24.01. 2020

Ein arbeitsreicher Tag.
Morgens in die Hose gestiegen und länger in einer komischen, vornübergebeugten Körperhaltung gestanden, bis es im Rücken einen schmerzhaften Ruck gab. Plötzlich waren alle Bewegungsblockaden im unteren Rücken weg. Dafür merkte ich aber, wie meine Bauchmuskeln schlackern, die plötzlich etwas halten müssen.
Mit dem Grafen etwas herumgeplant. Dann Holz gespalten. Dem Grafen assistiert, die kaputten Eckventile aus den Bädern rauszunehmen oder, falls die Zapfstelle nicht gebraucht wird, das Rohr dichtzumachen.
Dann eine ewige Zeit im kalten Flur vor dem Zählerkasten gestanden und gewartet, welcher Zähler anruckt, wenn der Graf einen Elektroheizer anstöpselt. Wir haben drei Zähler und die Zuordnung der Steckdosen und der Leuchten war unklar. Danach war ich hungrig, durchgefroren und der Rücken tat mir weh.
In die Badewanne gegangen, aufgewärmt und Haare gewaschen und danach Nudeln mit Champignons und Tomatensauce gekocht.
Was immer aus einem Mauseloch in der Kammer unter der Bodentreppe hervorkommt, gar Hunger und schleppt jetzt ganz verzweifelt rohe Kartoffeln über den flur in die Kammer und frißt sie an.

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23.01. 2020

Sehr früh morgens nach einem Alptraum aufgewacht. Von 4 bis 7 wachgelegen. Dann noch mal eingeschlafen.
Später als geplant in der Weinerei gefrühstückt und anschließend nach Charlottenburg gefahren, zum Blut abnehmen. Zurück nach Mitte gefahren.
Das Werkzeug des Grafen ins Auto geladen und losgefahren. In Birkenwerder noch kurz ins Bauhaus gegangen und Fliesen gekauft, die wir anstelle von Ofenblechen benutzen. Sie gehen nur öfter kaputt.
Angekommen, als es grade dunkel wurde.
Die leicht schnippischen Katzen geherzt und gefüttert. Anschließend noch eine Runde nach draußen geschickt.
Den Ofen geheizt und die Jahreskosten für Strom- und Wasserverbrauch analysiert. Entweder baden wir zu viel oder ein Rohr ist leck.
Die Katzen wieder reingelassen, sie waren schon netter.
Jägermeister und Eierlikör getrunken, Hallorenkugeln dazu gegessen.

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22.01. 2020

Seminartag. Ich bin ja vorher immer total skeptisch, ob ich die Menschen, mit denen ich das mache, überhaupt erreichen werde und in den worst case-Szenarien der letzten 10 Jahre falle ich immer Unsinn stotternd auf die Erde, um danach dort einzuschlafen.
In der Realität ist es meistens gut. Ich bin heute dann auch dahinter gekommen, warum in den Evaluationen immer ein Punkt total schlecht bewertet ist. Ganz einfach, es ist eine negative Fragestellung und fast alle übersehen das Wort „nicht“ und kreuzen an „stimme zu“.
Der Graf hatte mich hingefahren, mein innerer Hypochonder warnte nämlich vor einer Ansteckung mit ekligen Erkältungserregern in der U-Bahn. (In der U8 hatte sich der Graf vor einigen Jahren die Grippe geholt und auch seine letzte fiebrige Erkältung kam von da.)
Danach fuhr ich mit der Straßenbahn durchs schöne Marzahn zurück.
Der Graf hatte inzwischen heldenhaft ein neues Abflussrohr an den Strang, den er mit einem neuen T-Stück versehen hatte, angeschlossen, um die undichte Bodenentwässerung unter der Badewanne zu ersetzen. (Kennt das noch jemand? Abflußrohre, die an der Decke in der Wohnung darunter erst ins Fallrohr führen.)
Ich schwang kurz den Staubsauger und dabei zerbrach der Griff meines grade mal 20 Jahre alten Dyson. Gnarf. Ich hoffe, es gibt noch Ersatzteile.
Dann bestellte ich indisches Essen, weil wir zum Rausgehen zu müde und zu hungrig waren. Das war die totale Pleite. Statt nach 35 Minuten kam der Bote nach anderthalb Stunden. Das Essen war kalt. Zwischendurch hatten wir beim Restaurant angerufen und nachgefragt, der Restaurantbesitzer, den wir kennen, sagte, der Bote sei noch nicht da, er hätte sich schon beschwert. Die App behauptete statt dessen eine Stunde lang, der Fahrer würde auf das Essen warten. Das ist uns noch nie passiert.
Jetzt ist nur noch im Bett rumlümmeln angesagt, der Graf ist noch auf ein Bier.

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21.01. 2020

Ein Transfertag. Vormittags organisierte ich noch ein paar Dinge.
Noch schnell Unterhosen waschen und trocknen, Katzen lüften, zwei Kisten Holz reinholen, die großen Kloben spalten (sie brennen besser, es ist überzeugend), die Müllabholung für morgen und übermorgen vorbereiten, die ins Haus gelaufenen Katzen aus dem Saal in die Fewo 1 lotsen und dort aus dem Fenster wieder rausschmeißen, Katzenklos saubermachen und füllen, ein Zusatzklo und eine zusätzliche Schüssel mit Trockenfutter aufstellen.
Meine Handzettel fürs Seminar ausdrucken, die Präsentation auf einen Stick ziehen (fast vergessen), Klamotten packen, den vergessenen Komposteimer rausbringen, den beim türöffnen reingewutschten Kater nach kurzer Verfolgungsjagd bis ins Obergeschoss wieder raustragen. Pause machen, was essen, duschen. Bleiern müde werden, trotz Kaffee.
Mit dem Kind telefonieren, das gute Jobnachrichten hat und auch mit der Enkelin sprechen (das geht jetzt schon richtig).
Die Katzen reinlassen und noch ein bisschen flauschen, die Sachen ins Auto bringen, als Beifahrerin nach Berlin schaukeln. Nach 20 km Autobahn döse ich weg wie ein Baby, bestimmt eine Stunde lang. Ich vermeide das sonst, aber das war nötig, denn der morgige Tag wird anstrengend.
In Berlin ankommen, auf dem Weg nach oben Focaccia mitnehmen, essen, die ausgekühlte Wohnung heizen, den Grafen auf ein Bier ums Eck gehen lassen, das vermisst er auf dem Dorf doch so, ins Bett gehen.

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