Vigil 73

Da habe ich doch beträchtlich etwas zum Nachdenken. Als am Samstag der starke Wind Staub und die Pollen der blühenden Bäume durch Berlin wehte, war ich kurz vorm Ersticken. Deshalb hatte ich mich heute schon auf übles Krächzen, Niesen und Husten vorbereitet, weil der Graf und ich zu den Eltern fuhren, um Ihnen im Garten zu helfen. Sie haben ein kleines Häuschen am Rand eines Eichwaldes. Die Eichen blühen gerade. Ich reagiere furchtbar allergisch auf Eichenpollen.
Dort im Grünen waberten gelbe Schwaden. Die Eichen blühten, die Kiefern, diverse Blumen und die Katzen sprangen mittendrin herum. Für mich ein wunderbarer Allergie-Cocktail.
Aber es passierte nichts. Absolut nichts. Erst spät am Nachmittag, nach dem mich eine der Katzen zweimal besprungen hatte, fing mein Hals an, ein wenig zu kratzen. Ansonsten habe ich den Tag ohne irgend eine Allergie-Symptom überstanden.
Das bestätigt wieder einmal meine Vermutung, dass der Berliner Feinstaub einen ziemlich großen Anteil an meinen mit den Jahren schlimmer werdenden Allergien und vielleicht auch an den unangenehmen Haut-Problemen hat. Denn auch meiner Haut geht es wesentlich besser, wenn ich irgendwo auf dem Land bin.

Müssen wir jetzt aufs Dorf ziehen?

Auch das noch:

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5 Gedanken zu „Vigil 73

  1. Ich glaube du hast recht. Ich habe keine diagnostizierten Allergien – dazu sind die Symptome nicht stark genug, als dass ich etwas unternehmen würde – aber es gibt ein paar Zusammenhänge, in denen ich leicht tränende Augen und eine laufende Nase bekomme, z. B. manchmal wenn ich raus auf die Straße gehe (und nicht nur, wenn die Linden gerade blühen) und im Stoffladen. Seit dem Stoffladen weiß ich, dass es wirklich der Staub ist, und nicht irgendwelche Pollen. Es gibt – glücklicherweise ganz selten – Stoffe, die rolle ich auf dem Tisch aus, und dabei geht mir der Hals zu.
    Und die Hautreaktion kann ich auch bestätigen. Ich kam mal von einer Seminarwoche aus Schwerte zurück und dachte: die Haut hättest du jetzt gerne immer. Aber nach Schwerte ziehen ist ja auch keine Alternative.

  2. Wie wäre es denn mit einem Haus am Stadtrand mit viel Grün drumherum? Nach Schwerte würde ich auch nicht ziehen, in eine Innenstadt aber ebenso wenig. Nette Lokalitäten habe ich hier natürlich nicht, dafür fahre ich halt 10′ mit der U-Bahn in die Stadt.
    Gut, in Berlin dürfte das etwas länger dauern.
    Gelegentlich mache ich Housesitting inmitten Wiens, ohne Balkon, ohne Grün.
    Nach einer Woche fehlt mir der Garten. So kann ich nie abschätzen wie warm oder kalt mir draußen sein wird. Nase aus dem Fenster reicht nicht:-)

  3. Ab 50+ geht’s auf’s Land oder auch schon Umland. Die Gesundheit kommt von allein oder die Krankheiten kommen erst gar nicht oder sehr spät ;-)
    Berlin ist nicht mehr ein Ort zum Wohlfühlen, ein Besuch zum Essen, ins Theater oder auch ein Konzert, Okay! Aber zum leben zu laut, zu dirty, zu chaotisch. Aber jeder Mensch sucht sich für das letzte Drittel des Lebens seinen persönlichen Chillfaktor ;-)

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