Übers Limit

Dabei gibt es gar keinen so rechten Grund. Ich denke intensiv darüber nach, wie ich meine Zukunft gestalte und ich habe gerade nicht so recht die Chuzpe zu großen Entwürfen. (Das ist selten für mich.) Ich glaube dem, was da draußen passiert gerade wenig. Dabei könnte es mir egal sein, wenn ich nur mir selbst vertraue.
Ich beschäftige mich natürlich auch mit dem Worst-Case-Szenario. Ich weiß lieber Bescheid, als von etwas überrannt zu werden, was ich nicht kenne.
Egal.
Das war vorgestern ein netter Abend. Ich hatte einen hervorragenden Deal gemacht und HeMan lud mich zum Essen ein. Ich grummelte zwar noch ein wenig, weil ich für meine Verhandlung weniger verdienen sollte, aber was solls, die Zeiten sind halt so.
Ich saß entspannt am Tisch, mein Kopf war leer, genoß den lauen Abend, sah dem Sonnenuntergang zu und war ein ganz klein wenig betrunken, obwohl ich nur zwei Gläser Wein hatte. Auf dem Rückweg war ich aufgekratzt und im Fahrstuhl fing es dann ohne Vorwarnung an. Ein klassischer Zusammenbruch. Einzelheiten lasse ich mal, die kennt wohl jeder. Akute Belastungsstörung nannte es der Arzt gestern. Ich muß mich noch immer mit kleinen, stupiden Dingen beschäftigen. Belege abheften, Wäsche falten, lesen. Wenn ich nichts tue, geht es wieder los. Mir wird schwindlig und übel, ich muß mich hinsetzen, dabei fange ich aber wieder an, irgendwelchen rastlosen Scheiß zu machen. Das wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich runterkomme (und das obwohl ich todmüde bin und ständig schlafen könnte).
Was mich ein bißchen verunsichert ist, daß ich mich seit Tagen fiebrig fühle (richtiges Fieber bekommt so ein schilddrüsengeschädigtes Kaltblut wie ich ja nicht) und meine Lymphknoten auf der rechten Halsseite angeschwollen sind (klassischerweise erst nach dem Arztbesuch).
Menno, ich hasse das!

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