Einfach nur müde.
Und ein etwas schlechtes Gewissen. Die Freundin, deren Mutter so plötzlich starb, fragte, ob wir kommen können, um zu helfen. Der Nachlass ist großes Chaos auf 400qm. Aber das ist fast der Job, den wir hier seit anderthalb Jahren täglich machen. Dann kämen noch 7 Stunden Fahrt dazu. Ich mußte das absagen.
03.11. 2019
Der Wecker klingelte um halb 6. Ich brachte mich irgendwie in Festlichkeitszustand. Im Moment ist alle Kleidung schon warm und rustikal. Stadtkleidung kann ich nicht mehr denken. Hier steht man im Winter auf Parties mitunter mit Jacke und Handschuhen herum.
Wir stiegen mit einer halben Stunde Verspätung ins Auto und fuhren durch den Regen.
Wir waren zwar nicht die Letzten, die ganze Fraktion aus dem Norden kam später, aber die Geburtstagsfeier war schon in vollem Gange. Dem Onkel gratuliert, er solle seinem Bruder auf keinen Fall nacheifern. Verwandte und Bekannte wiedergetroffen.
Es gab Unmengen richtig gutes Essen, getrunken wurde wenig.
Das Enkelkind blieb lieber bei Papa. Sie spricht von Tag zu Tag besser, da ist wohl ein Knoten geplatzt.
Es war ein schönes Fest, sehr warm ums Herze aller.
Am 3. November vor genau 30 Jahren erzählten mein Exmann und ich auf der Geburtstagsfeier des Großvaters, daß wir am nächsten Tag zu der Demonstration auf dem Alexanderplatz gehen wollten. Die pensionierten Offiziere waren entsetzt. Was wir dort wollten. Da wären nur Republikfeinde und vom Westen gesteuerte Provokateure, die naive Bürger des Landes zum weitermarschieren und zum Durchbruch der Mauer verleiten wollten. Wir ließen uns nicht überzeugen. „Denkt ja nicht, dass wir euch aus dem Knast holen!“, hieß es. Der Rest ist Geschichte.
Wir fuhren nachmittags nach Mitte, in der Wohnung nach dem rechten sehen und legten uns hin, um noch etwas auszuruhen. Daraus wurden 3 Stunden Schlaf.
Der Graf fuhr uns zurück und kurz vor Mitternacht waren wir wieder da.
Nächste Woche wird langsamer gemacht.
02.11. 2019
Ein Tag, der zunehmend wärmer wurde, bei immer mal Regen.
Vormittags noch mal geräumt und Topinambur aus einem Beet gezogen. Wenn ich draußen war, nahm ich die kleine bunte Katze, die ich von der Nachbarin geholt hatte, aus ihrer Box und sie begleitete mich wieder. Machte ich längere Wege, rief sie laut, weil es ihr zu anstrengend war. Schließlich ist sie so groß, wie das Gras hoch ist. Außerdem übte sie springen. Arbeitete ich drin, weil es regnete, schlief sie in ihrem Kistchen.
Dann zog ich mich sonntagsfein an. In Nehringen in der Kirche gab es die Vorführung eines Films, der vor 28 Jahren im Ort gedreht worden war. Dazu gab es Glühwein, Kuchen und Schmalzbrote. Und Menschen, die man gern trifft.
Der Film war angenehm nostalgische Vorführschauspielkunst im brechtschen Sinne.
Auf dem Rückweg hielten wir in Tribsees und kauften noch schnell im Lidl ein. 20:10 Uhr wurden wir freundlich darauf hingewiesen, daß der Laden schon seit 20 Uhr geschlossen wäre. Die Öffnungszeiten haben sich im September um eine Stunde nach vorn verschoben.
Zu Hause aßen und heizten wir und packten das Geburtstagsgeschenk für morgen ein.
Morgen geht es um 7 Uhr los nach Berlin und nach dieser Woche möchte ich dringend mal ausschlafen und einen Tag nichts tun.
01.11. 2019
Relativ früh aufgestanden und Sachen gemacht. Unter anderem im Wind mit umherwirbelnden Blättern Laubhaufen in eine Schubkarre geladen. Wäsche aufgehängt.
Der Graf paßte inzwischen die neue Tür ins den Hundezwingerholzlager ein.
Das bunte Kätzchen begleitete mich und hoppelte durchs feuchte Gras. Aber es war ihr zu kalt, sie wollte dann lieber in ihrer Box schlafen, nachdem es handwarme Milch gegeben hatte.
Der Graf fuhr nach Nordwestmecklenburg zu einer Veranstaltung und ich räumte den großen Salon aus. Die Hälfte hatte ich geschafft, dann hörte ich vernünftigerweise auf. Da war einiges ziemlich schwer.
Dann ging es in die Badewanne und nach einem kurzen Imbiss ins Bett.