Das Nutellaproblem

Ich bin Frühstückerin. Ohne mindestens ein Marmeladenbrot und einen Kaffee, egal, wie früh ich morgens aufstehe, bleibe ich stumm auf dem Klo hocken oder – falls ich es schaffe, mich in Bewegung zu setzen – renne ich womöglich ins nächste Auto, weil ich aus Unterzuckerung halb blind und nicht reaktionsfähig bin. Der Graf dagegen frühstückt vielleicht einmal im Vierteljahr, aber nur dann, wenn er erst mittags aufgestanden ist.
Die Frühstücksabteilung im Küchenschrank ist trotzdem nach dem Geschmack des Grafen gut sortiert, weil er spätabends mit süßem Zahn Dinge kauft, die er gerne mal essen würde: Erdnussbutter stückig, Bonne Maman Karamellcreme, Darbo Marillenmarmelade und last, but not least, Nutella.

Die reihe ich morgens beim Frühstück dann vor mir auf und lasse sie mir schmecken. Bis dann, ja bis, nach Wochen:
DerGrafso: Wo ist denn das Nutella? (man kann hier auch die Begriffe Erdnußbutter, Marmelade, Karamelcreme einsetzen)
Ickeso: Äh… Aufgegessen???
DerGrafso: Nö, kann nicht sein, ich hab doch da noch garnichts davon genommen.
Ickeso: Aber ich vielleicht?
DerGrafso: Aber das kann doch nicht schon alle sein!

Und so sorge ich für Nachschub bei den genannten Artikeln, esse sie natürlich dann wieder auf, sorge für Nachschub, denn sie könnten mal abgerufen werden, esse sie auf…

Ein Teufelskreis! Denn eigentlich kaufe ich nur einmal im Jahr ein Glas Nutella, esse es auf und gut wars. So wird man süchtig gemacht.

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Festnetzmüdigkeit

Irgendwann gibt es bei mir den Moment, wo ich mit diesen ganzen Festnetzdrückerkolonnen keinen Geduld mehr habe.
Telefonvertrag ändern und Bandbreite hochsetzen? Kein Problem! Der Vertrag ist da, die Leistung läßt seit Mitte September auf sich warten. Sie wäre dreimal geprüft und „abschlägig beschieden worden“ verplapperte sich mal jemand.
Mit dem Festnetz umziehen? Kein Problem! Bis der Telefontechniker auf dem Absatz umkehrt, denn etwas anderes, als einen bereits liegenden Anschluß neu belegen bzw. durchmessen, ob das klappt, macht er nicht. Auch wenn er nur zwei Drähte zweimal stöpseln und eine Telefondose anbauen muß.
Ok., neuer Versuch in 14 Tagen. Die Telefondose bekommt er von mir spendiert und auch einmal stöpseln. Mal schauen, was passiert und ob er in den Hoheitsgebieten seines Telefonkastens im Keller immer noch nicht den Nippel durch die Lasche ziehen darf.

Ich habe den Eindruck (und da bin ich nicht allein), da läuft eine riesengroße Verarsche. Daß man hinter vorgehaltener Hand gesagt bekommt, daß die Telekom für einen DSL-Breitbandanschluß 30 normale Telefonleitungen plattmachen muß, ist ja als Fakt einleuchtend. Kommunikation geht aber anders. Es werden jede Menge Produktversprechen gemacht, die nicht gehalten werden. Kann ich mich bitte irgendwo beschweren?
Oder besser: drei Leute im Haus bestellen einen VDSL-Anschluß, an den sich alle andere ranhängen und alle Telefonie passiert nur noch über Funk. Dann könnt ihr euch euren Festnetzanschluß in den A… stecken.

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Ich bin schuld

Wenn die Welt dieses Jahr doch untergeht, habe ich das wahrscheinlich verbockt. Hier auf der Barnimkante stürmt es und ich habe unter Tosen auf dem Dachboden Wäsche aufgehangen. Ihr wißt ja, was dann passiert. Wenn sich einer aus dem Wilden Heer in der Wäsche verfängt, gibts Ärger. Wobei das in meinem Kopf alles im Stil eines Terry-Pratchett-Romans abläuft.

Aber ansonsten läuft alles bestens. Die Nachweihnachtsgrippe war relativ schnell überstanden. Und das, obwohl ich gelitten hatte wie ein Mann. (Also sehr.) Da ich selten Fieber habe, war dieses unter Dampf stehen ein Ereignis für mich. Aber am Neujahrstag war alles vergessen.

