Austrudeln

Gestern gab es noch einen Nachklapp. Ein Treffen mit Frau Fragmente und der Besuch der Geburtstagsfeier eines Ex-Bloggers.
Ich bin immer noch etwas platt. Sozialising ist ja nicht so meine Sportart. Kinners, deshalb geht es hier erst morgen weiter.

PS. In einem weiteren Leben werde ich Maurer. Das ist wie mit Modderpampe spielen, das habe ich als Kind schon supergern gemacht. (Woran man merkt: Der Türdurchbruch ist im Endstadium angelangt.)

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Ich also jetzt auch me too

Jahrelang hab ich so ein bißchen skeptisch mitgelesen, daß sich die anderen auf einem Ding namens re:publica trafen. Vor allem blieb mir in Erinnerung, daß ix da eine Begegnung mit Analog-Käse hatte.
Jetzt war ich also auch dabei und hab den ersten Tag schon überlebt, wenn auch mit einem morgendlichen soziophobischen Anfall. („Muß ich da jetzt hin??? Da sind doch Fremde!!!“)
Aber alles war fein. Ich lernte viele Menschen kennen, die ich seit Jahren nur von der Schrift kenne und sah viele alte Bekannte.
So eine Veranstaltung ist schon witzig, weil wir alle immer noch Pioniere sind. Ausnahmsweise dürfen nicht die Alten aus dem Nähkästchen plaudern, sondern Studenten und langjährige Profis haben den gleichen Erlebnishorizont. Sagt, was ihr wollt, für mich ist das hot.

Ich wäre  noch gern mit Fragmente und Coolcat Pizza essen gegangen (bzw. Polenta, die gibts nämlich im Il due Forni), aber meine Füße gingen auf einmal auseinander wie eine Luftmatratze und ich radelte mit letzter Kraft nach Hause.

Morgen habe ich blöderweise genau zum Auftrittstermin der Frau Kaltmamsell einen unverschieblichen Arzttermin. Wie schade! Aber davor und danach bin ich wieder mittendrin.

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Der Montag, der kein Montag ist

Mental ist heute Montag, nach dem langen Wochenende mit Brückentag. Irgendwie rauscht gerade mal wieder alles Staccato vorbei.
Am Freitag ein langes Gespräch mit einer Bekannten, aus dem ich im Nachhinein erstaunt herausging. Durch die Gnade des späten Studiums sind mir viele viele ungute Ostfilzverwicklungen erspart geblieben. Die Umarmungen der Genossn, die gerade ihr Schäfchen und die SED-Millionen ins Trockene brachten und Mannschaft brauchten, hatte ich Anfang 1990 instinktiv abgelehnt. Wer weiß, vielleicht wäre ich ansonsten auch in der PR-Agentur des Mannes gelandet, dessen Vater, ein bläßlicher, sächselnder Showmaster, bis zum Anschlag in jedem Funktionärsarschloch gesteckt hatte. Der Appel fällt nicht weit vom Stamm. Papa moderierte die Galaveranstaltung zum runden Republikgeburtstag, Sohnemann organisiert das live im Fersnehen übertragene Event zu 20 Jahre Mauerfall.
Glück gehabt. Ich muß mich mit solchen Themen nicht auseinandersetzen.

Dann Hitze und Birkenpollen und am Montag der Versuch, 40kg Putzmörtel ohne Auto (ist beim TÜV) aus dem Baumarkt nach Hause zu transportieren. Der Hackenporsche wollte nach 20 Metern nicht mehr. Das per Taxi-App herbeigerufene Taxi hielt auf der anderen Seite der Ostseestr. an der falschen Hausnummer. Das sind 50m Distanz, so richtig wollte Taxi-Bodo mit dem grauen Schnauzbart nicht kapieren, warum die Fahrgäste nicht zu ihm  kommen, er aber zu den Fahrgästen gerufen wurde. Noch angepißter war der gute Mann, als er sah, daß Gepäck zu verladen war. Er stellte sich mit Bandscheibenvorfall-Gesichtsausdruck daneben und wir wuchteten die Tasche inden Kofferraum. Er schaffte es gerade mal, seine Umhängetasche aus dem Weg zu räumen. Trinkgeld konnte der sich woaanders holen.

