Schöne Geschichte, Teil 2

Erinnert sich noch jemand daran?

Nun kommt die Fortsetzung:

Die ziemlich wichtige Mitarbeiterin bekam ein süßes Baby. Da das ja heute nicht alltäglich ist und Mutterschaft fast Luxusstatus hat, wurde sie von vielen zu ihrem Befinden befagt. Die ziemlich wichtige Mitarbeiterin redete von hrem wunderbaren, späten Mutterglück und beklagte sich bitter darüber, daß das Kind vaterlos aufwachse und sie nun alleinerziehend sei und der geschätzte Freelancer das Kind noch nicht einmal gesehen hätte. Viele, die das hörten, schüttelten verständnislos den Kopf und hielten dem geschätzten Freelancer (der in seiner ganzen Entehrung und Ratlosigkeit nach langen Jahren wieder zu seiner Ehefrau zurückgekehrt war) sein unmoralisches Handeln vor.

Einige Monate nachdem das Kind auf der Welt war, platzte ihm deshalb der Kragen und er sagte nur ein Wort: Vaterschaftstest.

Nachdem der gemacht war, sagte die ziemlich wichtige Mitarbeiterin mit großen Augen, daß sie garnicht verstehen könne, was die anderen gedacht hätten. Sie hätte nie behauptet, daß der geschätzte Freelancer der Vater sei, dazu sei die Liaison auch viel zu flüchtig gewesen.

Moment mal, sagten sich die Kollegen. Die waren drei Jahre zusammen. Vor unseren Augen. Und in Frauengesprächen erzählte sie ständig, sie wolle ein Kind von ihm und in Männergesprächen sagte er ständig, er wolle keine Kinder mehr, weil er schon welche hätte. In der Gerüchteküche war man sich alsbald klar: ein Retortenkind von einem unbekannten Spender. Gepflanzt in der verzweifelten Hoffnung, mit dem geschätzten Freelancer endlich ins Familienglück zu rutschen.

Doch die ziemlich wichtige Mitarbeiterin dementierte. Der Vater sei vielmehr jemand ganz anderes, den sie auf keinen Fall benennen dürfe, weil er auch verheiratet sei und sie nur einmal mit ihm und er bei der Nachricht der Schwangerschaft sofort die Flucht in die Anonymität ergriffen hätte…

Das arme Kind. Mich würde interessieren, was es in 25 Jahren seinem Therapeuten erzählt.

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Peinlich genug

ist meine Macke mit den Türen: Wenn ich aufgeregt oder angespannt bin, kann ich Türen nicht öffnen oder drücke Türklingeln so, daß sie versagen. Ich habe bereits Seminare geschwänzt, weil ich – zu spät kommend – die Tür nicht aufbekam und glaubte, daß die Stunde doch ausfällt. Ich bin zu einem Geburtstag nicht erschienen, weil hinter einer Wohnungtür Totenstille herrschte und die Klingel nicht funktionierte, dabei saß dort eine ganze Geburtstagsgesellschaft, feierte und wartete auf mich. Meine Horrorvision ist, daß ich mich irgendwann in einer Klokabine irreversibel einschließe.
Der Typ im TGV ist aber auch nicht von schlechten Eltern. 2 Stunden den Zugverkehr lahmzulegen und dann mitm Klorohr auf dem Arm auf einer Trage abtransportiert werden…

So langsam

gewöhne ich mich an die Tiefschläge.
Hausgemachtes Versagen ist nicht gerade meine Königsdisziplin.
Eine Kündigung nach 13 Jahren Zusammenarbeit. Drei Monate nachdem ich zugelassen habe, daß der reine Arbeitskontakt etwas persönlicher wird.
Irgendwas hat sich verändert. Obwohl ich meinen Job wie immer mache. Vielleicht ändert sich gerade der Markt, in dem ich arbeite. Eine Veränderung, die ich seit 5 Jahren prognostiziere und die ich scheinbar gerade nicht mitbekomme…
Schuld eigene.

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