Sonne und wärmer.
Mittags karrte ich Erde, Shawn begleitete mich und mittlerweile miaut er mich an. Das hat er sonst nie getan. Vielleicht fehlt Mimi grade als Kommunikationspartnerin. (Obwohl er entspannter scheint, schließlich gibt es grade kein Jagdspiele, bei denen er oft der Verlierer ist.)
Mimi liegt vorbildlich in ihrem Schlafkistchen und ruht sich aus. Wir sahen heute mal kurz aus dem offenen Fenster und das wars.
Nachmittags baute ich die Staubschleuse ab (haute mir dabei einen Eimer Ofenkacheln ans Knie, das jetzt immer noch schmerzt) und machte mich dann an die sehr unangenehme, weil endlose Arbeit, die Lattung unter dem entfernten Gipskarton im Flur abzuschrauben. 24 Schrauben auf 2m Leiste. 8 davon über 10 cm lang, dazu lange, dünne Dübel. Was für eine Materialschlacht. Da die Schrauben sehr fest sitzen und teilweise angerostet sind, werde ich jeden Tag ein Stückchen machen.
Gegen halb 7 reichte es mir, ich ging in die Badewanne und kochte mir danach one pot pasta mit Thunfisch.
Ich esse im Moment mehr als in normalen Zeiten. Aber ich bin auch viel gelassener, seit wir uns eine Woche vor dem offiziellen Kontaktverbot freiwillig in klausur begeben haben. Keiner wird erwartet, keiner erwartet was von mir. Das bekommt mir gut.
Archiv der Kategorie: Leben
01.04. 2020
Warten auf den Wetterumschwung.
Es war nicht mehr so kalt wie gestern, aber es dürfte schon etwas wärmer sein.
Ich hing Wäsche in den Wind, holte Holz und transportierte Erde von A nach B. Eigentlich wollte ich dann die Staubschleuse abbauen, unter der wir den Ofen abgerissen hatten, aber ich war hundemüde und der warme Ofen lockte mich in den Sessel. Ich schaltete den Fernseher an. Das hatte ich bestimmt 12 Jahre am Nachmittag nicht mehr getan und vorher auch nur aus beruflichen Gründen. Es lief eine Dokumentation über Fische und ich schlief ein.
Später hing ich noch die gelben Säcke für morgen an den Zaun und nahm die Wäsche ab.
Cat News: Mimi geht es wieder besser, sie hat über den Tag immer mehr gefressen und wenn es nach ihr gegangen wäre, wäre sie schon nach draußen gegangen. Aber da warten wir noch etwas damit. Shawn hat eine wahre Zirkusvorstellung mit einer gefangenen Maus gegeben. Mit Hochwerfen und Hinterherspringen, es fehlte nur noch ein Salto.
31.03. 2020
Es ist immer noch recht kalt.
Mittags fuhren wir zum Tierarzt und gaben Mimi zur Kastration ab. Da war das arme kleine Miezi noch freiwillig und schnurrend ins Transportkistchen geschlüpft und dann wacht sie wieder auf mit einem Gefühl, als hätte sie ein Bus überfahren. Es ging schnell, wir warteten auf dem Parkplatz. Den Rest des Tages verbrachte sie auf einer Wärmedecke. Ihr muß sehr übel gewesen sein. Sie kotzte immer mal und floh vor dem Geruch von Shawns Futter. Morgen ist es wieder besser.
Nachmittags machten wir Anzündholz. Was heißt, ich nahm die Axt und hackte drauflos und der Graf baute eine Vorrichtung, um mit der Kettensäge arbeiten zu können.
Abends machte ich one pot pasta. Es war das erste mal, daß die Konsistenz der Nudeln ok war.
30.03. 2020
Was für ein Morgen. Ich wachte auf und es schneite.
Mimi sah ihren ersten Schnee, setzte vorsichtig auf dem Fensterbrett die Pfötchen rein und kostete. Dann rannte sie nach draußen. Herzallerliebst. Shawn war nöckelig. Nö, da wollte er nicht raus, das wäre schließlich nass. Ich habe ihn dann rausgesetzt und siehe da, es ging.
Auch das Enkelkind erlebte mittags in Oranienburg zum ersten Mal Schnee, so richtig mit Anfassen und mit Schneemann und Schlitten und ich war leider nicht dabei.
Wir kramten erst ein bisschen rum und dann begannen wir, den Ofen im Erzieherzimmer abzureißen. Vor die eigentlich über Arbeit hat der liebe Gott das Einrichten der Baustelle gesetzt. Das dauerte eine Weile, aber staubdicht spart Putzzeit.
Der Graf baute ab, ich trug Eimer mit Bauschutt nach unten. Kein Wunder übrigens, daß ich diesen Ofen nie in Gang bekam. Er war bröselig, die Kacheln standen nur noch aus Gewohnheit aufeinander und das Ofenrohr hatte Rostlöcher.
Wir waren erst im Dunkeln fertig. Ich machte mir den Rest Essen von gestern warm – Schweinesteaks mit Ofengemüse und dem Grafen brachte ich eine Pizza an die Badewanne.
Der Rest des Abends war Fernsehen. Ich sah mir „The Great Wall“ an und war genervt von dem übergroßen Tempo und der Materialschlacht (tausend Details und so schnell, daß man keine Details sieht sondern nur diffuses Rauschen) und angeödet von der Computerspieloptik.
Seit einer Stunde ist die Heizdecke meine.