Früh aufgestanden, aber die Gäste waren schon eher abgefahren. Wir haben uns in den 3 Tagen konstant verpasst.
Ich heizte, das Zimmer war ausgekühlt wie im Winter.
Nach einer Kleinigkeit zum Frühstück ging ich zur Nachbarin, mit ihr zusammen die Katzen päppeln. Es war bitter kalt draußen.
Noch etwas geräumt und Holz geholt und mittags wieder rüber zur Nachbarin. Die Bunte kann inzwischen selbst Milch schlecken und ist fit und fröhlich. Sie wärmt und putzt die kleinen roten Kätzchen. Den Rest des Tages kommen sie ins Hundekörbchen und der Hund tut seinen Teil dazu. Ob die Roten durchkommen, ist immer noch nicht sicher.
Dann stiegen wir ins Auto und fuhren nach Lauenburg mit Zwischenstopp in Wismar zum Essen und Geld holen.
Dort angekommen, kauften wir nach einer Testfahrt einen gebrauchten Rasenmäher mit Mulcher. Er soll in Zukunft Fläche machen, damit wir nicht immer ewig mit dem Rasen beschäftigt sind. Mal schauen, ob das so klappt, wie wir uns das denken.
Dann ging es mit dem Teil hinten im Transporter zurück. Wir fuhren ihn dann mit viel Taschenlampengefuchtel im Dunkeln knatternd in den Schuppen. Denn morgen geht es schon wieder auf große Fahrt.
06.10. 2019
Lange geschlafen. Nach dem Frühstück die kleinen Kätzchen mit Milch gefüttert. Ich bin immer noch unsicher, ob die roten es schaffen, sie sind mittlerweile sehr mager. Die Bunte übt inzwischen, sich selbst zu putzen.
Dann etwas spazieren gegangen. Bilderbuchlicht und -himmel. Mit dem Fahrrad in Richtung Wald gefahren, eine Marone gefunden. Die außer Dienst gesetzte Trebelbrücke besichtigt. Auch hier fehlen mittlerweile die alten, schnellen Ortsverbindungswege, die man zu Fuß oder per Fahrrad benutzte. Da kann ein 2,5 km entfernter Ort nun 16 km Umfahrung bedeuten.
Als wir mit Kuchen in der Sonne saßen, wurden wir zu den Nachbarn auf einen Portwein gebeten.
Der Graf fuhr dann zu den Freunden ein Dorf weiter, den Rasentrecker testen, ich fütterte und wusch noch ein zweites Mal mit der Nachbarin die Kätzchen. Wahrscheinlich halten sie mich für eine bekloppte Städterin.
Ich fuhr mit dem Rad hinterher und wir plauderten noch etwas, in der Scheune stehend.
Zurückgekehrt, heizten wir die Öfen an. Der Graf machte mit Suppe warm und ich ging in die Badewanne.
Jetzt bin ich müde.
WMDEDGT Oktober 2019
Frau Brüllen fragt wieder, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Ich schlief bis halb 9, meine innere Uhr hat meinen Tagesablauf schon um eine Stunde verschoben.
Dann kochte ich Kaffee mit dem Handfilter und frühstückte. Ich hatte schon alles am Abend vorher zurechtgestellt, weil ich nicht in die Küche am anderen Ende des Hauses konnte. Es war nicht abzusehen, wann die Gäste, die dort im Gästezimmer schliefen, wach würden.
Aber sie gingen schon zu ihrem Familientreffen, als ich am Frühstückstisch saß.
Nach dem Frühstück machte ich eine Waschmaschine fertig. Es regnete immer wieder in Schauern von leicht bis stark und war ziemlich kalt.
Der Graf und ich setzten uns an die auseinander gebaute Kaffeemaschine, die ähnlich wie die Vorhänge schon seit Wochen in Arbeit ist. Wir schauten noch mal ein Montagevideo an. Wir bastelten noch etwas daran herum und ich kapierte langsam, daß das eigentlich fast selbsterklärend ist, weil es Markierungen gibt, die einem aber keiner erklärt, weil Markenschutz und irgendwelches „da darf nur ein Fachmann ran“. So richtig kamen wir zu keinem Ergebnis.
Es war auch schon Zeit, den Grafen zum Zug zu fahren. Sonst fährt er selbst und parkt am Bahnhof. Diesmal wollte ich einkaufen.
