16.06.2019

Ein Sonntag mit Sonntagskleidung. Wir fuhren in Richtung Müritz, um uns einen gebrauchten Kühlschrank anzusehen. In einer wunderschön gelegenen fast leeren Kneipe mit Seeweitblick offerierten uns zwei Angestellte Typ HO-Verkäuferin lustlos das angeschlagene Stück. (Von den Kratzern war in der Annonce keine Rede.) Wir verzichteten drauf, auch eine Handvoll Gäste verzichtete und ging mit den Worten „beim besten Willen, nein!“ aus dem Restaurant. Es war allerdings nicht zu eruieren, worum es da ging.
Weitergefahren nach Krümmel. Das dortige Gutshaus angesehen, das lange zum Verkauf stand (steht?). Dann aßen wir in Boek zu Abend. Um den Müritz-Nationalpark herum herrscht Touristenintensivhaltung. Das, was es bei uns einfach gibt: Kraniche, Wild, Adler, Wald und Binnendünen wird dort zum Event aufgebläht, durchsetzt von Vorschriften, was erlaubt oder verboten ist. Wer’s mag…
Wir fuhren nach Speck. Das Jagdschloss, in dem ich die schönsten Ferien meiner Kindheit verbrachte und Schwimmen lernte, ist mittlerweile sehr gut abgeschirmt und dezent bewirtschaftet, aber noch nicht vollsaniert. So konnte ich dem Grafen nichts zeigen außer der 800jährigen Linde.
Auch das Haus des Fischers, der sich vor 15 Jahren, als ich mit Kajak und Zelt mal in seinem Garten übernachtete, noch an meinen Großvater erinnerte, wurde letztes Jahr für ein Heidengeld verkauft.
Als wir zurück fuhren, spielten wir mal wieder „Stöckchen, Hölzchen, Knöpfchen“ mit Internetrecherche. Von der Frage, wer eigentlich in den 70ern Verteidigungsminister der DDR war (Heinz Hoffmann, an dessen Söhne Juri und Sascha ich mich wieder erinnerte, wie sie mit meinem 4jährigen Ich sprachen), ging es zu Willi Stoph (was für eine üble Gestalt, was hatte der in der Hand, daß er nie richtig abgesägt wurde), zu seinem Bruder Kurt und dann zu Clara Zetkin und Rosa Luxemburg.
Bei Vollmond zu Hause angekommen und morgen muß ich wirklich meinen Schlüssel suchen, den ich verlegt habe.

Auch das noch:

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