Immer noch rekonvaleszent, ein bisschen Wäsche aufgehängt, Kürbislasagne gemacht, aber vorwiegend im Sessel gesessen und gelesen.
Am frühen Abend kam die Freundin von drei Dörfern weiter, brachte zwei kluge Menschen mit und wir erfuhren viel über das alte große Haus.
19.08. 2019
Ich muss mir immer wieder vor Augen halten, daß es wahrscheinlich die letzte Sommerwoche ist.
Langsam gestartet. Vormittags ging es mir noch nicht so doll. Ein bisschen geputzt, viel gelesen. Nachmittags an der Nähmaschine gesessen. Zu den 8 Gardinenbahnen kommen pro Bahn 9 Bindebänder. Die müssen genäht, gesäumt und befestigt werden. Fummelei vom Feinsten.
Am frühen Abend kamen Leute mit einem kleinen Bagger und zogen hinten parallel zum Haus einen Graben. Er war dazu gedacht, die Abwasserrohre zu lokalisieren. Es war kein einziges Rohr zu finden. Was heißt, daß es ein Querrohr unter der Terrasse geben könnte, das die aus dem Haus führenden Abflüsse einfängt.
An einer Stelle gab es Scherben von alten Champagnerflaschen und buntem Steingut, aber nichts sehr altes. Einen Goldschatz gab es leider nicht.
Was gut ist: Es scheint gesundheitlich wieder aufwärts zu gehen.
18.08. 2019
Ein Tag fast ohne Ereignisse.
Weitgehend im Bett und im Sessel geblieben. Gesund geschlafen. Gelesen. Die Fenster weit offen, während es draußen warm war und der Regen leise flüsterte.
Etwas weitergenäht, verärgert gemerkt, dass das Nähmaschinenöl alle ist.
Abends mit dem Grafen bis fast nach Greifswald gefahren, um zwei Nachttische zu erstehen.
17.08. 2019
Den größten Teil des Tages im Bett verbracht. Es ist nicht mehr ganz so schlimm, aber immer noch blöd. Es tut mal hier und mal da weh und ich bin k.o.
Daß ich vermindert fit bin, war auch daran zu merken, daß ich von mittags bis abends gebraucht habe, um zu realisieren, daß ich eBooks beim großen Fluß weder in der Kindle-App, noch in der A*az*n-App sondern auf der Website kaufen muß. WTF.
Ich bin nämlich entschlossen, mich einmal quer durch John le Carrés Bücher zu lesen. Ich mag sie. Leicht larmoyant, etwas zynisch, es regnet ständig und früher war alles besser, aber plötzlich gehts um was und dann ist der Antiheld wider Willen der Held.
Nachmittags war ich so gelangweilt, dass ich mich an die Nähmaschine setzte und an den 8 Vorhängen weiter machte.
Aber bald ging es wieder ins Bett. Schade eigentlich. Der Tag war trübe und leicht regnerisch, aber warm bis in die Nacht.
Die Dachrinnen halten dicht und in der Blutbuche sitzen die kleinen Käuzchen und fiepen nach essen. Als die Alten in der Dämmerung in den Park flogen, sagen sie fast ein käuzisches Lied, statt des üblichen Kiwitt-hier komm ich, damit die Jungen nachkamen.