Es ist vollbracht. Heute gegen 22 Uhr standen dann auch Badewanne und Küche wieder an Ort und Stelle, alles war dicht, funktionierte und die Löcher in den Wänden waren geschlossen. Morgen muß der Graf noch einen Lichtschalter und eine Steckdose, die der Gipskartonabräumung im Flur zum Opfer fielen, an Ort und Stelle bringen und die zum Lüften hochgenommenen Dielen wieder auflegen und ich muß putzen.
Das waren gut zwei Wochen ärgerlichste Arbeit, die nicht hätte sein müssen, wären die Wasserleitungen nicht so absurd verbaut gewesen.
Zwischendurch waren wir noch einkaufen, bei der Post und Bargeld holen.
Das Wochenende, das kalt und regnerisch sein soll, werde ich am Ofen verbringen. Das muß ich auch, ich habe mich scheinbar erkältet. Was mein innerer Hypochonder sagt, gebe ich mal nicht wieder. Der feiert Parties, obwohl ich ihm immer sage, daß es ja wohl völlig absurd ist, sich mit der Seuche anzustecken, wenn man niemandem begegnet.
Gnarf.
Archiv der Kategorie: Leben
07.10. 2020
Erstaunlicherweise war es noch mal ein fast warmer Tag.
Morgens mit Muttern etwas Bürokratie erledigt. Wir redeten seit dem Frühsommer aneinander vorbei. Ich sagte: Wo ist der Erbschein?, Mutter sagte: Ich habe doch das Testament!
Aber sie kennt eine amtliche Betreuerin, die ihr beim Gang aufs Nachlassgericht hilft.
Dann wurde es für mich semiproduktiv. Der Graf hatte volles Programm und ich stand auf Abruf. Kratzte immer mal in der Treppenkammer Tapete ab und räumte etwas rum.
Am Nachmittag holte ich mit Onkel Martins Obstpflücker, den mir die Nachbarn gaben, die Birnen vom Baum. Das Teil ist fast 6 Meter lang und mörderschwer.
Bis ganz nach oben, wo die richtig großen Birnen hängen, kam ich nicht, aber die sind, je höher sie hängen, um so wahrscheinlicher von den Staren angepickt.
Dann sortierte ich die Birnen in Pappkisten und stellte sie zusammen mit 3 Kisten Kürbis in die Masarde auf Regalbretter.
Das Wasserleitungsprojekt ist in den letzten Zügen und sollte schon seit zwei Tagen erledigt sein. Wie es so ist, es gibt auch bei Nähprojekten die Phase, wo alles in zeitraubenden Minidetails verwurstelt ist und man glaubt, das wird nie rechtzeitig fertig.
Der Hermes-Bote kam abends um halb 8. Er ist neu und nur die Post arbeitet hier die Zusteller ein. Tauschen wollte ich mit dem neuen Mann nicht, der in einem riesigen Einzusggebiet im Dunkeln über die Dörfer gondelt und sich durch chaotische Hausnummernvergabe durcharbeiten muß.
(Zudem bemerkten wir vor einer Weile, daß es vor unserem Haus keine Straßenlaterne gibt. Wahrscheinlich sollten die Lampen am Haupteingang das übernehmen.
06. 10. 2020
Es wird langsam herbstlich. Heute Vormittag regnete es etwas, aber nachmittags kam die Sonne raus.
Der Graf baute weiter an den Holzverkleidungen, die viel Detailarbeit brauchen, weil in einem alten Haus nichts gerade ist.
Ich richtete die herausgenommenen und wieder eingesetzten Fliesen mit Fugenspachtel wieder her.
Am Vormittag hatten wir nach Brennholz geschaut, unser Vorrat reicht nicht mehr allzu lange.
Ich ging in die Treppenkammer, zum Tapete abspachteln, doch das Vergnügen währte nicht lange.
Das Holz wurde zwei Stunden nach dem kaufanbahnenden Telefonat geliefert. Also war Workout angesagt und da der Graf für wichtige handwerkliche Dinge zur Verfügung stehen mußte, bestand ich darauf, das Holz allein in den Schuppen zu bringen.
