Da mein Jahresurlaub im Dezember stattfindet, beginnt die Zeit plötzlich zu rasen. Wenn ich das noch erledigen, den oder die noch in diesem Jahr treffen will, dann wird es plötzlich Zeit.
In vier Wochen sitze ich im Flieger.
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Shoppingtour mit dem Kind. Feststellung auf dem Kudamm: Boah, hier sind ja heute nur Ersatzteillager unterwegs! Als ich aus Schöneberg vom Kind zurückkehre, ist auch der Ferré-Pelzshop voller alter, reicher Schabracken.
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Endlich eine Bildungslücke geschlossen. Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ gibt es in diesem Haushalt lediglich in einer Fassung des Loussier-Trios. Urgs. Das ist für mich kurz vor Fahrstuhlmusik. Nun gibt es auch eine Einspielung von St. Martin in the Fields und Joshua Bell. So weit ich musikalischer Unverstand es einschätzen kann, klingt das sehr ok. Aber warum bitte (!!!!) ist das Pappcover vollgestopft mit Postkarten mit den zum Stück gehörigen Sonetten, einem Kalender-Miniposter des Solisten (der sieht ohnhin aus wie der Hauptdarsteller von „Scrubs“), einer Werkbeschreibung und dann endlich der CD, die man aus einem engen Fach popeln muß. Tut das Not?
Dann noch „Stabat Mater“, Ensemble 415, Andreas Scholl Gesang. Und das ist ganz großes Kino. Klar und völlig kitschbefreit, dem Material vertrauend, das ohnehin schon jede Menge Gänsehaut macht. Und diese Stimme … ich mag ja Countertenöre sonst nicht, also auf der Bühne, weil sie stimmlich oft gegen die Brüll- und Schreiorgien des Restensembles nicht ankommen. Aber das, eine Engelsstimme!
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Immer noch sehr überlegelich. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich mir das derzeit leisten kann. Ich kann einfach nicht anders, als dazustehen und nachzudenken, über das, was gerade mit mir passiert. Ich bin voller Staunen.
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Exemplar 2 in der Versuchsreihe „Apfeltarte nach Bocuse“ war leider in der Mitte nicht ganz durch. Die neue Tarteform braucht länger als das Pizzablech vom letzten Mal. Außerdem war der Mürbeteig einen Tick zu warm und verformte sich zu stark auf den Äpfeln. Exemplar 1, in der letzten Woche, war wunderbar knusprig und durch. Allerdings lief das Pizzablech über, das ganze schöne Karamell hat den Ofen versaut. Exemplar Nr. 3 könnte ich mir als Dessert zum besoffenen Huhn am Freitag vorstellen…
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HeMan ist zum Skifahren auf dem Kaunertaler Gletscher. Neid. Überhaupt, der Mann. 12 Stunden Muckibude wöchentlich und striktes Seinlassen von Rumfresserei zeigen Wirkung. Wattn Sahnetörtchen. Da muß ich mir Mühe geben, überhaupt noch hinterher zu kommen.
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Wandertipp: Sehr früh aufstehen, nach Bad Schandau fahren und auf die Schrammsteine steigen. An der breiten Kluft sitzen und warten, bis sich der Nebel über der Elbe hebt.
Das ist schon ziemlich cool, wenn ein Land schafft, sich für die Moderne zu entscheiden.
Die Stunde der Gaukler
Ich erinnere mich gern an die Zeitungsmeldungen, die von den Zusammenkünfte des jeweiligen Kultursenators mit den Operndirektoren berichteten und freundlich-verhalten darauf hinwiesen, daß wieder einmal der begabteste Jammerer oder die größte Dramaqueen das fetteste Stück vom Kuchen abgesahnt hatte.
Das heutige Gespräch hatte ähnlichen Charakter. Es saßen sich gegenüber: eine Gauklerkennerin und Regisseurin und eine Gauklerin und Regisseurin. Es verlief mit freundlichem Lächeln, es ploppte immer mal eine Blase Authentizität hoch, dann folgten wieder lange Phasen gegenseitiger Manipulationsversuche und schließlich, zum Showdown, der Abschied, auf der einen Seite zu Tränen gerührt, auf der anderen Seite der kühl-rationale Handschlag, versehen mit der Gewissheit, daß sich diese Geschichte noch einmal wenden kann.
Trotzdem eine Voodoopuppe gespickt. Und meine Flüche sind nicht ohne Wirkung. Zumindest ist der Mann, der mich damals wegen des Makels der Mutterschaft nicht einmal zum Vorstellungsgespräch einlud, zwei Jahre nach meinen Fluch an Krebs gestorben.
Manchmal, manchmal
verfluchte Eitelkeit, verfluchtes Selbstmitleid.
Im übrigen: Calexico Blood Flow