit begonnen hat. (Hoffentlich!)
Wir fuhren ins Wolkenkuckucksheim, waren müde und hatten Hunger. Da ich schon seit Monaten großen Appetit auf Döner hatte, aber den Imbißbuden im Norden nicht traue (in der nächstgelegenen Stadt hatte ich mal einen Dönerteller, das war eher geraspelte Hornhaut auf Salat), wollte ich heute die Gelegenheit wahrnehmen. Wir orderten eine Lieferung und es war sehr sehr gut. Dann schliefen wir drei Stunden. Der Graf hatte vor Berlin-Drama-Ärger in der Nacht zuvor nicht viel Schlaf gefunden und mich hatte die Impfung scheinbar müde gemacht. Sonst merke ich überhaupt nichts.
Dann stand ich auf, strickte etwas, aber jetzt ist auch wieder Schlafenszeit.
Morgen geht es mit Zwischenstopp bei Muttern zurück.

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14.05. 2021

Trübe und dunstig, es war viel feines Wasser in der Luft, aber es war nicht kalt.
Wie erwartet, heute war ich wieder fit. Vormittags harkte ich Gras. Die Katzen assistierten.
Dann fuhren wir nach Rostock und schauten einen Schrank an. Auf einen Abstecher in den Gartenmarkt verzichteten wir, auch wenn ich noch ein paar Gemüsepflanzen und Blumentöpfe brauchte, schon auf dem übervollen Parkplatz standen Menschentrauben.
Nachdem wir zurückgekehrt waren, harkte ich weiter und versah die Hortensie im Barockpott mit neuer Erde.
Den Grafen erreichte derweil eine neue Szene aus dem Berlin-Drama. Nichts, was man braucht.
Ich kochte und nach dem Essen saß ich strickend vor dem Fernseher.

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