07.02.2019

Morgens ging es etwas besser.
Ich kümmerte mich um die Berlin-Wäsche, holte etwas Holz und heizte den Ofen an. Zum Frühstück gab es schluckfreundlichen Porridge (besser: Haferschleim)
Der Graf wurde auch ein bisschen bepuschelt, aber es scheint, er kommt um die ganz schlimmen Dinge herum.
Ich legte mich aber wieder hin, denn zu früh anfangen ist blöd, ich werde morgen zeitweise gebraucht und da kann ich hier nicht den sterbenden Schwan machen.
Dann sprachen wir zum fünften oder sechsten Mal über ein komplexes bürokratisches Thema und hatten nach ein paar Stunden dann endlich die Lösung, die funktionieren könnte, wobei der Graf noch viel daran schreiben mußte.
Um die Mittagszeit legte ich mich hin und schlief eine Stunde. Danach zog ich mich an und ging nach nebenan duschen. Es ist so schön frühlingshaft draußen. (Was einen nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass es noch mal richtig kalt werden kann.) Der geplante Spaziergang fiel wegen Regens aus.
Der Apothekenlieferant, der hier die alten Leute abfährt, hatte einen Zettel in den Briefkasten geworfen, ich solle mal anrufen. Ich war ganz erstaunt, hatten die mir gestern in der Apotheke was falsches gegeben? Nein, man hatte vergessen, mir 5€ Gebühr zu berechnen. Die solle ich doch bitte noch bringen.
Wir machten die Papiere für das bürokratische Thema fertig. Mit unterschreiben, korrigieren, scannen und sortieren war es dann fast wieder dunkel.
Ich schob dem Grafen eine Pizza in den Ofen und aß selbst den Rest vom Butter Chicken, legte mich wieder hin und schlief eine Stunde.
Danach wurde es wieder sehr eklig. Mir schwoll der Rächen immer mehr an und es schmerzte. Ich bin sonst nicht sehr empfindlich, aber das und Zahnschmerzen ist so ziemlich das Unaushaltbarste für mich. Nach Gejammer, laut und leise, gurgelte ich aus lauter Verzweiflung mit kaltem Wasser. Siehe da. Das half. Als ich dann noch etwas Schokoeis testete, war klar, warum heißer Tee, Lutschtabletten und scharfes Essen nur kurz Linderung brachten und alles kurz danach schlimmer wurde. Ich werde mich aufs Eiswürfellutschen verlegen. Jede Menge Eiscreme wäre mir lieber, verträgt sich aber nicht mit dem Antibiotikum.
Das Kind schrieb inzwischen, daß entweder eine Pizza schlecht war oder die familiäre Erkrankungskette mit Magen-Darm weitergeht. Überhaupt liegt grade die halbe Twitter-Timeline krank im Bett. Nur Mutter kommt morgen aus dem Krankenhaus. Warum ihr Körper kein oder zu wenig Eisen aufnehmen kann, konnte nicht geklärt werden. Wahrscheinlich ist es etwas Genetisches.
Jetzt wird gleich geschlafen, morgen werden im Erdgeschoss Fußböden entfernt und ich muss für Versorgung sorgen.

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WMDEDGT Februar 2019

Frau Brüllen fragt wie immer am Monatsfünften, was wir den ganzen Tag getan haben.
Gegen 8 Uhr wache ich auf. Es wird wieder eher hell und hier stehe ich tatsächlich mit dem Licht auf.
Ich habe genau so wie am Tag vorher unangenehme Halsschmerzen, bin immer noch unfit und es ist kalt in der Wohnung. Wir waren gestern Abend nach 24stündiger Abwesenheit zurückgekehrt und hatten nicht mehr allzu viel geheizt.
Ich nehme zwei Körbe, hole im Erdgeschoss Holz und heize an. Dann lege ich mich mit einer Tasse Kaffee noch etwas ins Bett. Beim zweiten Nachlegen stehe ich auf und ziehe mich an.
Gestern Abend habe ich mein Frühstücksgeschirr schon hingestellt. Ich esse Joghurt mit Ananas und dazu Reiswaffeln mit Käse und Wurst.
Ich mische mich auf Twitter in eine Diskussion zum Thema Abtreibung ein und bin immer wieder erstaunt darüber, wie ich selbst nicht in die Distanz gehen kann bei diesem Thema, obwohl ich das sonst sehr gut kann. Es betrifft mich und der Umstand, dass wir in Sachen souveräner Entscheidungen von Frauen schon mal viel weiter waren und mit der Wiedervereinigung im Mittelalter landeten, wo sich die Babos qua Gesetz wieder um uns Weibchen kümmern, macht mich manchmal noch wütend, obwohl ich seit 15 Jahren raus bin aus dem Kinderkriegen-Geschäft.
Nachdem ich eine neue Batterie ins Thermometer eingelegt habe, sehe ich, mein Kältegefühl ist nicht der Infekt, es hat 14 Grad im Raum. Ich lege mehr Holz nach.
Draußen sind die Vögel ganz happy über die milde Luft. Ich würde so gern draußen arbeiten, aber ich bin schlapp.
Ich mache eine Waschmaschine mit Arbeitssachen fertig und heize einen Eisenofen, bei dem ich einen Riß in der Schamotte ausgekittet hatte, langsam hoch.
Ansonsten ist das heute ein Tag fürs Büro.
Der Graf ist inzwischen aufgestanden, auch ihm geht es nicht so gut. Wir machen einen bürokratischen Vorgang fertig, der blöder nicht sein kann. Selbst zwei Leute mit Diplom und Staatsexamen brauchen dafür eine Stunde.
Ich hänge Wäsche auf, setze die nächste Waschmaschine an und esse ein Käsebrot, das nach garnichts schmeckt, weil ich kaum schlucken kann.
Dann telefoniere ich mit meiner Mutter, die immer noch im Krankenhaus ist, aber schon viel besser klingt.
Wir fahren nach Tribsees zur Poststelle, um ein Päckchen abzuliefern und ich gebe in der Apotheke ein Heidengeld für Husten- und Halsschmerzmittel aus. Dann machen wir noch einen Stopp in der örtlichen Recyclingfirma. Der Bauschutt-Container ist voll.
Wir fahren schnell zurück, ein Besucher hat sich angekündigt. Mit ihm sitzen wir bei Kaffee bis zur Dämmerung und besprechen ein paar Sachen.
In einem frühlingshaften Regen hole ich kurz mit der Schubkarre Holz aus dem Schuppen, bevor es ganz dunkel wird und fahre die Mülltonne vor.
Der Graf ist mit der Besprechung inzwischen fertig und wir beschließen, heute nichts mehr zu tun, als am Ofen zu sitzen und uns auszukurieren.
Vorher starte ich noch den Geschirrspüler und mache Würstchen warm, was anderes bekomme ich heute essenstechnisch nicht hin. Das Essen ist eine Qual. Hühnerbrühe wäre besser gewesen.
Ich lege mich ins Bett und lese etwas im Internet herum. Gegen 20:30 Uhr gehe ich noch mal in die Küche und koche Tee und Haferschleim, denn ich habe Hunger. Das Süppchen tut gut.
Ich freunde mich mit dem Gedanken an, daß ich morgen doch mal zum Arzt gehen sollte, denn es wird seit Samstag nicht besser, eher schlimmer. Andererseits kann ein Arzt auch nichts machen außer Antibiotika verschreiben, aber die sind vielleicht angesagt, weil das alles immer wieder zurück kommt. Aber ich kenne hier oben noch keinen Arzt … also alles blöd.
Ich schlafe ein Stündchen und stehe gegen Mitternacht kurz auf, krächze mit dem Grafen etwas herum, mittlerweile ist auch die Stimme fast weg und schreibe jetzt diesen Text, während er neben mir schläft und der Ofen langsam ausglüht.

