Warten auf das Gewitter.
Der Vormittag war unerträglich. Heiß, windig, mit stechender Sonne.
Ich erntete einen ganzen Schwung Mangold, nahm jede zweite Pflanze weg und trotzdem ist noch genug da. Auch die Petersilie nahm ich zur Hälfte weg. Dann flüchtete ich nach drinnen. Es hat auch Vorteile, eine kühl bleibendes Haus zu haben.
In der Küche hackte und blanchierte ich. Es gab drei große Portionen Mangold und ein Kästchen Petersilie für die Tiefkühltruhe.
Im Familiy-Chat wurde auf den Regen gewartet. Zuerst war mein Bruder auf der anderen Seite von Rostock dran, mit Regen, Hagel und Stromausfall, dann kam beim Kind in Oranienburg der Himmel runter, auch bei der Mutter im Oderkaff regnete es. Bei uns gab es Dramahimmel und Donner. Das Gewitter kam mal wieder nicht über den Fluß.
Es war kühler geworden, ich zog etwas Unkraut und machte Eis mit Erdbeeren für den Grafen und mich fertig.
Später räumten wir die Baustützen und die Baudielen aus dem Gartensalon und ich machte noch eine Putzrunde dort. Der Lehmstaub ist hartnäckig und klebt sogar an den Wänden.
Dann machte ich Schluß. Ich duschte und begann, Abendbrot zu machen. In Rostock hatte ich sehr frischen Suppenspargel bekommen. Vor dem Schälen der vielen kleinen Bleistifte graute mir etwas. Ich schaute nach einem Sparschäler und siehe da, irgendeine wunderbare Fügung hatte mir einen richtigen Spargelschäler in die Geräteschublade gelegt. Wahrscheinlich kam er aus einem der beiden Nachlässe, die wir letztes Jahr bekommen hatten. Ich war sehr froh, denn er funktionierte richtig gut. Ich war vorher nie auf die Idee gekommen, so etwas zu benutzen.
Ich machte Spargelsalat mit Vinaigrette und Pellkartoffeln. Ein schönes Frühsommeressen.
Danach blieb ich beim Fernsehen in einer Händeloper (Ariodante, Salzburg 2017) hängen und war sehr sehr angetan.
Archiv der Kategorie: Leben
12.06. 2020
Es war feucht und warm. Der Mangold war über Nacht explodiert.
Es ging früh los, die Balken im Gartensalon sollten heute zu Ende repariert werden. Ich putzte derweil unsere Wohnung, draußen war es zu naß.
Als die Arbeit fertig war, begann ich, den Gartensalon zu putzen. Ich schaffte nur die Hälfte, aber das war der meiste Schmutz: Lehm, Stroh und Holzspäne. Das waren noch Baustoffe, die man einfach auf den Kompost kippen kann.
Am späten Nachmittag fuhren wir einen Korb Mangold in Richtung der Freunde ein Dorf weiter.
Es ist immer noch nicht zu sehen, daß da viel im Beet fehlt.
Abends gab es Nudeln mit Ketchup und der Ofen wurde angeheizt, weil ein sehr kalter Wind aufgekommen war.
11.06. 2020
Kühl, bewölkt und hier ein Einkaufstag.
Zuerst wurde die Motorsäge im Baumarkt abgegeben. Hoffentlich mit dem Ergebnis, daß es das Geld zurück gibt. Davor ist aber der Reparaturversuch gesetzt.
Dann verbrachten wir Stunden im Gartencenter. Der Graf bekam endlich ein Geburtstagsgeschenk. Zwei Rosenstöcke, zwei Buchsbäume. Nun fehlen nur noch die Pflanztöpfe. Das wird noch ein Spaß.
Auf dem Rückweg waren wir zum ersten Mal seit Monaten wieder in einem Restaurant. Allerdings saßen wir draußen.
Dann kauften wir noch etwas ein. Ich kaufte zum ersten Mal in diesem Jahr Spargel und Erdbeeren.
Auf dem Rückweg regnete es und es wurde ein ruhiger Abend.
10.06. 2020
Der Tag war bewölkt und nicht allzu warm, aber angenehm.
Eigentlich beschäftigte ich mich fast den ganzen Tag mit Gras harken. Es war diesmal sehr klein gehäckselt und mußte fast mit der Harke abgekratzt werden.
Ich war aber auch nicht grade energiegeladen. Im Moment merke ich, daß wir lange keinen freien Tag hatten. Ich lief durch die Gegend, als hätte mich jemand am Boden festgeklebt.
Wenn ich einen großen Gartensack zum Kompost brachte, konnte ich Shawn dort treffen. Sein neuer Lieblingsplatz für ausgedehnte Schläfchen. Auf einer großen Fläche liegt dort das Gras von der Obstwiese, das vorletzte Woche innerhalb von zwei Tagen in der prallen Sonne zu Heu geworden war. Das ist schön kuschlig. Und darunter ist ein halber Meter faulendes Laub, der für Wärme sorgt.
Nach dem Aufwachen gibt es Katzenyoga.

Der Graf schredderte Äste und Laub von Holunderbüschen (Elderwood! Wir haben einige schöne Stücke aufgehoben.), die vorher in der Sichtachse standen. Durch die Verbreiterung der Rasenfläche im Park arbeiten wir an neuen Perspektiven. Das Fenster auf die Trebel-Landschaft ist von einigen Stellen aus zu sehen. (Früher, als es den Trebelkanal noch nicht gab, der ja erst in den 60ern gebaut wurde und an dessen Ufer Bäume stehen, muß der Blick über das gesamte Tal bis zur Anhöhe auf der anderen Seite gegangen sein.)
Am frühen Abend luden wir endlich das Auto ab. Dann durfte ich noch die Motorsense putzen. Morgen geht es früh zum Baumarkt, das Teil reklamieren.
Nachdem die Sonne untergegangen war, war mir völlig blümerant zumute. Wahrscheinlich, weil ich lange nichts gegessen hatte. Ich machte mit Kugelrettich mit Thunfisch, dazu gab es Chips, damit wurde es besser.