07.07. 2019

Keine Ahnung, warum, aber trotz großer Müdigkeit waren der Graf und ich nachts lange Zeit wach. Mit Unruhe und Herzklopfen. Entweder war das die viele Petersilie an einem der Kartoffelsalate oder das Löwenzahngelee auf dem gebeizten Lachs.
Ich stand gegen drei Uhr auf, weil ich Hunger hatte. Als Gastgeberin kommt man kaum zum selbst essen. Eine Schüssel Suppe, ein Stück Streuselkuchen und ein Glas Wein halfen, ich schlief bis morgens zehn Uhr.
Dann frühstückte ich, es war noch viel von dem Lachs da. Ich bügelte Tischdecken, die noch halbfeucht im Trockner lagen (es ist ein Segen, daß ich einen Vorrat Tischdecken für Quiltarbeiten habe)*, räumte die Geschirrspülmaschine aus und ein, kontrollierte die Mausefallen (nichts) und war schon wieder müde. Ich schlief noch mal fast drei Stunden.
Nach dem Aufstehen spülte ich das geborgte Kaffeegeschirr plus Silberbesteck für 30 Personen mit der Hand, damit der Goldrand nicht verdarb. Der Graf zählte auf Vollständigkeit durch – alles da, nichts kaputt oder verloren.
Dann aß ich Abendbrot. Reste vom Feste von gestern. Bratwurst, Kartoffelsalat, Streuselkuchen. U d nach der Badewanne ging es ins Bett. Ich bin schon wieder müde.

*In diesem Haus funktionieren bestimmte schlichte Modernismen nicht. Schwarze Kleidung sieht trist und traurig aus, nicht reduziert avantgardistisch. Nackte Tische wirken kalt und nicht karg und edel. Ganz abgesehen von der Raumakustik, die Textilien braucht. Es ist halt barock.

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