Ich setzte ihn ab, tankte und fuhr zum Futterhändler. Im Internet hatte er bis 16 Uhr offen. Im wahren Leben bis 12. ich fuhr weiter zum Baumarkt und hatte Glück. Es gab püriertes Katzenfutter, Aufzuchtmilch und Sauger.
Zurückgekehrt, inzwischen war die Sonne rausgekommen, zog ich Arbeitskleidung an und ging rüber zur Nachbarin. Sie hatte die kleinen Kätzchen ins Haus genommen und gesäubert, jetzt schliefen sie am warmen Ofen. Wir rührten die Milch an und fütterten sie. Das war ziemliche Randale, weil sie das mit dem Sauger nicht kannten. Die zwei Roten, vor allem das Mädchen, haben sehr abgenommen. Die Bunte ist immer noch proper und fängt an, mit ihren Geschwistern zu spielen, die dafür noch gar keinen Nerv haben.
Als ich zurück war, zog ich die Arbeitssachen aus und steckte sie gleich in die Waschmaschine. Bevor Katzenhaare sich überall verteilen und mir die Bronchien pfeifen.
Dann heizte ich die Öfen an und machte mir Essen. Nudeln mit Ketchup. Später hängte ich Wäsche auf.
Nach dem Essen nahm ich mir noch einmal die Kaffeemaschine vor und hatte die Brühgruppe doch bald fehlerlos zusammen gebaut. Es ist alles eine Frage der Konzentration.
Dann war es Zeit, den Grafen von Bahnhof abzuholen. Ich fuhr los und sah zwei Füchse und mehrere Rehe.
Der Zeug war leicht verspätet, wir fuhren zurück und ich machte dem Gatten gleich nach der Ankunft etwas zu essen. Was heißt machen. Tiefkühlkost. Der Ofen in unserer Wohnung mußte auch noch angeheizt werden.
Dann war mir nach Badewanne. Und jetzt ist es halb 2 und ich schlafe schon beim Schreiben ein.
Die anderen Texte stehen hier.
04.10. 2019
Ein komischer Tag, produktiv und unproduktiv zugleich.
Die Vorhänge vom Himmelbett, endlich fertig, wurden gewaschen und sorgfältig aufgehängt. Schleiernessel kann ganz gut Wind vertragen, wenn er gespannt und gerade hängt, dann wird er glatter.
Um die Mittagszeit herum war ich endlich mit den Vorbereitungen fertig (Flammenwerfer auf die Gasflasche schrauben, Schlauch in die Senke ziehen und anschließen), den großen Gestrüpphaufen in der Senke abzubrennen.
Der Graf hatte inzwischen einen Birnbaum leergeräumt und ging für Planungs- und Tischlerarbeit rein. So große Scheiterhaufen sind nicht sein Ding.
Ich stand dann zweieinhalb Stunden in der Hitze und war selig. Das habe ich schon als Kind geliebt.
Ich hatte mich gerade etwas hingelegt, da kamen die Gäste fürs Wochenende. Kurze Einweisung, dann war ich eh wach und hing die Vorhänge ans Himmelbett und räumte einen Schrank ein.
Den Abend verbrachte ich strickend vor dem Fernseher. Erst vor irgendeinem Videoclip-Kanal. Jo. Heute werden Musikvideos von diesen Songs mit Vocoderstimme scheinbar nach Schema F gemacht. Zwei tanzende Chicas, ein Motorrad und etwas Landschaft. Fuerteventura oder der Alexanderplatz. (Gut, früher waren es halt Aerobicmäuse vor animiertem Hintergrund.)
Dann rutschte ich auf arte in den Dokumententarfilm von Katja von Garnier, den sie 2010/12 über die Scorpions gedreht hat. Ich war ja eher Team Deep Purple, Metallica und Sisters of Mercy. Als ich vor 10 Jahren mal mit Matteo Tedesco faul im Boot in einer Bucht pennte, spielte der stundenlang Scorpions. Ich natürlich: „Uncool, gnagnagna!“ Er: „Wat mutt, dat mutt!“ so schlecht fand ichs dann gar nicht.
Was soll man sagen. Heute mag ich die Musik. man wird halt älter. und Entertainment-Profis haben bei mir sowieso einen Stein im Brett.
Meine Kopfjukebox spielt also aktuell die Scorpions, das löst die Drei-Wochen-Schleife „Tausend Mal berührt“ von Klaus Lage ab. Drei Wochen. Das war hart.