So schnell

Geahnt habe ich es, aber so schnell nicht damit gerechnet. Als heute morgen das Telefon klingelte und mein Vater mir die Nachricht von ihrem Tod überbrachte, erfüllte ich scheinbar eines ihrer letzten Vermächtnisse.
Mein Vater redete und ich hörte in seiner Stimme, daß er heute nacht im Club seinen alten, alkoholgesättigten Ritualen nachgegangen war. Statt, wie es zu erhoffen war, meiner Mutter etwas beizustehen. Sei alter „Abwesend“-Modus, wenn es emotional wird.
Ein Meteor aus glühender, ätzender Wut stieg in mir auf. Ich sagte ihm in ein paar harten Sätzen die Meinung. Später fragte ich mich, was das gerade war. Ich hatte mir schon seit Jahren abgewöhnt, mich einzumischen. Jeder macht sich das Leben auf seine Art zur Hölle. Ich auf die meine, die beiden auf die ihre.
Nur die Großmutter hatte ihren innigen Hass auf meinen Vater gepflegt und zu exponierten Gelegenheiten wohlgenährt auf ihn losgelassen. Da wurde ich wohl gerade von etwas als Behausung benutzt.

Ok., Omi, aber noch mal bitte nicht!

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