Wie bei Spejbl und Hurvinek

Falls die werten Leser die beiden nicht kennen:

Irgendwann muß ich ja wieder raus in den Ringelpiez mit Anfassen.
Bock hab ich nicht so richtig drauf, aber wer vom Pferd gefallen ist, sollte recht bald weiterreiten, heißt es, statt sich damit zu beschäftigen, wie schrecklich der Sturz war und wie gefährlich Pferde sind.
Meine Horrorvision, wie ich als einsamer Moppel Schokolade mampfend eine Katze kraule und dabei einen kitschigen Liebesroman lese, möchte ich in diesem Leben nicht zulassen.
Zumindest könnte ich mir schon mal theoretische Gedanken machen.
Gedanke Nr. 1: Ich habe Zeit.
Gedanke Nr. 2: Ich habe die Wahl.
Gedanke Nr. 3: Ich habe genauso viel Schiß wie mein Gegenüber. Ich will Spaß.
Gedanke Nr. 4: Idioten gibt es überall.
Gedanke Nr. 5: Ich muß meine Zeit nicht verschwenden.

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Plagiator

Ich weiß, jetzt verdrehen alle die Augen, das Thema kann keiner mehr hören.
Zuerst habe ich gefeixt. Weil von Ghostwritern verfaßtes, im Ausland gekauftes oder in Dünnbrettbohrermanier zusammengemixtes bei Doktorarbeiten des Titels wegen übliche Praxis ist. Und weil diese Diss scheinbar von einem mies gelaunten Praktikanten oder tatsächlich vom vermeintlichen Verfasser selbst zusammenkopiert wurde – nach dem Motto: alle drängeln, das Ding ist quasi duchgewinkt, ich muß doch nur noch liefern.
Ich habe selbst jahrelang gesagt: Einen Doktor hätte ich schon gern, aber wenn, dann kaufe ich mir den Titel. So wichtig war es meinem Ego dann doch nicht.
Aber so langsam ärgert mich die Geschichte. Aus ganz wertkonservativen Gründen, aus Gründen der Moral. Da macht einer Ausflüchte wie ein beim Spicken ertappter Schüler und beißt dazu noch ein wenig um sich. Macht ein paar Zugeständnisse und dann soll gefälligst Ruhe sein.
Dieser Mann hat eine enorme Entscheidungsgewalt. Ich möchte den nicht in der Regierung haben, wenn er moralisch so angefault ist.
Andererseits. Kann man sagen, andere haben sich auf krummen Wegen die Taschen gefüllt. Geld hat der Mann genug, das hat er nicht nötig. Aber vielleicht ist das Umleiten von Geld zum eigenen Vorteil viel harmloser als Lüge und Betrug.
Und wenn das nächste „Upsi, das war eine Dummheit, ich gebs zurück!“ passiert?

PS. Daß wir es alle mit Fleiß und aufrichtiger Wahrheit nicht so genau nehmen und machthabende Menschen nicht idealisieren sollten, ist wohl wahr.
Der eigenlich Vorgang ist der Glanzverlust der Projektionsfläche. Der Mann ist vor zwei Jahren aus dem Nichts gekommen und hatte eine recht heißluftige Biografie und weder Reife noch hinreichende Politikerfahrung. Das mit der Dokorarbeit, die auch erst seit 3 Jahren auf dem Markt ist, ist mithin auch keine verzeihliche Jugendsünde, die durch spätere Entwicklung kompensiert wurde.

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Dampfpost oder Old School Banking

Der Vorgang ist eigentlich ganz simpel:
Da die Post meine fußläufig gelegene Filiale incl. Geldautomat geschlossen hat, hebe ich Bargeld von meinem Postbank-Girokonto nun 300 Meter weiter bei einer Filiale der Berliner Bank ab. Zur Cash Group gehörig, also für mich gebührenfrei.
Wenn dann ein paar Tage später eine Bagatellbuchung von Click & Buy kommt, geht diese zurück, mangels Deckung.
Sonderbar, denn mein Kontostand im Online-Banking sagt mir, daß noch genügend Deckung vorhanden ist.
Die Telefon-Hotline der Postbank wiederum weiß einen anderen Kontostand: Böse in den Miesen. Nämlich genau den doppelten Betrag, den ich in bar abgehoben hatte. Die Buchung wird zwar wertgestellt (also von meinem Guthaben abgezogen), aber aus den Vormerkungen für Buchungen nicht entfernt.
Die Erklärung? Die kam per Formbrief, nachdem ich mich beschwert hatte, denn Click & Buy berechnet für jede zurückgegangene Buchung 15 € Strafgebühr. – Man behalte sich bei Geldabhebungen im Ausland vor, den Betrag noch in den Vormerkungen zu behalten, für den Fall, daß noch Gebühren anfallen.
WTF? Ausland? Ich rief wiederum bei der Postbank an. Ja…., hieß es, da könne man nichts dafür. Da wären die anderen schuld, mit ihren Geldautomaten und Buchungssystemen. Das hätte es seit dem Jahreswechsel öfter gegeben, auch an Shell-Tankstellen. Man würde mittlerweile schon jeden Betreiber einzeln auf das Problem hinweisen, daß auf Grund einer Unstimmigkeit im Datenaustausch die Buchung nicht aus der Vormerkung entfernt werden könne. Ich könne aber anrufen, wenn mir das auffiele, die Mitarbeiter würden den Fehler dann manuell beheben.
Schön. Und was habe ich damit zu tun? Ich bin nur der Idiot, der Strafgebühr bei anderen Anbietern löhnt, wenn eine Lastschrift platzt. (Mal abesehen davon, daß ich das auch sehr peinlich finde.) Ich möchte nicht noch der Idiot sein, der die Postbank überwacht und darauf hinweist, daß sie ihrem Buchungssystem wieder einmal manuell auf die Sprünge helfen muß.
Nachdem mir das jetzt zum zweiten Mal passiert ist, wird es Zeit für einen sehr bösen Beschwerdebrief.

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Checkliste

Haare wallen
Hüfthalter sitzt
Lippenstift glänzt
Parfüm ist dezent, aber einzigartig
Kampfkleidung schwarz
In Anbetracht der Außentemperatur bleiben die High Heels leider im Körbchen

Aber sonst…

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