Heute gehts wieder.
Es war in den letzten Wochen ein schleichender Prozeß. Ich hatte bereits Vorkehrungen gegen die (komischerweise vorausgeahnte) Wintertrübnis getroffen: jeden Tag mindestens eine Stunde draußen arbeiten, zu konstanter Zeit ins Bett, morgens nicht noch mal rumdrehen. Das Wetter war gnädig warm, die Aufstehzeit durch den Hunger der Katzen vorgeschrieben, aber trotzdem bewegte ich mich durch die Winterzeit wie über einen Sumpf. Nur nicht anhalten, nicht nach unten sehen, immer gleich große Schritte, nicht hetzen, nicht stolpern. Und trotzdem saugte es die Füße immer mal an und ich sah in tiefe Schwärze.
Vergeßlich, ungesellig, wenig belastbar, zu spät müde, große Mühsal, morgens hochzukommen.
Wird wieder. Aber es ist gerade schwierig, das Berlin-Drama auszublenden, das noch dazu viel Kraft wegsaugt. Außerdem sehen die Schilddrüsenwerte nicht gut aus, zu niedrig. Die brauchen eine Weile, um wieder ins Lot zu kommen.
Heute war es frühlingshaft. Die ersten Käfer waren unterwegs und die Krokusse zogen den Schneeglöckchen nach. Überall sprießen Veilchenblätter, es wird im März Veilchenteppiche geben. Ich harkte Laub und räumte in der Küche.
Die Wildkamera war gekommen und ich versuchte, sie einzurichten. Es war aber nirgends zu lesen, dass Akkus und Speicherkarte nicht dabei waren. Als der Graf abends aus Berlin eine Speicherkarte mitbrachte, versuchte ich mein Glück erst mit passenden Batterien, dann mit einem Netzteil. Bei Batterien startete sie garnicht (wahrscheinlich zu schwach), beim Netzteil spratzelte es gefährlich im Gerät. Da muss wohl irgendwo der Wurm drin sein.
Archiv der Kategorie: Leben
31.01. 2020
Das war tatsächlich von der mentalen Verfassung her der allertiefste Punkt des Winters. Trotz des warmen Wetters. Aber ich habe eine Ecke mit Schneeglöckchen und Winterlingen im Park entdeckt.
30.01. 2020
Mir fehlt Bewegung und obwohl es warm ist, geht der Wind durch und durch. Zumindest habe ich noch vor den Dunkelwerden etwas Laub geharkt.
29.01. 2020
Was für ein unangenehmes Wetter. Kalt feucht und sehr windig. Der Graf war gestern bei seiner nächtlichen Rückkehr aus Berlin in der Prignitz in ein Schneetreiben geraten und konnte auf der gsd leeren, ungeräumten Autobahn die Richtung manchmal nur raten.
Die Miezen durften heute nach einem Morgenausflug wieder ein paar Stunden rein.
Der Ringeltaubenschwarm, der morgens unter der Blutbuche die Bucheckern frißt (gestern hatte ich sie gezählt, es waren 50 Stück), war auch nicht gekommen.
Vom Arbeitspensum her lag der Tag ziemlich schief. Dramameeting und kein Ende. Da man mittlerweile weiß, daß wir nicht mehr 600 km fahren, um uns blöd kommen zu lassen oder absurdem Theater beizuwohnen, hat sich die in den Treffen übliche Überfalltaktik nun auf Mails verlagert.
Nach einer Wildkamera recherchiert. Dann unter erfreutem Ummichherumrasen der Katzen Holz reingeholt.
Der Graf und ich machten uns dann fertig für die Fahrt, ich stülpte Shawn einen Bettbezug über den Kopf, er kam in die Box und wir fuhren nach Bad Sülze zum Impfen. Tapferer Kater. Mimi soll übrigens noch ein paar Backenzähne bekommen, damit sie die Kastration gut übersteht.
Abends gestrickt und den Fernseher angehabt. Vorher noch geklärt, warum die Domain der Freundin bei einem Händler geparkt ist. Manchmal ist es nur eine geplatzte Lastschrift, kein böser Extyp.
Morgen geht es mit anderer Schlagzahl weiter.