Was für ein Tag. Erst grau und neblig, dann mild und sonnig. Und der Rest hätte nicht sein müssen.
Aufgestanden, gefrühstückt, geheizt, geräumt, geharkt und in der Dämmerung zu Ikea gefahren. Erst mal im Baumarkt etwas zum Baum aufstellen gekauft.
Bei Ikea alles bekommen, aber noch mal bis zum Anfang der SB-Halle zurück gelaufen, weil ein Päckchen schwarze Servietten fehlte, zwei Leute gefragt, wo sie liegen. Zurück gerast, immer mit Blick aufs Handy, wie spät es ist, weil wir noch im Restaurant essen wollten. Vom Grafen, der vor der Kasse wartete, mit der Nachricht empfangen worden, daß das Thema Dramameeting einen neuen Spin bekommen hat. Mich fürchterlich darüber aufgeregt.
Mein Zeug aufs Kassenband gelegt, bezahlt, vom Kassierer in ein für die Situation ungewöhnliches Gespräch verwickelt worden. Alles, auch was der Graf gekauft hatte, eingepackt. Die Tasche ins Auto gebracht. Ins Restaurant gegangen, schnell, hektisch und immer noch auf 180 ob der Nachricht, gegessen. Auf dem Weg raus gewohnheitsmäßig die Taschen nach dem Handy abgesucht. Es war nicht da.
Im Auto in die Tasche mit Einkäufen geschaut, die Handtasche durchsucht, nichts. Versucht, es anzurufen und zu orten. Entweder es war im Funkloch oder ausgeschaltet. Ich hatte es zuletzt erinnerlich in der Hand beim Gang zur Kasse, zusammen mit dem schmalen, schwarzen Päckchen Servietten. im Restaurant waren die Tische und Tabletts weiß, da lag nichts schwarzes.
Den Kassierer gefragt, ob er ein Handy gefunden hätte. Er meinte, er könne sich nicht erinnern, daß wir an seiner Kasse gewesen seien.
Beim Service die Kontaktadresse hinterlassen. Man macht mir nicht viel Hoffnung.
Telefon über iCloud deaktiviert, SIM-Karte gesperrt und eigentlich wollte ich heute Abend ein kleines Weihnachtsgeschenk nähen…
Archiv der Kategorie: Leben
19.12. 2019
Ein weiterer warmer und sonniger Tag. Die Kühe machen seit Tagen Radau, sie brüllen immerfort. Auf Twitter meinte jemand, sie könnten gelangweilt sein oder ihnen paßt etwas nicht. Das ist einleuchtend. Bei 7 Grad wären sie lieber auf der Wiese.
Ich fuhr mit dem Grafen in die Kleinstadt, ein Paket aufgeben und ein Rezept abholen. Dann harkte ich Laub.
Die Katzenbande stieg gut 6 Meter hoch in den schrägen Lebensbaum und chillte auf einer Astgabel rum. Sie kamen heil wieder runter. Ich befürchtete schon, die Leiter holen zu müssen.
Dann räumten der Graf und ich noch den Saal auf und ich ging mit dem Staubsauger durch. Er fuhr dann nach Berlin und ich wollte den Baum schmücken. Leider war er noch nicht standfest genug. Ob 1,50 m oder 3 m, den Unterschied merkt man. Ich ließ es lieber bleiben, ein in vollem Ornat umfallender Baum hätte mir noch gefehlt.
Ich hatte noch etwas auf der zu-tun-Liste, hörte aber doch auf, weil ich müde war.
Der Abend verging mit Gefluche. Das Internet kriecht mal wieder. besser gesagt, es geht nichts mehr.
18.12. 2019
Noch ein trockener, warmer Tag mit Sonne.
Ich schippte weiter an der Terrasse. Es gibt Partien an der Hauswand, die sind sehr feucht und die Erde, die ich rausholte, auch. Die 30-40 cm Kiesschicht als Kapillarbrecher unter dem Terrassenbelag waren ja gut gemeint. Da darunter Lehmboden ist (plus Zufluss durch die Löcher in der Dachentwässerung), ist die ganze Terrasse wahrscheinlich manchmal vollgelaufen wie ein Swimmingpool.
Dann schaute ich noch mal nach der geklebten Dachrinne vorn. Sie tropfte noch etwas. Ich schmierte noch mal dick Kleber auf die Ritzen.
Der Graf und ich schauten zur Orientierung, welches Rohr wo entlang läuft, in den Keller und hatten sofort Katzenbegleitung. Vor allem Shawn liebt den Keller und kennt jeden Trick, dort rein- und rauszukommen.
Dann räumten wir noch ein bisschen gemeinsam. Nach der Werkstatt-Lager-Rochade vor zwei Monaten nun die Rochade zurück. Der Graf hatte eine geniale Idee, wie wir den Weihnachtsbaum aufstellen könnten. Er steckte ihn in einen recht hübschen kubischen Bierkasten.
Dann stellten wir noch das Katzenhaus an die Parkseite des Hauses. Die Katzen sind gern dort, es ist wärmer und windstiller, außerdem hatte ich das Gefühl, die Menschengeräusche des Dorfes, die man am Ostgiebel stark hört, machen sie unruhig.
Die Katzen wollten heute lange draußen sein. Allerdings ist Shawn grade etwas indisponiert. Er geht mag nicht gestreichelt werden und frißt wenig. Vielleicht sind es die Veränderungen der letzten Tage. Es wurde umgeräumt, Türen stehen plötzlich offen, aber er soll aus den paradiesischen Räumen, die er erkunden will, immer wieder raus. Dann die Impfung und Mimi, voll in der Pubertät, jagt ihn. Zudem stelle ich mir vor, dass er überlegt, wer ihm gestern den Sack über den Kopf gestülpt hatte. Etwa die Dosenöffnerin? Oder der Mann in den Stiefeln, den er jetzt zu ersten Mal richtig sieht?
17.12. 2019
Ein sonniger und warmer Tag, nachmittags hatte es 10 Grad.
Ich nutzte das gute Wetter und machte die Dachentwässerung am kleinen Haus sauber. Die ist so arbeitsintensiv, weil darüber eine große Linde steht.
Dann schaute ich nach einer stark tropfenden Stelle am Gutshaus. Das war meiner Meinung nach im Sommer noch nicht so schlimm. Ich pappte etwas Abdichtkleber in die Ritzen der Dachrinne, es hörte erst einmal auf zu tropfen, aber wahrscheinlich muss dort noch einmal nachgearbeitet werden, das wird nicht lange halten.
Die Katzenbande schnürte währenddessen durchs Untergeschoss, der Graf hatte zum Umräumen die Türen aufgemacht. Ich hoffe, der Geruch wird das eine oder andere Mäuschen nachdenklich machen, das durch den Saal huscht.
Ich machte Pause, nachdem die Sonne untergegangen war, aß etwas und bereitete mich seelisch und moralisch aufs Miezen einfangen vor, es war Tierarzt angesagt.
Dann war es garnicht so schlimm. Mimi ging fast freiwillig in die Box und Shawn wurde am Fressnapf hinterrücks von einem Kissenbezug überwältigt und ins Kistchen gestopft. Er saß etwas verdattert hinter Gittern, als er sich wieder herausgearbeitet hatte.
Zu Hause stiegen sie schnurrend aus, waren aber etwas matt und aßen nicht viel.
Ich kochte Kürbissuppe mit Mais, ich hatte mir das geschmacklich interessanter vorgestellt, ich hatte zu tief ins Brühpulver gegriffen, aber es war warm und machte satt.