Berlin versucht schon wieder, mich zu fressen. Aber der letzte Tag des Reisetagebuchs ist schon in Arbeit.

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up and away

Bis zum 30. September könnte es hier recht ruhig werden.
Ich werde zwar schreiben, aber ob ich zum Upload komme, weiß ich noch nicht, allzuviel Internet gibts dort nicht und wenn, fliegt es durch die Luft und ist teuer.
Tschüß dann und paßt auf, wenn ihr über die Straße geht!

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16.9. 10

Die Tage fließen mal wieder ineinander und ich kann mich kaum erinnern, was sich wann ereignet. Das ist immer der Fall, wenn ich mir zuviel zumute. Insofern ist das Tagebuchbloggen ein guter Indikator. Wenn ich Eindrücke nur noch abwehre wie einen Platzregen, dann habe ich irgendwann ein Problem.
Der gestrige Tag gehörte der Homepage. Ein paar Frickeleien am Code und so langsam kommen die fehlenden Worte eingetrudelt wie verspätete Lieferungen. Je weniger Text, desto länger dauert die Wortfindung.
Ich kochte mir Milchreis zu Mittag. Als ich ihn für ein halbes Stündchen zum Schlafen ins Bett legte, meldete sich LaPrimavera. Sie hat ein großes Projekt zu konzipieren und ich sollte meinen Senf dazu geben. Das schöne am gemeinsamen Arbeiten mit ihr ist, daß wir uns aufs Wort verstehen und uns so einiges um die Ohren hauen können. Das macht solche Gespräche wunderbar effizient.
Der Milchreis war danach butterzart und eher lauwarm und ich fiel bald um vor Hunger. Natürlich aß ich zuviel davon und so war mir erstmal übel. Als Ausrede zum Nichtarbeiten reichte es leider nicht.
Aber ich ließ mich auch gern ablinkenlenken und stellte für das Twitter-80s-mem ein echtes 1983er Kitty-Foto ein. Einfach mal als Gegensatz zu den Baby- und Kleinkindfotos in meiner Timeline.

kitty1983

Natürlich kamen hinterher die erstaunten Kommentare: Das ist 27 Jahre her! Ja, und ich bin noch genauso albern wie damals.

Zumindest schaffte ich es, mich erfolgreich um die Buchhaltung zu drücken, die nun wie ein Riesenberg über mir aufragt.
That’s Life.

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15.9. 10

Mittlerweile bin ich glücklich über meine wieder produktiven Zeiten.
Finanzen sortiert, komplizierten Antrag ans Amt geschrieben und abgeschickt und an der Homepage weitergefrickelt steht in meinem „Erledigt“-Heftchen.
Das Telefon wird von Tag zu Tag ruhiger. Meine Schützlinge sind nun anderswo untergekommen. Ich habe zu ersten Mal seit Jahren die Chance und die Aufgabe, mir den Tag selbst einzuteilen. Das fühlt sich verdammt gut an und ich kann damit auch in ruhigeren Zeiten meine Buchpläne wieder ausgraben.

Vormittags war Randale im grünen Innenhof. Das Areal wird – komischerweise immer zu bestimmten Zeiten – von Elstern heimgesucht. Diesmal beschränkten sie sich nicht darauf, sich gegenseitig auf die Mütze zu hauen und das Futter abzujagen, sondern es gab eine Massenkeilerei.
Sie jagten eine Herde Stare im Kreis. Die sich erstaunlicherweise wehrten. Danach war das Eichhörnchen dran, das hier lebt. Sie umzingelten es und versuchten, es zu hacken. Das Eichhörnchen fauchte und spuckte und durchbrach den Kreis. Danach hielt es sich nur noch an Stellen auf, zu denen die Elstern keinen Zugang hatten, weil sie entweder keinen Platz hatten, die Flügel auszubreiten oder nicht so hoch springen konnten. Immer wenn sich eine Elster doch durchzwängte, wurde sie angefaucht.
Ich habe mir sehr das Knicker-Luftgewehr der Kinderzeit zurückgewünscht, um diesen blöden schwarzweißen Mistviechern eins auf die Federn zu brennen.

Um die Mittagszeit flattere dieser Tweet der geschätzten Kaltmamsell ins Haus:

Ist doch als Kompliment gemeint? Ist doch nur Spaß? Cartoon Street Harassment http://bit.ly/cE4VIQ via http://maedchenmannschaft.net/

Ich weiß, das jetzt einige die Augen verderhen, aber ich beiße mich an feministischen Themen bekannterweise ganz gern fest.

1. Ich finds mittlerweile ganz nett, wenn mir jemand hinterherpfeift. Mit Mitte 40 passiert das nicht mehr oft. Ich bin raus aus der gebärfähigen Zielgruppe, die diesen Balz-Reflex auslöst.
2. Ich bin sehr sehr selten so dämlich angemacht worden, wie dort beschrieben. Und wenn haben die Jungs von mir ein Echo bekommen, das sie schleunigst den Sch… einklemmten und sich trollten. Respekt bekommt, wer Respektgebietend auftritt.
3. Anmache als Form von Machtausübung ist mir öfter passiert. Entweder weil mir in diesem Fall die die Rolle des dominierten Weibchens gefiel (ggf. spielte ich das Spiel mit, um ein Ziel zu erreichen) oder weil ich nicht in der Lage war, gegenzuhalten. Wie in diesem Fall.
4. Männer sind Männer. Wir lassen und schließlich auch nicht unsere weiblichen Marotten verbieten, die auf Männer ähnlich nervend wirken.
5. Ich kann zwar nicht laut genug pfeifen, aber Sahneschnittchen haben immer meine laut geäußerte Aufmerksamkeit. Ich habe noch nie einen gutgebauten Oben-Ohne-Jogger kommentarlos seines Weges ziehen lassen.

Abends war dann sogar noch Zeit für Kino. Bal stand auf dem Programm. Allein für die Tonspur hat sich der Film gelohnt.