Das hat dann, mit einer halben Stunde Pause, weil ich etwas essen musste, bis zur Dämmerung gedauert und hinterher ging ich unter die Dusche und machte die Beine hoch.
WMDEDGT Oktober 2020
Heute fragt Frau Brüllen wieder, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Nun, zuerst habe ich verschlafen. Ich war kurz vor 7 Uhr wach und dachte, da kann ich mich getrost noch mal umdrehen.
Das nächste Mal, als ich auf die Uhr schaute, war es halb 10. Nun ist es ja egal, wir können uns die Zeit frei einteilen, aber es gibt in mir doch noch gewisse Reste an Zivilisation.
Ich zog mich an und fütterte erstmal die Katzen, die warteten schon auf dem Fensterbrett.
Dann frühstückte ich auch, Wurstbrot und ein gekochtes Ei. Der Graf war inzwischen aufgestanden und wir räumten zusammen die Baustelle auf. Dann testeten wir noch einmal alle Hähne und Kupplungsstücke und spülten die Leitungen frei. Diese schwarzen Brösel setzen sich sonst in die nagelneuen Absperrhähne.
Der Graf arbeitete weiter an dem Kasten, der die an der Wand verlaufenden Leitungen abdecken sollte. Das ist ziemlich aufwändig, wenn es gut aussehen soll.
Ich machte meine Nußrunde mit Katzenbegleitung. Der große Baum wirft nur noch ein paar Nachzügler ab. Der kleine kommt jetzt und da muß man schnell sein, sonst sind die Mäuse schneller.
Nebenher entdeckte ich Shawn, der in der milden Herbstluft ein Schläfchen machte. Natürlich dort, wo er es nicht darf.

Ich bürstete den kleinen Fahrradhänger ab, den wir am Samstag über EBK gekauft hatten. Es widerstrebt mir, ihn abzuwaschen, weil er schon ein wenig rostig ist.
Mittags aß ich Joghurt mit Feigen, Birne und Buchweizenflocken.
Nachmittags holte ich mit dem Obstpflücker die ersten Birnen vom Baum. Sie müssen unreif geerntet werden und reifen in den nächsten Wochen nach. Die größten und schönsten hängen leider ganz weit oben und er Baum ist über 6 Meter hoch. Schütteln war schwierig, die fielen mir auf den Kopf. Die Nachbarn werden mir morgen einen Pflücker mit noch längerer Stange geben.
Zwei kleine Pappobstkisten habe ich schon gefüllt, ob es wirklich 5kg in jeder sind, kann ich nicht wissen, ich habe keine große Waage.
Die Aufbewahrung wird spannend. Die Nüsse werden in der Mansarde an die Decke gehängt, um keine kleinen flauschigen Mitbewohner anzulocken. Aber wohin mit den Birnen? Haken an der Decke gibt es in der Mansarde noch genug. Früher hängte man Bretter an Ketten daran und stellte gefährdete Lebensmittel drauf.
Den Rest des Nachmittags kratzte ich in der Treppenkammer die letzte Tapete ab. Da wurde Papier direkt aufs Holz geklebt, das hält. Ein Teil davon sind übrigens die Schundheftchen der feinen Damen. Klein mit Fraktur bedruckte Seiten, auf denen von bebenden Mütterherzen und keuschen, aber überschießenden Gefühlen die Rede ist.
Der Graf fuhr zu einem Termin und ich hatte nach dem Duschen und Essen (Nudeln mit Ketchup und Reibekäse) noch so viel vor. Nähen, stricken und und und… es reichte grade mal zum Ofen anheizen und im Internet rumhängen.
Ich hatte Holunder und Weide aus der Rundmiete, die ich letztes Frühjahr gestapelt hatte, im Korb. Brennt gut, macht aber nicht viel Wärme.
Jetzt ist der Tag vorbei und es ist höchste Zeit fürs Bett. Ich werde noch etwas den Grafen stalken, der auf dem Rückweg ist und dann wird geschlafen.
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