Ein klarer, strahlender Tag mit eiskaltem Ostwind.
Mit Befindlichkeiten herumgeschlagen, mentalen und körperlichen. Der Graf hat inzwischen die haßlichsten Fliesen der Welt endgültig aus dem Flur entfernt.
Ich bin müde.
Archiv der Kategorie: Leben
20.03. 2020
Auch wenn es hier Komfortzone Deluxe ist, es geht an die Nerven. Too much information.
Information ist gut, um adäquat reagieren zu können, aber die Übung, einzuordnen, wie das individuelle, lokale Risiko als Teilmenge des globalen Risikos aussieht, ist anstrengend. Es geht alles so verdammt schnell und ist noch weit weg. Wie eine Lawine, der man von einem vermeintlich sicheren Platz vom Tal aus zusieht.
Der Graf hat heute den ganzen Tag Fliesen gestemmt, während ich meine Befindlichkeiten gepflegt habe.
Mimi aus dem Fenster beobachtet, sie spielte hingerissen mit etwas, das weder ein Insekt, noch ein Blatt war. Eine Maus? Ich denke schon. Großes Kätzchen.
19.03. 2020
Ein Logistiktag. Jetzt können wir beruhigt vier Wochen die Tür hinter uns zu machen.
Die alten Nachbarn haben Nachschub für die Medikamente und auch zwei Kisten mit Essen bekommen.
Fun fact: Mundschutz hat im Moment hier noch einen Lacheffekt. (Handschuhe tragen wir in Geschäften schon seit einer Woche.) Der urbandoo-Mundschutz braucht manchmal eine freundlich-entspannende Vorwarnung, an der Tankstelle hebt die Kassiererin sonst ganz schnell die Hände über den Kopf und sagt „Ich hab kein Geld!“.
Da bei mir der Wecker um fünf Uhr geklingelt hatte, legte ich mich mittags für zwei Stunden ins Bett.
Der Nachmittag war wunderbar sonnig und frühlingsmild. Ich sammelte wieder Holz, das der Sturm heruntergeblasen hatte. Der Haufen für das Osterfeuer wächst und wächst.
Dann lief ich noch eine Runde und schaute nach den Kühen und Kälbchen und nach der Wiese neben dem Park, die eine zehn Meter hohe Bodenwelle hat, eine Binnendüne.
Nebenher sammelte ich, so wie gestern schon, wilden Schnittlauch und etwas Bärlauch (viel gibt es hier nicht) für das Abendbrot.




18.03. 2020
Heute hat es mich tatsächlich rausgehauen. All das Planen und Sorgen der letzten Wochen, die vielen Informationen, die immer schnelleren Veränderungen.
Ich kroch morgens nur rum, hing nur Wäsche auf und ging mittags für ein paar Stunden ins Bett, dann ging es wieder.
Am Nachmittag sammelte ich Totholz und putzte das Bad. Mimi assistierte mir bei der Wäsche. Ein kleiner Spaziergang zur Weide neben dem Stall, Kälbchen anschauen, hob meine Stimmung wieder.
Ergänzung: Ich lebe ein Luxusleben. Mit viel Platz, wenig Menschen in der Umgebung und ohne großartige Verpflichtungen.