Finessen der Wortwahl

Die Gardinen, wir erinnern uns.
Ich stehe ganz oben auf der Leiter und habe den schönen Dederonschtor* (O-Ton Omma) in der Hand. Um die Nupsis am Vorhang in die Gardinenschiene miepeln zu können, muß ich das Ende nach unten fallen lassen. Auf dem Fensterbrett stehen aber jede Menge Blumentöpfe mit Kakteen, die Kind und Mutter wegräumen müßten, sonst gibts ein Desaster.
Könnt ihr mal die…, die… Mir fällt das Wort nicht ein. die … Ah ja, es fing mit K an! die Kacktüten wegräumen?
Volltreffer.

*ältere Menschen erinnern sich vielleicht, daß Nylon in der größten DDR der Welt Dederon hieß…

Veröffentlicht unter Leben

IchauchIchauchIchauch

Da der Herr Glam und der Herr Lucky über ihre außerordentlich schönen Balköne berichteten, sehe ich mich auch zu einem Blumenpost genötigt. Auf meinem Balkon stehen aber noch die vertrockneten Stauden vom Winter und der Bambus hat auch schon einmal bessere Tage gesehen.
Dafür ziert meine Wohnung seit heute morgen das
rose
HeMans altenglische Rosen blühen in voller Pracht und sie duften unglaublich…

Veröffentlicht unter Leben

Dialoge 6

Wir gehen über die Kreuzung vom Auto zur Haustür.

Er: Mein Gott, seit einem Jahr bauen die an der ausgebrannten Wohnung, als würden sie das ganze Haus ausbauen.
Wir stehen am Straßenrand. Es ist rot für Fußgänger.
Ich: Ja, das ist aber nicht nur die ausgebrannte Wohnung. Letzte Woche habe ich …
Er geht schräg über die Straße, die Autos sind gerade im Wegfahren und läßt mich mitten im Satz stehen.

Gestern abend

Münzsalon. Eine Vor-Hochzeitsgesellschaft lernt sich kennen. Leipzig meets Aschaffenburg meets Medienbranche. Einer der Servicemenschen trägt ein modisches Hütchen. Pete-Doherty-like, aber knatschgrün, mit gelber Kordel. Ein alter Herr aus Aschaffenburg, winkt ihn heran:

Haben sie mal einen Moment Zeit?
Nö.
Ich wollte sie nur was fragen.
Machense.
Sind sie der Hausmeister?
Hä?
Sie machen immer die Tür auf, wenns klingelt.
Na und?
Und sie tragen so einen Hut.

Wortloser Abgang des hippen Berlin-Mitte-Typen.
Brüllendes Gelächter im Auditorium.

Veröffentlicht unter Leben