Kleine Menschenkunde: Nörgler

Menschen ändern sich nicht. Auch wenn sich ihr Umfeld ändert. Das hat mich in den drei Monaten immer wieder fasziniert beobachten lassen.
Um die Gebräuche des Gemeinen Nörglers zu studieren, mußte ich mich nur am Essensbuffet auf die Lauer legen. (Müßig zu sagen, daß das Essen sehr gut, reichhaltig und abwechslungsreich war):
Exemplar 1 beim Anblick von ca. 7 Sorten Joghurt: „Menno, das ist ja jeden Tag das Gleiche!“
Exemplar 2 beim Genuß von Rotkohl: „Wenn ich den mache, schmeckt der besser, weil ich noch A und B dranmache.“
Exemplar 3 beschwert sich bei den Küchendamen, daß es für den horrenden Tagessatz, den er zahlt, nur 15 Sorten Aufschnitt, Käse und Salat gibt, statt Hummer und Kaviar.
Exemplar 4 rümpft das Näschen und moniert, daß es weder Körner noch Sprossen noch Traubenkern- oder Kürbiskernöl zum Salat gibt.
Exemplar 5 findet sein Einzelzimmer zu klein und zu einsam. Aus dem Zweibettzimmer wollte er aber dringend wegen unhaltbarer Zustände raus. („Waaaaahhh! Ein anderer Mensch!“)
Ihre Beschwereden sagen nur eines: ICH BIN HIER!!! ICH EXISTIERE!!! DU DARFST MICH NICHT IGNORIEREN!!!!
Wie ein 12jähriger, der auf den Schulhof kommt und dem Nächststehenden, an den er sich rantraut, erstmal prophylaktisch ins Schienbein tritt.

Veröffentlicht unter Exkurs

Schiefes, vorsichtes Grinsen

Es läuft. Nachdem ich ein paar Entscheidungen dann auch mit Termin festgeklopft habe, läufts sogar ziemlich gut. Also mit mir. Noch nicht mit einem Neustart als Multimillionärin.

Nach Hause

Freitag, den 26. 02. 2010 hatte ich exakt ein Vierteljahr außerhalb meines gewohnten Universums verbracht. Mit WARPII ging es wieder auf den Heimatplaneten.

Wer drinnen geheilt erscheint und vor Energie anfängt, Blödsinn zu machen, ist draußen noch lange nicht voll einsatzfähig, das mußte ich (trotz vieler Ratschläge) an Samstagnachmittag dann auch begreifen, als ich mich fühlte wie im November kurz vor der Einlieferung.
Weitermachen wie bisher verbietet sich daher von allein.
Ich habe die Freiheit, viel zu verändern, mir ein Leben zurechtzuschneidern, das kein permanenter Kriegszustand ist. Geld verdienen ist nötig und wenn es über das Normalmaß hinausgeht, sogar angenehm. Aber es muß ja nicht gleich ein Job als Testpilot, Straßenhure oder Piratenkapitän sein.
Einige, die ich dort zurückließ, haben die Freiheit nicht. Wer als Beamter mit Familie lebt, steckt anschließend in der gleichen Mühle.

Ich habe in den letzten Monaten viele Grüße und Aufmerksamkeiten bekommen. Das hat mir gut getan und mich getragen, auch wenn ich oft nicht geantwortet habe und selten Besuch wollte. Es ging einfach nicht. Es war ein Augiasstall an Kopfmist wegzukarren.
Aber ich bin so dankbar für das Gefühl, in dieser Zeit nicht allein zu sein.

Veröffentlicht unter Leben

Jetzt aber echt mal!

26. Februar nachmittags, nachdem ich die zurückbleibenden Verrückten mit Zimtschnecken Schneewittchenkuchen abgefüttert habe.
Ick freu mir!