Sonnig und kalt. Morgens war alles bereift und die Pfützen gefroren.
Wir harkten Laub bis zum Nachmittag.
Aber ganz zuerst schossen wir noch einmal die Schnur in den Baum. Bei den Bemühungen am Samstag hatte sich der tote Ast bewegt, lag aber dadurch noch sicherer auf den anderen Ästen.
Der Graf entwirrte die lange Schnur, damit sie sich nicht beim Hochfliegen verknotete und Mimi warf sich auf sie. Schließlich mußte sie die gefährliche Schlange erlegen! Im entscheidenden Moment scheuchten wir sie besser weg, nicht, daß sie sich verhakt und mit in den Baum geschossen wird.
Nach vier oder fünf Versuchen hatten wir das Totholz am Rand erwischt und konnten es aus dem Gleichgewicht bringen. Der Graf zog beherzt, während ich das dickere Seil holen wollte und es krachte fürchterlich. Der Ast kam runter und zerbrach in viele Stücke. Das war mehr als ein Zentner Holz. (Es gibt noch einen Post fürs Techniktagebuch.)
Zwischendurch telefonierte ich fürs Berlin-Drama. Wir gingen relativ früh rein, weil am späten Nachmittag noch mal einen Videokonferenz angesetzt war. – Die einen unerwarteten Ausgang hatte. Manchmal muss die Verbindung nur ein paarmal zusammenbrechen und zwischendurch haben die Beteiligten Zeit, kurz nachzudenken und sich zu entscheiden. Und manchmal ist man ja schon über kleine Entscheidungen froh.
Abends füllte ich mein Filmdefizit auf. Weder „Magnolien aus Stahl“ noch „Toni Erdmann“ hatte ich bisher gesehen.
Ersteres war für mich immer ein gefühliger Frauenfilm, heute bin ich altersmilde und mochte ihn. Letzterer zog mich nicht an, weil der Trailer und die EPKs immer Simonischek mit Loriot-Gebiß und Perücke zeigten. Aber ich war angetan. Sehr europäisch im Erzählfluß, schönes „was wäre wenn“, Situationen, die entweder allmählich auf die Seite kippen oder schon im Einstieg total schräg sind. Ich hatte einige deja vues, das eine oder andere von der weibliche Hauptfigur kam mir bekannt vor. (Inklusive Verhaken im zu engen Kleid im Zusammenhang mit irgendeiner Drucksituation.) Ich bin froh, dieses Leben los zu sein.
Archiv der Kategorie: Leben
07.03. 2021
Noch ein dunkler, kalter und windiger Tag, mittags fing es an zu regnen. Wir ließen den Ast liegen und gingen nicht raus.
Der Graf fuhr mittags nach Berlin, weil er etwas zu erledigen hatte. Ich putzte das Silberbesteck.
Dann räumte ich noch etwas rum, strickte Stulpen fürs Enkelkind und heizte den Ofen.
Ein Tag zum früh ins Bett gehen.
06.03. 2021
Viel zu lange aufgeblieben.
Es war den ganzen Tag kalt und windig.
Der Ast liegt noch auf dem Baum. Das Katapult funktioniert. Aber nach einer stunde an den Ästen zerren, auf denen der tote Ast liegt, haben wir es erst einmal aufgegeben. Morgen geht es weiter.
WMDEDGT März 2021
Das wird heute nur Telegrammstil, ich bin ungeheuer müde.
Früh von strahlendem Sonnenschein wach geworden. Aufgestanden, die Katzen gefüttert und angeheizt.
Gefrühstückt und etwas im Internet rumgelesen. Über das Berlin-Drama, das derzeit mal wieder eskaliert, geärgert.
Eine Dankesmail an das Maklerbüro geschrieben, das den Verkauf von Mutters Sommerhäuschen unterstützt hat. War alles gut, der Preis, der erlöst wurde, wie auch die Betreuung.
(Werbung geht heute nicht, die kommt morgen.)
Mit dem Grafen nach drei Dörfer weiter gefahren. Dort bekamen wir von den Freunden ein großes Katapult geliehen, mit dem wir ein Seil in einen hohen Baum im Park schießen können. Da liegt in ca. 8m Höhe ein riesiger toter Ast auf anderen Ästen und fällt wahrscheinlich erst herunter, wenn genug Leute drunter stehen. Das wollen wir vermeiden. Sonst werden mit dem Katapult Seile über hohe Kirchendächer geschossen.
Noch zusammen einen Kaffee getrunken, etwas geredet und die Baustelle im Erdgeschoss angeschaut, die bald zu zwei Wohnungen wird.
In Richtung Stralsund weitergefahren, dort die Motorsäge von dem Händler prüfen lassen, der sie uns verkauft hat. Natürlich sprang sie sofort an. Vorführeffekt und/oder eine Frage der Passung von Maschine und Bediener. (Nächstes Mal Stihl.)
Zurück gefahren, die Katzen geknuddelt und ihnen einen Nachmittagssnack gegeben. Selbst etwas gegessen.
Drei Körbe Holz gespalten und ins Haus gebracht. Eine Runde spazieren gegangen (sehr sonnig, aber eiskalter Wind). Bei der Nachbarin vorbeigegangen und gefragt, wie es ihrem Mann geht, der bei Glatteis gestürzt war und sich was gebrochen hatte. Alles gut, er kommt morgen aus dem Krankenhaus. Bei einem 80jährigen muß man sich schon Sorgen machen.
Weiterspaziert. Der wilde Schnittlauch sprießt schon. Am Fluß etwas durchgeatmet.
Zurück gegangen, den Ofen geheizt und nichts mehr getan, außer über das Berlin-Drama zu sprechen.
In die Badewanne gegangen und dort mit der Freundin telefoniert, die das Problem hat, daß sie eine Unterstützerin eines Projektes zu nah an sich herangelassen hat und diese nun alles dominiert. Dazu sind auch schon schlecht auflösbare Abhängigkeiten und Dankesverpflichtungen entstanden.
Käsebrot gegessen, die Katzen gefüttert und zur Nachtschicht geschickt. (Wunderbarer Sternenhimmel.)
Über das Berlin-Drama gesprochen und irgendwann lief mir der Arbeitsspeicher über.
Jetzt unbedingt Bett. Die Heizdecke ist schon warm.
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