Gestern war re:publica-Vorglühen. Die Frau Kaltmamsell, Sebastian, der Mittagesser, der Herr Beethoven und Miz Kitty trafen sich zum Frühstück in Kreuzberg, umgeben von mehreren Ringen gelangweilter Polizisten. Wohl 4 Stunden saßen wir plaudernd zusammen, dann pickte mich der Graf auf und wir gingen zu einer Finissage, die keine Vernissage hatte, weil die Bilder nur einen Tag hingen, in die Wallstreet One-Gallery. Matl Findel stellte eine Fotoserie aus, die er auf dem Eis der Rummelsburger Bucht gemacht hatte. Eine angenehme Abkühlung war das.
Der Nachmittag mutierte zum inoffiziellen S.R.A.L.-Treffen. Die Gruppe gibt es seit fast 7 Jahren nicht mehr (was man auch an der Old-School-Website sieht), der Zusammenhalt ist aber immer noch da.
Dann kam  ein Gewitter und der Graf und ich machten kurz Station im Chagall, der letzten Bastion des alten Prenzlauer Berg, und genossen den verdunstenden Regen. Auf dem Weg nach Hause dann das Kontrastprogramm La Focacceria mit von ihren blöden Nervblagen ferngesteuerten Eltern, die den ganzen Betrieb mit hysterischen Sonderwünschen unterhielten und aufhielten: „Das ist scharfe Salami! Das haben Sie uns nicht gesagt! Das ißt meine Tochter nicht!“
Kommentar des Grafen: Manchmal möchte ich Kinder-Ex ausstreuen… Full ack.
Dann noch schnell Wäsche waschen und etwas Content in  die Barnimkante-Site packen

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Sommerattacke

Der Tag heute hatte es wirklich in sich. Hier oben  herrschte morgens immer noch exquisite Kühle und reine Luft, der gelbe Nebel waberte unten. Aber kaum stand ich auf der Straße, schlugen sie beide zu. Birkenpollen und Hitze. Mit einem BMI von, ach das wollnse garnicht wissen… ist ab 25 Grad Ausnahmezustand. Kein schlechtes Zeichen, jetzt mal endlich was dagegen zu tun. Und gegen die Birkenpollen half in dieser Konzentration nicht mal mehr der schulmedizinische Hammer von vor 10 Tagen und das Brutalo-Nasenspray-Rezept lag auf meinem Schreibtisch. Argh! Was ich an Flüssigkeit in mich reinkippte, lief zur Nase wieder raus.
Wir kämpften uns durch Touristenherden an den Bahnhof Friedrichstraße. Heute war wirklich alles dabei. Bierbikes angetrieben von Menschen mit tätowiertem nacktem Oberkörper, Hüftwabbel inclusive, die üblichen westdeutschen BildungstouristInnen, weiblich, mit grauer, praktischer Kurzhaarfrisur, vollkommen paralysiert im Großstadtverkehr herumstehend, Mehrgenerationenfamilien aus Sachsen-Anhalt in praktischer Funktionskleidung, schick gekleidete Spanierinnen und Italienerinnen und eben ab und zu so gernervte, etwas eilige Ureinwohner wie wir.
Wir wollten zu einem Copyshop, um unsere Label-T-Shirts für die re:publica fertigmachen. Der Graf hatte mir gestern ungefähr drölfzigmillionen Schriften gezeigt, die jeweils dritte war es. In der Stunde im Copy-Shop entstanden kleine Wunderwerke, die uns nächste Woche die Vorstellung ersparen, ein gutes Soziophobikertool.
Dann schlenderten wir weiter Richtung Haus der Kulturen der Welt. An dieser Bar am Spreestrand lagerten die Menschen dicht an dicht. Es sah aus, wie ein Pinguinkolonie. Dazu lief Kirmes-Techno. Gleich daneben hatten junge Leute eine Botschaft. Ein Tüp rappte von Gott und hielt ein Buch in der Hand. In der Kürze der Zeit konnte ich leider nicht erkennen, ob es der Koran oder die Bibel war und aus seinen Worten ging es auch nicht hervor. Seine Groupies, ca. ein halbes Dutzend, waren übrigens durch die Bank dicke Emo-Mädchen.
Am Zollpackhof ging es dann nach einer kurzen Stärkung zurück in Richtung Mitte, wurde auch Zeit, denn meine Taschentücher wurden knapp.

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