Tagebuchbloggen – 1. Oktober 2013

Nun ist endlich Oktober. Meine innere Uhr ging scheinbar vor.
Nach einer fast schlaflosen Nacht, ich war völlig aufgedreht und der Graf ebenfalls, vermutlich lag das an den Pilzen, standen wir spät auf und trudelten langsam in den Tag.
Wir machten einen langen Spaziergang über Felder, Wesen und Hügel, eskortiert von Kranichstaffeln und Gänseformationen hoch am Himmel. Dann ging der Graf wieder schlafen und ich sammelte eine Kiste Holunder für Gelee.
Dann setzten wir uns in die Sonne vors Haus und ich begann einen Riesenmüllsack Kleider auseinanderzunehmen. Das waren alles Sachen, die bei La Primaveras Kleidertausch keinen Abnehmer gefunden hatten, aber vom Material her wunderbar für Patchwork geeignet sind. Nach dem Rasenmähen kam mir La Primavera zu Hilfe. Wir schnitten Bündchen, Kragen und Nähte weg und übrig blieben eine Kiste Stoffstücke in Rot, Blau, Braun und Weiß. Der Berg Verschnitt war indes ein gemütliches Katzenlager.
Als ich die Bande mal rausschmiss, weil es Pellkartoffelschalen zu fressen gab, war die Futterschüssel mit einem herbstmüden Igel gefüllt. Scheinbar war er beim Trockenfutter klauen weggepennt. Er wachte nicht einmal auf, als ich ihn auskippte und trollte sich erst viel später in der Nacht ausgeschlafen ins Unterholz.
Das Holundergelee blieb ungekocht. Dafür aßen wir ein herbstliches Mahl. Es gab Pellkartoffeln, Rosenkohl, Kohlrübe und Kohlrabi und dazu eine wunderbare Supermarkt-Convinience-Improvisation: Leberknödel mit Königsberger-Klopse-Sauce.
Um zwei Uhr nachts war der Kamin erloschen und wir huschten fix ins Bett.

Nachtrag: Der kommt von hier, drei Hügel weiter, neben den Sümpfen.

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Tagebuchbloggen – 30. OktoberSeptember 2013

Lange geschlafen. Die Stille ist hier gigantisch. Dann trödelten wir uns in den Tag. Abspülen, mit den Katzen reden (vier an der Zahl), Obstsalat machen, Kaffee kochen.
Anschließend machten wir die große Pilzrunde durch den Wald. Was heißt, wir hatten schon vor dem Erreichen des Waldes der 100m von La Primaveras Haus entfernt ist den Korb voll und legten diese Pilze erst einmal unter einer Hecke ab.
Dann stiefelten wir durch Unterholz und fanden hier und da. Nicht nur Pilze, die ich kenne, sondern auch so Spezialsorten, kleine zarte und intensiv violette Schirmchen oder was Schirmpilzähnliches, das nicht so ganz sicher aussah und rauchgraue Birkenpilze.
Nach einer Stunde Data Overload im Wald durch Lichtreflexe, Blätter, die sich als Pilze tarnten und Brombeerranken, die einen festhielten, wankte ich hinaus auf die Wiese und haute mich erst mal zum Ausruhen hin. Blätterrauschen und in den Himmel schauen. Manchmal braucht es nicht mehr.
Interessant übrigens, dass meine Haut hier – wie auch im Riesengebirge – keine Zicken mehr macht. Der Stadtstaub scheint unverträglich.

Dann saßen wir bis die Sonne verschwand Pilze putzend vor dem Haus, bestimmten die noch zweifelhaften Sorten und kochten bei knisterndem Kamin.
Selbst gesammelte Pilze
Kartoffel- und Kürbis-Pürree, Bratpilze und Kopfsalat.

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Tagebuchbloggen – 29. September 2013

Ein wurliger Vormittag, noch schnell klar Schiff machen, Klamotten in die Tasche schmeißen, das Auto ranorganisieren, das mit abgelaufener Plakette irgendwo halb im  Wedding parkt, noch einen letzten Schwung Wäsche aufhängen und die Blumen gießen und ab gehts Richtung Norden. Auf dem blauen Himmel schweben Wolkenschiffchen, auf den Feldern liegen Strohballen und in La Primaveras Garten begrüßen uns rote Äpfel.
Zum Abendbrot machen wir eine kleine Pilzsammelrunde im Garten und genießen anschließend die letzte Sonne vor dem Haus.
Dann gibt es Bratkartoffeln, Pilze und Salat. Anschließend sichteten La Primavera und ich einen ganzen Schwung Klamotten. Ich habe jetzt Wickeljäckchen, Pullover und eine schöne Tweedjacke, die mir, wenn ich noch einen Rock dazu nähe, den Kostüm Sew Along spart.
Leider wirbelte das Anproberen so viel Katzenhaare aus den Sachen aus (hier hat ja jeder Katzen), dass ich erstmal furchtbar litt, aber dann doch in eine stille ländliche Nacht unter strahlendem Sternenhimmel glitt.

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