PS. Beim Korrekturlesen merke ich, da ist noch Wäsche in der Maschine.

Die anderen Texte sind wie immer hier verlinkt.

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04.02.2019

Eine blöde Nacht in Berlin verbracht, mit zugesetzten Nebenhöhlen und Halsschmerzen, tagsüber besserte sich das dann.
Gebadet (auf dem Dorf ist der zur Badewanne gehörige Boiler kaputt und es braucht Vorbereitung, ihn nachhaltig auszutauschen), geputzt und scharf indisch gegessen, um die Bakterien auszuräuchern.
Der Graf, der sich scheinbar angesteckt hatte, mußte einen längeren Mittagsschlaf einlegen, weil der innere Kampf Chicken Madras vs. Erkältung ihn völlig fertig machte.
Dann ging es zurück aufs Dorf.
Und jetzt: Ab auf die Wärmedecke.

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01.02.2019

Es wird früher hell und ich werde wieder früher wach. Zuerst hatte ich das übliche schlechte Gewissen, daß ich im Winter vorzugsweise mit der Sonne aufstehe, wenn der Wecker nicht nötig ist. Aber es ist gut. Dafür schlafe ich im Sommer weniger als 6 Stunden.
Nach dem Frühstück telefonierte ich erst einmal mit e*ay. Das Telefon, über das ich mich so gefreut hatte und das tadellos arbeitet, hat ein lockeres Display, ist damit nicht mehr staubdicht. Der Verkäufer behauptet, das sei normal. Ich hatte halbherzig versucht, ihn zu einer Preisminderung zu bewegen, aber eigentlich wollte ich das nicht. Hätte er das lockere Display angegeben, hätte ich es nicht gekauft.
Die Retoure ging problemlos durch. Schade. Wirklich.
Mittags führten der Graf und ich ein weiteres Planungsgespräch. Nebenher heizte ich Öfen und holte Holz. Es hatte zwei Tage Frost gegeben, da muss der Saal geheizt werden.
Weil heute die Zwischendecke im dunklen Bad endgültig herausgenommen wurde, deckten wir die Badewanne zu weiterer Verwendung ab. (Ich weiß jetzt, was mir vor 4 Wochen die Kopfschmerzen gemacht hatte. Alte Glaswolle.) Außerdem kittete ich einen Schamotteriß in einem der Eisenöfen. Nebenher kochte und servierte ich Kaffee.
Dann fegte ich endlich das Erdgeschoss auf der Nordseite, das noch voller Putzstaub war. Es kamen sicher 3 Kilo Dreck zusammen.
Nach einem Kind- und Enkelkind-Videofonat (armes Mausebärchen ist noch kränker) einer weiteren Kaffeerunde und einer längeren Hausbegehung ging ich noch einmal mit dem Staubsauger durchs nördliche Erdgeschoss und durchs dunkle Bad. Dort saugte ich meterlange Spinnweben von der Decke, die sich zu Pfropfen verknäulten und in den Staubsauger ploppten.
Es war Zeit für eine ausführliche Dusche und Haarwäsche. Der Staub kratzte mir übel im Hals.
Das Abendbrot bestand aus Piroggen und danach kam eine schlimme Müdigkeit.

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