Erfolgserlebnis

Es wird. Gestern stand ich beim Unternehmensberater im Zimmer und zum ersten Mal saß er und ich stand am Flipchart und erläuterte ihm meinen Plan. Ein halbes Jahr hatte ich auf dem Stuhl gesessen und er stand vor mir.
Ich hatte ich fast vergessen, wie langsam solche Pläne Kontur gewinnen,wenn es nicht um das einfache „such dir einen Job“ geht. Wie zäh und diffus alles am Anfang ist. Nur quengeliges „ich will das“ und „ich will das aber nicht“. Dann kommen Impulse von außen dazu. Hier ein „aha, interessant“, dort ein „vergiss es“, da ein „ach so läuft das“. Das gerinnt alles langsam zu einer festen Gestalt: meinem neuen, maßgeschneiderten Beruf.

Fuck!

Ein Jahr lang konnte ich problemlos Softwareupdates mit meinem Silberrücken-iPhone machen, ohne es hinterher entsperren zu müssen.
Diesmal hat es leider nicht funktioniert. MistMistMist!

edit: skype voicemail funktioniert auch nicht… montag eben

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Ergotherapie + Egotherapie

Es hat wahrscheinlich noch nie jemand so langsam eine winzige Wohnung renoviert wie ich gerade.
Alle zwei Tage arbeite ich 6-8 Stunden daran. Leiter rauf, Leiter runter, kleine Makulaturfladen runterpulen, die Decke im Bad fast geschlossen mit einem riesigen Patsch! nach unten befördern und immer wieder Probeanstriche:
mit Tiefengrund
ohne Tiefengrund
über partiell mit Spachtel reparierten Flächen
auf einer geschlossenen, hauchdünnen Spachtelschicht

Letztere Variante ist wirklich die überzeugende. Wobei es überhaupt nicht so schwierig ist, eine Wand zu spachteln, wenn man sich schon mal am Verputzen probiert hat. Es ist eher mühselig.
Die Naturpigmente sind bereits in einem Leipziger Öko-Laden bestellt. In Berlin habe ich niemanden in Reichweite gefunden, der tatsächlich noch Naturpigmente hat. Alle Bio-Farben-Läden bieten knatschebunte, ungiftige Produkte aus der Chemiefabrik an.
Ich habe mir gesagt: wenn ich auf einem Kalkputz mit Gips spachtele und dann mit Kreidefarbe streiche, kommen mir tatsächlich nur Farberden ins Gemisch. So und jetzt ziehe ich mir meine lila Latzhose an und pendele die Erdströme aus.

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A Single Man

Da ich am Abend der Preview in der Astor-Lounge verhindert war, schreibt Gastautorin Anna Brahms über das Mode-Film-Ereignis:

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Liebe Kitty,

da hast nichts versäumt, gestern. Sowas von klonmäßig das Ganze, als seien diesen Menschen dort, vor allem den jungen Frauen, die Seelen geraubt worden. Nur Oberfläche und kein Funken in den Kontakt gehen, war dort angesagt, vor allem bei den Türsteherinnen, die verhielten sich so, als sei ich aus Glas. Erst als ich stur und ruhig darauf beharrte, dass sie auf der Liste nachguckt, hat sie mich dann doch zufällig darauf gefunden. Ich konnte es kaum glauben, was da vor sich ging, dabei war das kein besonderer Event im Vergleich noch zum popeligsten Berlinaleempfang. Wie alle anderen, die um 8 Uhr schon gekommen waren, wartete ich dann auf den Einlass gegen 9 Uhr, und da wollten sie mich wieder nicht reinlassen, obwohl es nun echt keinen Ansturm oder so gegeben hatte. Wieder zurück zur ersten Tussi, die dann erst nachdem ich einen schärferen Ton an den Tag legte, mir eine verknitterte Einlasskarte aus ihrer Jackentasche gab! Dieser ganze Aufriss, dabei waren als Promis nur Franziska Knuppe, fast zwei Meter groß die Frau, und Michalsky mit seiner Truppe da.

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Ansonsten reichlich Schwule, die elegisch zurückhaltend in Vierergruppe herumstanden und sich gegenseitig beäugten. Ich machte ein paar Fotos, war ja schließlich Bericht erstattende Presse, dann trank ich ein Weinschorle und las fortan die Vogue, die es umsonst gab. Zum Film selbst gibt es nur das zu sagen, was schon überall dazu gesagt wurde.

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Meld dich,wenn dir danach ist.

So long love

Anna

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