08.07. 2019

Erst mal den Tag langsam angegangen. Etwas Schriftkram erledigt.
Dann das hölzerne Kinderbett, das in der Nachbarschaft lange auf dem Speicher gestanden hatte, saubergemacht. Der Graf machte neue Bohrungen rein, um die Matratze auf Höhe unseres Bettes anzupassen.
Der Nachbar kam mit selbst gebackenen Brownies und bekam eine Hausführung. Dann wurde das Kinderbett in unser Schlafzimmer gestellt. Am Donnerstag bringen wir das Enkelkind mit. Ohne Eltern.
Aus dem Grund alle Zonen gestaubsaugt, die während der letzten Hausführungen betreten wurden.
Den Tag über immer noch Reste vom Buffet gegessen. Salat, Kartoffelsalat, Suppe.
Immer noch erschöpft und wenig belastbar.

Edit: einen Retweet mit Kommentar in die Timeline gegeben, weil ich die beschriebenen Probleme ebenfalls erlebe. Keine halbe Stunde später diskutierte man heftig und wie immer grundlegend. Ich musste mich garnicht mehr äußern. Twitter ist für mich schon seit einiger Zeit aus der Komfortzone raus. Die Anzahl der begonnenen und gelöschten Tweets überwiegt mittlerweile.

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07.07. 2019

Keine Ahnung, warum, aber trotz großer Müdigkeit waren der Graf und ich nachts lange Zeit wach. Mit Unruhe und Herzklopfen. Entweder war das die viele Petersilie an einem der Kartoffelsalate oder das Löwenzahngelee auf dem gebeizten Lachs.
Ich stand gegen drei Uhr auf, weil ich Hunger hatte. Als Gastgeberin kommt man kaum zum selbst essen. Eine Schüssel Suppe, ein Stück Streuselkuchen und ein Glas Wein halfen, ich schlief bis morgens zehn Uhr.
Dann frühstückte ich, es war noch viel von dem Lachs da. Ich bügelte Tischdecken, die noch halbfeucht im Trockner lagen (es ist ein Segen, daß ich einen Vorrat Tischdecken für Quiltarbeiten habe)*, räumte die Geschirrspülmaschine aus und ein, kontrollierte die Mausefallen (nichts) und war schon wieder müde. Ich schlief noch mal fast drei Stunden.
Nach dem Aufstehen spülte ich das geborgte Kaffeegeschirr plus Silberbesteck für 30 Personen mit der Hand, damit der Goldrand nicht verdarb. Der Graf zählte auf Vollständigkeit durch – alles da, nichts kaputt oder verloren.
Dann aß ich Abendbrot. Reste vom Feste von gestern. Bratwurst, Kartoffelsalat, Streuselkuchen. U d nach der Badewanne ging es ins Bett. Ich bin schon wieder müde.

*In diesem Haus funktionieren bestimmte schlichte Modernismen nicht. Schwarze Kleidung sieht trist und traurig aus, nicht reduziert avantgardistisch. Nackte Tische wirken kalt und nicht karg und edel. Ganz abgesehen von der Raumakustik, die Textilien braucht. Es ist halt barock.

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06.07.2019

Mit Absicht den Tag langsam begonnen, denn der Stand der Vorbereitungen war gut.
Eine Maus war in der Falle. Ha!
Gebadet, Haare gewaschen, geräumt, gehübscht, bekleidet, mit Schmuck behangen und begonnen, die Tische einzudecken. Allerdings hatte ich zwischendurch mal falsch auf die Uhr geschaut und die fehlende Stunde bescherte mir eine klassische Panikattacke.
Die ersten Gäste kamen eine halbe Stunde zu früh und zum offiziellen Beginn waren schon 6 von 30 angekündigten Leute da, die fleißig halfen. Der Graf hielt eine kleine Ansprache und dann gab es einen Sturm aufs Küchenbüffet. Ich stand neben der Kaffeemaschine und assistierte bei der Bedienung.
Zwischendurch regnete es immer mal, klarte aber dann auf. Der Graf machte zwei Führungen durchs Haus und ich aß auch etwas Kuchen und heizte den Grill an.
Dann wurde die Wurstmanufaktur in zwei Schichten besichtigt und ich räumte mit freundlicher Hilfe das Buffet von Kuchen auf Salate und Brot um.
Dann begann ich zu grillen. Der Grill war sehr heiß. (Ich hatte doch nicht den geliehenen Teppan Grill genommen, weil es immer schwierig ist, mit nicht getesteter Technik zu arbeiten.) Die ersten Würste platzten weg, so was hatte ich noch nicht gesehen. Ich konnte sie nur entschuldigend mit „sieht aus wie in der Doktorarbeit über Penisverletzungen mit Vorwerk-Staubsaugern“ servieren. Erst als der Grill abkühlte und ich die Würste anstach, wurde es besser. Die Steaks waren dagegen ganz zart.
Irgendwann aß ich auch was und entspannte mich, aber der Tag war schon Arbeit.
(Den letzten Gast verabschiedeten wir, nachdem er uns eine Weltverschwörungsbroschüre ausgehändigt hatte. Ein Sonderling, aber ein netter. Überhaupt, Gäste, da tauchten zwei Herrschaften auf, die keiner kannte. Wenn sie nicht so mangelfreundlich-herablassend gewesen wären und zudem eine unangekündigten Hund im Schlepptau gehabt hätten, wäre es nicht mal aufgefallen, dass sich jemand reingemogelt hatte.)
Abends räumte ich Geschirr zusammen, das per Hand zu spülende geborgte Kaffeegeschirr hatten gute Geister schon in der Küche deponiert.
Und jetzt ist runterkommen angesagt.

