25.8. 10

Der Morgen begann mit einem auswärtigen Frühstück. Ich traf mich mit einer Freundin, die ich lange nicht mehr gesehen hatte.
Wir führten ein schönes Frauengespräch im Café Bilderbuch.
Im Büro angekommen, setzte ich die Information, daß ich meine bisherige Tätigkeit am 30. September aufgebe, auf die Homepage, verbunden mit dem Hinweis, daß und was Neues entstehen wird.
Ich brauche manschmal ganz offizielle Initialzündungen, um mit einer verschleppten Sache (in dem Fall die Homepage) weiter zu kommen.
(Klein Kitty hat gaaanz schnell schwimmen gelernt, nachdem sie allen Kindern im Urlaubsort erzählt hatte, sie könne natürlich auch schon schwimmen.)
Dann begab ich mich zum Unternehmensberater, der mir die Ohren langzog, daß ich noch nicht weitergekommen war.
Mit langen Ohren zurückgekehrt, gingen die Bastelarbeiten weiter. Ich wollte wenigstens das Spülbecken funktionsbereit machen, denn derzeit lagere ich die schmutzigen Teller im Kühlschrank.
Ich lag zeitlich gut im Rennen, doch dann ging die Stichsäge kaputt.
Gnarf!
Ich arbeitete noch etwas am Schreibtisch, um gegen 9 Uhr in Richtung C-Burg zu fahren, auf ein Glas Weißwein, ein Leberwurstbrot und eine Wetterdokumentation auf 3Sat.
Dann trudelte ich schlafschwer in eine allzu kurze Nacht.

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23. & 24. 8. 10

Es sind gerade turbulente Tage. Ich versuche, unter Hochdruck die Küche fertigzumachen, damit im Nestchen endlich alles an Ort und Stelle ist. Aber es braucht halt seine Zeit.
Dann wollte ich noch den Wagen zur Smart Repair geben, um Geld für einige recht offenkundige Schäden zu sparen, doch wegen des exotischen Lacks winkte jeder Schrauber, den ich aufsuchte, ab.
So verbrachte ich die letzten zwei Tage entweder im Baumarkt oder in Latzhose und Kopftuch mit dem Akkuschrauber oder Bohrmaschine in der Hand.
Nebenbei waren noch einige Termine zu absolvieren: Shrink, Unternehmensberater, Seminarvorbereitung.
Mein Kopf schwirrte in den den höchsten Tönen.

Ausführlichere Berichte gibts ab morgen wieder…

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22.8. 10

Noch ein verkorkster Tag. Nach einem entspannten Dachbalkonfrühstück und ein bißchen Zeitunglesen in der Sonne fuhr ich nach Schöneberg.
Heute war Küchenarbeit dran: Endlich den Kühlschrank ans Wasser anschließen, die Türen justieren und dann die Arbeitsplatten mit drunterliegenden Regalfächern bauen.
Ersteres ging sehr schnell, zu meiner großen Freude.
Zweites war ein fürchterliches Gebastel. Es gibt ganz offenkundig keine Stellschraube und das gute Teil hat nun schon einige Jahre auf dem Buckel, die Türen hängen etwas schief und touchieren sich beim Schließen. So richtig war das nicht zu schaffen.
Drittes war ein Wettrennen gegen die Zeit. Es war Sonntag am frühen Abend und ich hatte ein paar Dutzend Holzbohrungen zu machen. Nach einer halben Stunde nölte dann auch der Hausmeister, er wolle seine Ruhe haben, ich solle unter der Woche erledigen. (Meine Antwort: DA ARBEITE ICH! Er dagegen: ICK AUCH!)
Ich bastelte das erste Teil zusammen und siehe da, ich hatte zwei drei Denkfehler in der Konstruktion. So etwas sehe ich oft erst hinterher, weil ich eher trial-and-error arbeite. War aber nicht so schlimm und ist mit zwei neuen Leisten zu beheben.
Der Mann, der mir einige Zeit zur Hand ging kriegte ob meiner autistischen Frickelei die Krise. Wir sind in dieser Hinsicht ohnehin ein duo infernale. Ex-Führungskraft, der eine handwerkliche Null ist (wozu auch, dafür hat er seine Leute) vs. Frau mit leidlicher Heimwerkerpraxis, Bedenkenträger und Perfektionist vs. teamunfähige Drauflosmacherin. Das knallt einfach nur.
Als es dunkel wurde, ließ ich es sein und haute mich in C-Burg in die Badewanne.

