Irgendwie ist in mir der Wurm drin. Seit ein paar Tagen habe ich alle paar Stunden Kopf-, Zahn- und Gesichtsschmerzen auf der rechten Seite. Dabei fröstele ich und fühle mich schlapp und fiebrig. Dann ist wieder alles ok., bis es von vorn losgeht. Hm.
Der Graf hat heute die aufgesägte Wand wieder zugemacht. Jetzt hat das Loch eine schöne Wartungsklappe. Es wurden noch Abflußrohre ausgetauscht, die abenteuerlich installiert waren, mit fehlenden Dichtungen und irgendwie zusammengeknüpperten, nicht passenden Teilen. Sind das jetzt schon verdeckte Mängel?
Ich holte die Katzen bei einem heftigen Regenguss rein. Sie fühlen sich wohl in der Mischung aus Abstellraum und Baustelle. Als ich die Wohnung irgendwann wieder durch die Hintertür betrat, lugten beide über die Lehne einer Chaiselongue. Ich sah nur Ohren und Augen, zum totlachen.
Wir gingen dann noch mal zusammen raus zum Holz holen. Danach lief ich zwei Runden ums Haus, in der Hoffnung, in einer Tür verschwinden zu können, damit die beiden noch etwas draußen sind. Aber sie rasten begeistert neben mir her. Ich mußte sie mit Futter aufhalten. Ihnen fehlt die Stunde Laub harken, die wegen Regen oder Frost in den letzten Tagen ausfiel.
Dann kochte ich Suppe, buk einen Kuchen und putzte endlich mal wieder richtig die Küche. Ich hatte mir einen Heizkörper hingestellt, da war es nicht so kalt.
Wir aßen spät, der Graf war rechtschaffen platt, auf den Knien rumrutschen und hinter Gipskarton rumbasteln ist kein Vergnügen.
Archiv der Kategorie: Leben
03.01. 2020
Ein trüber, regnerischer Tag, an dem es nicht richtig hell wurde, aber es war relativ warm.
Wir kamen ewig nicht in Gang, weil vorher geplant werden mußte und vor A ist B nötig und gegebenenfalls C.
Also fuhren wir zum ersten Mal los, Kohlen kaufen, um den Saal heizen zu können, weil dort gearbeitet wird. Dann, es war inzwischen fast dunkel und ich sammelte erstmal die feuchten, schlimm hungrigen Katzen ein, schnitt der Graf in der Ostwohnung ein Stück Küchenwand auf. Bevor die Küchenmöbel davor gestellt werden, sollte geschaut werden, ob die Leitungen ok. sind. Das war so weit gut, bis auf ein nach dem Aufdrehen kaputtes Eckventil und ein fehlendes Geräteventil. Der Toom in Greifswald hat bis 22 Uhr offen. Wir fuhren noch mal los.
Jetzt sind die Teile installiert, morgen geht es mit dem restlichen Leitungsverlauf weiter.
02.01. 2020
Es war kalt und sonnig.
Die faulen Tage sind vorbei, heute ging es wieder los.
Vormittags Pläne besprochen, die uns wahrscheinlich die nächsten 3 Monate beschäftigen.
Dann in der FeWo 1 die letzten Bauschutt-Reste aus dem Küchen- und Badbereich rausgeputzt. Zementstaub ist eklig und macht mir Kopfschmerzen.
Nachmittags zogen die Katzen samt Klos, Futternäpfen und Schlafdecken dort ein. Jetzt ist Mimi groß genug dafür und außerdem hat sich das Problem, wie sie herein- und herauskommen gelöst, sie finden den Weg durch den Keller. Ich glaube, sie mögen es.
Shawn kam heute Nachmittag ganz überraschend aus der Kiefer vorm kleinen Haus gepurzelt, von absteigen konnte man da kaum noch reden. Was für ein Klettermaxe, die ersten Äste sind in 4m Höhe. Dann beschnüffelte er sich vorsichtig mit dem Nachbarkater.
Nach dem Dunkelwerden assistierte ich dem Grafen beim aufstellen des dritten Bullerjan, er heizt demnächst den Gartensalon.
Zum Abendbrot mußte ich dringend fiese Dinge essen. Kartoffelsalat, Spiegelei und gebratene Knackwürste. Kälte macht nicht nur Katzen hungrig.
01.01. 2020
Ausschlafen war nicht. Der Nachbar, der nach Thüringen zurück gegangen war, kam mit einem Transporter vorbei, um seine Möbel abzuholen, die er zu einem Teil bei uns untergebracht hatte.
Danach war ein Neujahrsspaziergang geplant, der uns bei den Freunden ein Dorf weiter vorbeiführen sollte, aber ich kroch ins Bett.
Das Jahr mit Drama und Befindlichkeiten anderer Leute hat mir etwas mentale Porosität beschert. Ich hatte für den Winter schon Vorkehrungen getroffen: Jeden Tag mindestens eine Stunde raus an die frische Luft, deshalb auch das Laub harken mit Katzenassistenz, und konsequent frei machen zwischen den Jahren Aber es kommt seit einiger Zeit immer mal etwas vorbei und zieht mir innerlich die Vorhänge zu. Mit allem, was dazu gehört. Langsam, vergesslich, dünnhäutig, kurze Lunte. Das war immer wieder abzuschütteln, aber heute war es hartnäckig und lähmend. Ich hoffe, das hält sich in Grenzen. Meistens hilft ganz stupides Tun über diese Phase hinweg. Ich stricke grade an einem Pullover, der könnte schnell fertig sein.
Ach so, und vielleicht mal die Schilddrüsenwerte genauer ansehen.
Dabei war heute ein sehr schöner Tag. Die Sonne schien und die Umgebung war sehr schnell wieder blitzblank. Hier räumt nämlich jeder seinen Silvestermüll selbst weg. Statt ihn, wie ihn Berlin, in ein paar Tagen noch mit kahlen Weihnachtsbäumen zu verzieren.
Die Katzen waren heute total aus dem Häuschen und wohl froh, daß der Lärm vorbei war. Immer wenn ich auftauchte, rasten sie mir zwischen den Beinen herum.
Abends dann war es kalt, mit klarem Sternenhimmel und lauten Käuzchen.