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WMDEDGT Juli 2019 / 05.07.2019

Ich hatte gestern Abend ganz vergessen, dass der 5. war, an dem Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben. Die ausführlichen Ergänzungen in Klammern.

Heute morgen war es so weit.
Ich kramte mein Frühstücksgeschirr zusammen, da raschelte es in der Vorratskiste. Ich räumte sie aus und unter einer Kekspackung sprang eine panische Maus weg. Es war zwar nichts aufgeknabbert, aber das ist Meh. Die Tierchen leben hinter dem vielen Rigips komfortabel und seit das Haus aufgewärmt ist, sind sie wieder eingezogen und flitzen immer mal durch Räume oder rascheln herum. Bisher war nichts angefressen, aber das kann sich ändern.
(Das war um halb 9, danach frühstückte ich und anschließend gingen wir in die Wurstmanufaktur, das Grillgut für Samstag und einen Teppan-Grill abholen. Dann dem Grafen bei der Reparatur einer ausgetretenen Diele assistiert.)
Deshalb kaufte ich Schnappfallen, als ich mit dem Grafen noch ein paar Notwendigkeiten für das Fest am Samstag besorgte. Über die Lebendfallen, mit denen ich es schon probiert hatte lachen die sich wahrscheinlich nur tot, aber leider nicht tot genug.
Der Rest des Tages bestand aus Räumen, Putzen, handwerklicher Assistenz, Bügeln (ich habe seit einem Jahr nicht mehr gebügelt, ich fühlte mich unglaublich bürgerlich), Backen und Kochen.
(Mittags zu den Nachbarn gegangen, polnische Zigaretten vorbei gebracht. Die Raucherquote in Mcpomm beträgt übrigens über 60%. Eier bekommen. Gesehen, wie ein Huhn wegen Gluckigkeit kühl gebadet wurde und ein anderes dem Hausherrn zahm auf den Schoß sprang. Das rote Katzenmädchen gestreichelt.
Mit dem Grafen Tische und Stühle zusammen gesucht und arrangiert, damit 30-35 Leute innen Platz haben, denn es wird kalt und regnerisch. Es heißt ja nicht umsonst Sommerfest.
Die Mausefallen mit Walnüssen präpariert.
Getestet, wo der Grill stehen kann, gemerkt, daß die Gasflasche so ziemlich leer ist.
Ein halbes Dutzend Tischdecken gebügelt. Zuvor aber die Bügeleisensohle saubergemacht. Da hatte ich das Kleid zur Beerdigung meines Vaters letztes Jahr zu heiß angegangen.
Saal und Gartensalon gesaugt und gewischt. Den Ofen geputzt. Stühle gesäubert. Die Keramik in unserem Bad gereinigt.
Einen Fertigkäsekuchen gebacken und gepimpt. Einen Johannisbeerkuchen mit Baiserhaube gebacken. Eine Riesenschüssel Kartoffelsalat und geschmorte karamellisierte Zwiebeln gemacht.
Um halb 11 was gegessen.)
Als ich spätabends den Kartoffelsalat in den Kühlschrank unten stellte, knallte es im Saal. Eine Falle war ausgelöst und der Köder mit der Maus weg. Das kann spannend werden.
(Um 0:30 Uhr war ich fertig und ging ins Bett.)
Nein, Katze im Haus geht leider nicht. Ich bin zu allergisch.

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