Ach so. Über einen Mailverteiler bekam ich noch ein nettes Mitwohngesuch:
Ich suche zum 1.9. ein/e freundliche MitbewohnerIn ab 28 für ein helles 22 qm Zimmer in einer 110 qm- Wohnung direkt am Mauerpark. Altbau, Dielen in der ganzen Wohnung, unsaniert aber selbst renoviert, große Gemeinschaftsküche und ein kleines Gästezimmer. In der Wohnung lebe ich, eine 36 jährige (…), mit zwei dicken freundlichen Katern. Da ich beruflich viel unterwegs bin, suche ich jemanden, der wirklich Lust auf Zusammenleben mit den Katzen hat und sich in meiner Abwesenheit gern um sie kümmert. Ich selber habe einen großen Bekanntenkreis, bin sehr aktiv, aber auch gern zu Hause. Bis auf Deine Zimmereinrichtung ist in der Wohnung alles vorhanden. Ich suche keine reine Zweck-Wg, aber auch keinen Familienersatz. Rauche selber nicht, hab aber kein Problem mit Rauchern. Freue mich auf Deine Anfrage. Das Zimmer kostet mit Nebenkosten 345 â≠¬, nur das telefon und DSL Flatrate kommen noch dazu.
Ich verstehe: Schätzchen, du zahlst die Häfte der Miete für 20% der Fläche und um meine Katzen solltest du dich auch kümmern. Oder sehe ich das falsch?

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21.8. 10

Ein verkorkster Tag. Obwohl er unter dem Zeichen „das letzte warme Wochenende des Jahres“ stand, weigerte ich mich, mich am kollektiven Freizeitstreß zu beteiligen.
Obwohl es da draußen wirklich wunderbar war. Die Luft glasklar und wie Seide und dann diese Altersmilde des Sommers, die melancholisch macht. Wieder ein Sommer fast vorbei. Einer von dreien in Folge, die ich nur nebenbei erlebte. Aber wenigstens gehts wieder aufwärts.
Da die Paardynamik zwischen dem Mann und mir fatalerweise so funktioniert, daß immer einer oben und der andere unten ist, blieb der krisenhafte Durchhänger, der an meiner Seite statt fand, nicht ohne Wirkung auf mich. Aber das ist ein weites Feld.

Kurz nach dem Tagesanfang mit umfangreichen Putzarbeiten rief das Kind an. Sie brauchte meinen großen Vaio, der in der Ecke der Wohnung sein Gnadenbrot verzehrt, für die Konvertierung von Videodaten. Denn sie studiert nicht nur und jobbt täglich noch in einer Bibliothek, sondern macht auch noch hin und wieder etwas für die Institution, in der sie ihr freiwilliges soziales Jahr leistete. So verbrachten wir den Nachmittag damit, eine Videokassette mit Filmaufnahmen von tobenden kleinen Jungs zu überspielen. Kind und Freund brachen daraufhin zum Olympiastadion auf, um sich „Die drei ???“ anzusehen (-hören?).
Ich war todmüde. Der Tag sollte meine Ruheinsel für die kommende stressige Woche sein. Hinlegen ging aber nicht. Der Mann wollte um 19 Uhr bei einem Konzert im Britzer Garten sein und ich hatte mir gewünscht, am Abend etwas auf Kohlenfeuer Gegrilltes zu essen. Das mußte irgendwie koordiniert werden.
Also heizte ich in der prallen Sonne den Grill an und machte Tomatensalat. Als der Mann vom Obsteinkauf zurück kam, waren die Bratwürste schon fertig und die Chicken Drumsticks schmurgelten noch vor sich hin.

Der Abend verlief dann doch anders. Gin Tonic auf dem Balkon.

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