Ja und nun? Traditionell fange ich nicht vor dem 6. an zu arbeiten, also habe ich noch ein paar lockere Tage vor mir, in denen ich mal hier mal da pussele. Dann packe ich Kartons, schließe das Nestchen ab und schlage meine Dependance in einem Wolkenkuckucksheim-Zimmer auf Berlins höchsten innerstädtischen Hügel auf. Obwohl ich im Kistenpacken mittlerweile versiert bin, bei 5 Umsiedlungen in den letzten 8 Jahren, und mich klugerweise von vielem überflüssigen Kram getrennt habe, nervt es so langsam. Wenn es nach mir ginge, würde mich der nächste Umzug in den Süden führen, wo ich mich endgültig festzuzeln würde. Aber wie es so ist. Zu zweit zwischen einem und fünf Zimmern zu pendeln, heißt in der Regel die Entscheidung für die fünf Zimmer. Ich neige ja nicht zu Eigenbrötlertum und Fernliebe, sondern mag es eher mit flächendeckendem und umfassendem Anfassen.
Auch Bauarbeiten werden schon geplant. Diesmal ohne Verspachteln der Wände (das wäre auch zuviel Fläche). Aber ich habe noch nie einen Wanddurchbruch gemacht. Wird Zeit dafür.

Das Kind ist dieser Tage 25 Jahre alt geworden. Wahnsinn oder? Richtig erwachsen ist meine Kleine nun. Meine Midlife-Crisis habe ich auch hinter mir Und nu?
Werde ich Guru? Eröffne ich eine Beratungsstelle für unglücklich Liebende? Mache ich Mrs.-Marple-Karriere?

 

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Jahresrückblick

Zugenommen oder abgenommen?
Aaaaach! Fragense nich! Aber immerhin vermutete die Verwandtschaft, daß ich mein derzeit erreichtes Lebenshöchstgewicht mindestens schon zweimal in den letzten 20 Jahren hatte, was nicht so ist. Ich lag einmal 18, einmal 10 Kilo drunter. Was heißt: Du kannst wiegen so viel wie du willst, wenn du dich fett fühlst, strahlst du es aus.

Haare länger oder kürzer?
Sehr viel länger, überschulterlang. Wo ich doch jetzt in das Alter für die frische und freche Kurzhaarfrisur komme. Aber ich war schon immer antizyklisch unterwegs.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ohne Lesebrille geht so gut wie nichts mehr, ich fürchte, demnächst ist noch die Fernsichtbrille dran. Die Welt sieht derzeit so weichgezeichnet aus.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Dieses Jahr war eine Übung in Verzicht.

Mehr bewegt oder weniger?
Gleichbleibend wenig. Verharren war  meine wichtigste Übung.

Der hirnrissigste Plan?
Mit medikamenteninduziertem Muskelhartspann daran zu denken, daß ich am Avon-Frauenlauf teilnehmen könnte.

Die gefährlichste Unternehmung?
Ein Gaskochfeld mit Propangasflasche in einer Einzimmerwohnung mit winziger Küche zu betreiben.

Die teuerste Anschaffung?
An einem Tag einen Mantel und Schuhe für ein Date zu kaufen. Nicht bei KiK.

Das leckerste Essen?
Selbst gemacht. Spanferkelrücken in Biersoße mit Kartoffelklößen und Bayrisch Kraut.

Das beeindruckenste Buch?
Die Neuromancer-Trilogie. (ja, ich bin ein merkbefreiter Nerd.)

Der ergreifendste Film?
Es gab nicht viele Filme in diesem Jahr. Aber es war wieder mal ein Coen-Film, True Grit.

Die beste CD?
Ach, auch für neue Musik ist nicht die Zeit.

Das schönste Konzert?
Ich war nur in einem Konzert und das war Scheiße.

Der beste Sex?
Ständig.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
…mir selbst. Ganz zweckfrei und richtungslos.

Die schönste Zeit verbracht damit…?
…zu merken, daß es für nix zu spät ist im Leben.

Vorherrschendes Gefühl 2011?
„Daß ich das noch mal erleben darf!“

2011 zum ersten Mal getan?
Einen Job, um den mich viele beneiden würden, aufgegeben, als ich merkte, ich ich für schlecht bezahlten, subalternen Kompromiß nicht gemacht bin.

2011 nach langer Zeit wieder getan?
Mein Leben eng mit einem anderen verknüpft.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Es hatte alles seinen Sinn. Sogar die dreiwöchige Magen-Darm-Grippe am Anfang des Jahres.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Ich war in der luxuriösen Situation, bei den Dingen, die mir am Herzen lagen, niemanden überzeugen zu müssen.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Hingabe. Bedingungslos.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Dasein. Bedingungslos.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Die Anrede „Mein Mädchen!“ Das hat nämlich schon mein Lieblings-Opa immer zu meiner Lieblings-Oma gesagt.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Laß mal das olle Ding da weg.“

2011 war mit 1 Wort…?
Neubeginn.

2007200820092010

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