Ein weiterer milder Frühlingstag. Die Berliner Spinner tranken noch Kaffee im Bett, während schon die Sonne schien und in der Nachbarschaft Motor- und Wippsägen hochdrehten.
Trotz des strahlenden Wetters war es morgens frostig und ich verheizte ab 8 Uhr morgens einen Schwung Holz, um den Ofen dann ausglühen zu lassen.
Nach dem Frühstück und einem videofonat mit Kind und wieder kränklichem Enkelkind, drehte ich eine Runde in beiden Häusern und öffnete die Fenster, damit die feuchtkalte Winterluft rausziehen konnte.
Dann lud der Graf das Auto ab und ich wollte eigentlich mit den Beeten vor dem Haus beginnen, putzte aber dann doch den Gartensaal, der von der letzten Aktion – Fliesen entfernen und feuchte Stellen neu verputzen – noch voller Dreck war.
Danach saß ich ein paar Minuten in der Sonne, duschte den Staub ab und hübschte mich.
Wir fuhren nach Rostock, einen neuen Router abzuholen. Der andere geht ja wegen Lärm zurück.
Dann machten wir Station in Ribnitz-Damgarten und aßen in Ronnys Anglerheim.
Und jetzt Bett, morgen geht es früh nach Berlin.
Archiv der Kategorie: Leben
17.02.2019
Noch ein frühlingshafter Tag. Ungeheuer mild und voller Vögel, Blumen und Bienen. Man muß sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es erst Mitte Februar ist.
Nach einem Spaziergang an der Trebel packten wir die Sachen und fuhren mit einem Zwischenstopp beim Bobbiner Flohmarkt (es waren in der letzten Zeit viele Tassen zu Bruch gegangen) nach Berlin.
Der Gästin ging es wieder besser, wir redeten noch etwas und nun ist es Zeit zum Schlafen, es ist immer noch Rekonvaleszenzzeit.
12.02.2019
Noch ein Tag im Ausruhmodus in Berlin, vor allem, damit es dem Grafen wieder besser geht. Aber ich bin diejenige, die heute fast nur geschlafen hat.
Die Frau, die aktuell zu Gast ist (Deutsche, etwas älter als wir), ist ähnlich erkältet. Es kommt grade zu sehr sonderbaren Situationen. Eigentlich ist es so, daß Gäste essen gehen oder für sich einkaufen. Hier sind im Umkreis von 200m mehr als eine Handvoll Restaurants und drei Späties, die keine Wünsche offen lassen. Foodora liefert bis 22 Uhr.
Bei jeder Begegnung in der Küche geht es um „Hast du vielleicht?“ Tee, Milch, Brot… Die Landeier, die ich mitgebracht habe, sind zu alt. Hier gibt es ja nur noch ein paar Nudeln, Reiswaffeln, etwas Hirse und Grieß. Ich bewirtschafte diese Küche im Moment nicht.
Ich erkläre auf Nachfrage, wo der nächste Biomarkt ist. Die Antwort ist „ich kann nicht rausgehen, dann esse ich eben nichts“.
Ich hatte am Sonntag ein bißchen was aus dem Kühlschrank in eine Transportbox gepackt, das eigentlich nur für einen Tag reicht. Einfacher Käse und Wurst, Butter, zwei glutenfreie Brötchen, nix Bio. Ich wollte jetzt weder den barmherzigen Samariter spielen und meine zwei Brötchen teilen, noch für jemand, dem es genauso geht wie mir, einkaufen gehen.
Eine Bestellung bei foodora scheitert. Bei ihr ist die App nicht einzurichten, weil sie zwar ein modernes Telefon hat, es aber nicht bedienen kann. Ich biete eine Bestellung über meine App an. Die hakt aber, wahrscheinlich ist die Datenbank grade überlastet. Und nein, abends um halb 7 liefert kein Biomarkt auf einen Anruf hin.
Der Graf erbarmt sich und holt Milch und Fruchtsaft aus dem Spätie.
„I have always depended on the kindness of strangers.“ kann ja eine Lebenshaltung sein. Mittlerweile beobachte ich, daß es eine Sorte erwachsene Frauen gibt, bei denen sie die einzige zu sein scheint.
(Es tut mir leid, aber ich bin grade in einem Zustand zwischen Schuldgefühlen und Ärger.)
10.02.2019
Ein milder Sonntag mit viel schnurgerade herabfallenden Regen. Die Zuluftklappe vom Ofen mußte extra weit aufgemacht werden, damit der Rauch aus dem Schornstein herauskonnte.
Es ging mir nicht wesentlich besser und der Gedanke, heute nach Berlin zu fahren und zuerst einmal die zweite Sitzreihe wieder aus dem Transporter rauszuwuchten, um dann in Pankow Türen in einem abrißreifen Altbau anzusehen und ggf auszubauen und zu verstauen, war der reine Horror für mich.
Dem Grafen ging es auch nicht anders. Er verschob den Termin und wir gingen nach dem Frühstück noch mal ins Bett.
Ein Reizhustenanfall mit dieser ganz besonders fiesen Sorte Halsschmerzen ist nichts, was man braucht und so war mein Schmerzmittelverbrauch heute noch etwas höher. (Es ist so krass, ich kenne das sonst garnicht von mir.)
Wir schliefen noch mal fest bis 5 Uhr, aßen etwas, packten unsere Sachen und fuhren nach Berlin. Es war eine angenehme Fahrt mit wenig Verkehr. In Berlin bekamen wir sogar schnell einen Parkplatz, was Sonntag Abend sonst sehr schwierig ist.
Ich holte Focaccia und Eis und nach dem Essen trieb ich zwei Stunden in der Badewanne.
Jetzt wird geschlafen.