22.12. 2020

Morgens die Ente und das Filet vom Wurstmacher geholt. Eine Fastdreikiloente für zwei Personen verspricht Zweitverwertungen und Schätze für die Tiefkühltruhe.
Dann machten wir einen längeren Spaziergang durch die Trebelwiesen. Dorthin, wo im Sommer die Weiden sind und man den Kühen und vor allem den Bullen doch besser nicht über den Weg läuft.
Es war windig und recht dunkel. Die Raunächte scheinen von Rautagen begleitet zu sein. Die Zeit, in der es kaum hell wird und keiner sicher ist, ob die Sonne jemals wiederkommt.

Nach einem schnellen Essen fuhren wir nach Grimmen, die online bestellten Lebensmittel bei Rewe abholen. Angesichts der Aufregung, die immer bei der Übergabe der Bestellung ausbricht, haben wir den Eindruck, wir sind die einzigen, die so etwas machen.
Wir stellten noch der Freundin von drei Dörfer weiter Wildleberwurst aufs Bänkchen vor dem Haus und fuhren zurück, die Frostwaren in die Tiefkühltruhe legen.
Dann schickte ich die Katzen auf Nachtschicht und setzte mich wieder an die Strickarbeit. Ich habe gerade viel Spaß daran, weil es schnell geht und unkompliziert ist.

Jetzt ist alles bereit. Weihnachten kann kommen.

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21.12. 2020

Bisschen geharkt und die Katzen geflauscht, dann war es auch schon wieder dunkel.

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20.12. 2020

Ein trüber Tag, der nicht richtig hell wurde.
Wir sind immer noch in der vorweihnachtlichen Ruhe. Das Ausruhen tut gut, der Sommer war anstrengend.
Es wäre noch entspannender, wenn die absurden Ereignisse um uns herum nicht wären. Die Mutation des Virus erscheint mir als folgerichtiges dramaturgisches Element in einem sehr reißerischen Plot. Nur lese ich gerade kein Buch. Der Held oder die Heldin, die die Welt rettet, wird nicht erscheinen.
Am Nachmittag spazierten wir über die sumpfigen Trebelwiesen, irgendwann fing es zu regnen an. Ich stakste wie ein Storch über dicke Grassoden und Erdklumpen, die Wildschweine aufgewühlt hatten. Als wir nach Hause kamen, hatte ich einen Bärenhunger.
Ich machte Köfte und Karottensalat während der Graf das letzte Weihnachtpäckchen packte.
Dann saß ich neben dem Ofen und strickte. Simple Pullover haben den großen Vorteil, daß man gut voran kommt.

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19.12. 2020

Noch ein Sonnentag. Allerdings wehte ein feiner kalter Wind.
Ich harkte Laub und flauschte die Katzen.
An Nachmittag fuhren wir an die Ostsee und da wurde ich richtig durchgepustet.
Nach der Rückkehr standen große Fellpflege und Auftauen in der Badewanne auf dem Plan.
Abends strickte ich und nebenher lief Goobye Lenin. Ich hatte den Film nie gesehen. Auf der Berlinale damals waren der Firmenpartner und das Kind in der Vorstellung, ich hatte irgendeinen anderen Termin und danach hatte sich das nie mehr ergeben. Ich weiß nicht, warum ich der Meinung war, das sei eine Knallerkomödie. Vielleicht, weil der Film immer mit den zwei, drei witzigen Plottwists bebildert wurde: Wir spielen Aktuelle Kamera, wir erklären Mama das Coca Cola Plakat und wir erzählen, daß der Westen gerade in den Osten flüchtet.
Ein guter Film, ohne Frage. Regie und Schauspieler, die die groteske, synthetische Situation ernst nehmen, hervorragende Nebendarsteller, aber ein grober Ostalgieporno, dem das Mitgefühl, wage ich zu behaupten, doch Letztenendes fehlt. Und ich heulte den halben Film lang, nachdem ich die erste Hälfte zitterte und mir übel war. Wie kann jemand mit den Versatzstücken der Vergangenheit einfach so rumspielen? (Rein rhetorische Frage selbstverständlich.) Ich stecke da emotional tiefer drin als ich verdrängen kann.

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