Jenseits der digitalen Kluft

Sehr bemerkenswertes Gespräch mit der besten und dienstältesten Freundin. Jetzt subjektiv notiert, hat sie vielleicht anders im Kopf.
Ich rede darüber, daß die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß ich Männer, potentielle Partnerschaftskanditaten, treffen werde, die jenseits der digitalen Kluft leben. Die weder verstehen werden, was ich im Netz tue, noch den anderen Ansatz von privater Öffentlichkeit kennen (wollen). Die geängstigt, veränderungsresistent oder konservativ kulturkritisch sind.
Wie die Freundin meint, daß ich das zu akzeptieren hätte und ich dann wieder den Weg in die richtige Kommunikation mit richtigen Menschen fände.
Nein, dafür lebe ich schon viel zu sehr in der Moderne, das ginge nicht. Mein digitales Leben gefällt mir, es bereichert mich.
Das ist wie einem Internetausdrucker oder Dateien-in-Verzeichnis-Kopierer das Wesen von Suchfunktionen, CMS und Datenbanken zu erklären. Das Denken ist anders.
Die Freundin ist die einzige (neben der Familie, aber das ist was anderes), mit der ich noch stundenlang telefoniere. Das Festnetz habe ich vor allem noch wegen ihr, weil das unser Verständigungsweg ist, zusammen mit während der Telefonate aufgerufenen Webseiten und hin und her gehenden Dateien.
Als ich ich sagte, daß ein Mann, der mein Tun im Netz nicht akzeptiert, kein Partner für mich wäre und sie fragt, was denn wäre, wenn sie mir sagen würde, daß sie das nicht gut findet und ich ihr antworte, daß damit unsere Freundschaft auf dem Spiel stünde, gibt es mir einen Ruck. Ich habe so etwas noch nie gesagt. Wir kennen uns mehr als 25 Jahre, wir können über alles reden.
Dann der übliche Exkurs: zu privat, völlig unverständlich, so etwas in die Öffentlichkeit zu bringen, Pseudokontakte, soziale Verarmung, Vereinsamung, etc. Das kommt von einer Schriftstellerin, die ein sehr gastfreundliches Haus mit vielen Besuchern hat und die ihr Grundstück zweimal jährlich für Fremde öffnet, um Einblicke in ihr Leben und Schaffen zu zeigen.
So wie HeMan, der, wenn ich mit ihm übers Bloggen sprach oder ihm einen Text schickte, der mir gefiel, sich echauffierte, daß die Leute, die Zeit hätten, so was zu schreiben und kommentieren, alles arbeitslose Loser wären. Das kam von einem Menschen, der kein Telefonat unter einer halben Stunde führen konnte, ob geschäftlich oder privat.
Es verunsichert mich, mich so weit von meinen Nächsten zu befinden.

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Was will mir das eigentlich sagen?

Wenn ich Wynona Rider in Black Swan nicht erkannt habe?
Überragende Schauspielkunst?
Hart gealtert?
Make up- und Outfit-Overkill?

Wobei, gute Besetzung. Das dunkelhaarige Engelchen der vorigen Generation gibt die Stafette ab.

Portman hat einen Vorteil. Sie ist intelligenter.

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Ziemlich unverschämt

Mir flattert gerade ein Schreiben der Vermieter ins Haus.
Man werde neue Stromzähler installieren und die Elektroleitungen bis zu den Wohnungen erneuern.
Zeitgleich würden Datenleitungen verlegt und jeden Mieter eine Art IP-Telefon in die Wohnung gestellt, das
1. Eine Türsprechanlage bedient. (Die es bisher noch nicht gibt.)
2. Internettelefonie ermöglicht, angeblich ohne weitere Gebühren.
3. Einen Breitbandinternet-Anschluß ermöglicht.
4. Zukunftsaussicht: Vernetzte Haushaltgeräte etc.
Punkt 2 und 3 nur auf Wunsch des Mieters.
Monatliche Betriebskostenerhöhung: 10 € pro Wohneinheit.
Was ich ein bißchen viel finde für eine Türsprechanlage. Denn ich werde das Telefon- und Internetangebot bestimmt nicht annehmen, denn ich lasse mich sicher nicht von meinem Vermieter überwachen.
Nun ist es für mich ein bißchen schwierig, auf die Barrikaden zu gehen. Vermieter ist die Familie meines Ex, der Datenanbieter ist mein Ex selbst, der damit ein weiteres Referenzprojekt für seine Geschäftsidee bekommt.

Hat jemand eine Idee, wie man das elegant abbiegen könnte? Irgendein Killer-Datenschutzargument zum Beispiel?

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Kopf über Wasser

Unglaublich, was ein paar Tage Sonne bewirken. Ich trage mich nicht mehr wie ein mit Klärschlamm gefüllter Sack durch die Gegend, sondern sehe mich im Spiegel an und finde mich ganz ok. Ich kann wieder riechen. (Das ist bei mir ein Zeichen von Wohlbefinden, den Geruchssinn wieder zu haben, warum auch immer.) Scheinbar kommt die Welt wieder an mich heran.
Ich schmiede Pläne, während ich noch vor einer Woche von Stunde zu Stunde und von Tag zu Tag gehangelt bin.
So ist es gut.

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