WMDEDGT Mai 2021

Frau Brüllen fragt wieder, was wir am Monatsfünften getan haben.
Ich stand nicht allzu früh auf. Draußen regnete und stürmte es und hörte den ganzen Tag nicht auf.
Ich fütterte die Katzen, heizte den Ofen und frühstückte. Um 11 Uhr hupte das Bäckerauto und ich kaufte (Regenpause, Gott sei Dank) Kuchen und Brötchen und meine Wochenration Butterkekse.
Dann zog ich die Arbeitssachen an und ging ins Erdgeschoss.
Ich wollte endlich den defekten Thermostat der Bügelmaschine austauschen. Dafür wollte ich den alten erst einmal ausbauen, um zu sehen, ob ich wirklich das richtige Ersatzteil bestelle. Meistens ist das Pfennigware. Diesmal leider nicht. Die Bügelmaschine wird seit 1973 nicht mehr hergestellt und es gibt kaum noch Ersatzteile dafür. (Man kann sicher jeden Bügeleisenthermostat einbauen, dann müßten aber auch die Drehknöpfe passen oder ausgetauscht werden.)
Elektrogeräte auseinander zu bauen, ist ja immer wieder spannend. Hier wartet auch noch ein sehr schöner Miele-Staubsauger auf neue Kohlebürsten. Wenn ich denn an den Motor herankäme.
Nach einer knappen Stunde Gebastel hatte ich den Thermostat dann in der Hand. Der hatte im wahrste Sinn des Wortes einen Schlag weg. Die Bügelmaschine war so ziemlich das Erste, was wir mit dem Transporter aus einer Haushaltsauflösung aufgeladen hatten. An der ersten Ampel, an der wir bremsen mußten, krachte das schwere Teil um. Der Thermostat hat es leider nicht überlebt. Seitdem wird in anderer Reihenfolge geladen und alles festgezurrt.
Zwischendrin waren drei Pakete gekommen, unter anderem glutenfreies Brot aus Sachsen. Das ist extrem lecker, es ist nur leider immer wieder ein Lottospiel, ob das Paket, das innerhalb eines Tages auf den Weg gebracht wird, in irgendeinem Verteilzentrum hängenbleibt. Diesmal war es innerhalb von 24 Stunden da. Das letzte Mal brauchte es vier Tage.
Dann sortierte ich Geschirr und Gläser aus Kartons, die im Sommerhaus meiner Mutter standen.
Es gab am Boden des letzte Kartons noch einmal etwas sehr skurriles aus dem Nachlaß meines Großvaters. Das Ding ist aus massivem Messing gefeilt und gedreht und brüllschwer.

Es gab bei Oma auf dem Speicher noch viel mehr solcher Modelle, teilweise mit raffinierten Details und viel originalgetreuer. Für handwerklich begabte Soldaten war der Bau eines solchen Modells als Geschenk eine wunderbare Gelegenheit, dem blöden und anstrengenden Dienst zu entfliehen.
(Es gab auch eine Vase aus einer Granatenhülse, als wir den Haushalt auflösten, wollte die keiner haben, die hatte den Staus eines Schirmständers aus einem Elefantenbein.)

Abends war ich recht vergnügt, denn ich hatte Dinge erledigt, die ich Monate vor mir her geschoben hatte.
Wir holten, bevor es dunkel wurde, noch schnell Holz, es regnete und der Sturm hatte die Tür vom Holzschuppen aufgedrückt. Wir waren binnen kurzer Zeit naßgeregnet.
Zeit für die Badewanne und nach der Badewanne gab es Resteessen. Nudeln mit Tomatensauce.

Ich setzte mich mit meinem Strickpullover vor den Fernseher, aber der Regen auf der Satellitenschüssel machte den Empfang fast unmöglich.

Jetzt muß ich noch die Katzen vor die Tür setzen, die in der Fewo 1 noch ein Schläfchen machen (nachdem sie den ganzen Tag im Katzenhaus geschlafen hatten), dann geht es ins Bett.

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04.05. 2021

Dramahimmel, Wind und Regen und dann wieder hellster Sonnenschein.
Es nervt nicht nur die Menschen sondern scheinbar auch die Natur. Urplötzlich waren heute die Kirschbäume und eine Birne im Garten aufgeblüht. Und die Schwalben waren genauso plötzlich da. Zwei flogen in die Scheune, setzten sich in das Nest, das an einem Balken klebt und balzten sich an.
Ich pflanzte vormittags Aronstab, Taglilien, Akelei und Storchschnabel an die Stelle in der Senke, wo vorher die Baumstubben lagen. Offene Gärten kommt näher, der Graf hatte mich extra noch einmal darauf hingewiesen.
Als ich unter den Lebensbäumen eine Pflanze goß, rappelte es in den Zweigen über mir und machte leise kiwitt. Ein großer Kauz flog rüber in die Zweige der Blutbuche und hatte eine große Maus oder eine kleine Ratte in den Krallen. Der kleine Kauz, der im Lebensbaum sitzen blieb, fiepte ihm hinterher. Schließlich flog da grade sein Mittagessen weg. Ich ging weg, um die beiden nicht zu stören und so sah ich nicht, ob der Elternvogel ganz weggeflogen war, oder zu seinem Kleinen zurückflog.
Nachmittags holten wir alte DDR-Doppelbiberschwanz-Ziegel ab, die es geschenkt gab. Es dauerte eine Weile, bis der Graf sie geputzt und ich sie in der Scheune verstaut hatte.
Danach waren wir hungrig und müde. Es goß in Strömen, die Katzen kuschelten sich in ihrem Haus zusammen. Rein in die Fewo1 wollen sie grade nicht. Es ist draußen wärmer und interessanter.
Ich heizte früh den Ofen an. Auch wenn es draußen strahlendes Abendlicht und dunkelblaue Regenwolken gab, drin sitzen ist derzeit wirklich kommoder.
Abends sah ich mir eine Folge des Hamburg Tatorts an, der vor über 10 Jahren mit einem verdeckten Ermittler experimentierte.
Ich finde die Art, so einen Polizeifilm zu erzählen, sehr interessant. Im Tatort-Korsett funktioniert es aber überhaupt nicht.

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03.05. 2021

Regen, Eisregen, Regen mit Schneeflocken. Anfang Mai und die Dachrinne ist halb voll mit Eiskügelchen, das muss doch nicht sein.
Ein positives Erlebnis des Innen-Arbeitstages: Der Graf hat noch eine Fläche Ölfarbe abgeschliffen und ich die Rückseite eines Ständers der Treppe freigepickt (die Fuge zwischen Holz und Wand war zugegipst, so daß sich hinten Feuchtigkeit fangen konnte), dann habe ich noch den Staub weggesaugt und wir können endlich wieder einräumen.
Die Treppenkammer war ein Klassiker, was alte Bausubstanz nicht mag: Auf den alten Dielen lag PVC-Belag, darunter mehrere Lagen Malerpapier, die wegen einer Kältebrücke völlig mit Kondenswasser durchweicht waren. Das Holz der Treppe war tapeziert und die Tapete durchfeuchtet, die Wände mit Ölfarbe gestrichen. Der Raum war feucht und roch nach nassem PVC. Seit die Wände, Decke und Fußboden wieder offen sind, ist alles trocken.
Danach sah ich aus wie ein Schwein und ging in die Badewanne. Wenn ich mich nicht täuschte, flog ein brauner Vogel aus den Lebensbäumen. Der kleine Kauz vielleicht?
Gegen 7 Uhr abends jedenfalls saß Papa Kauz auf dem Schornstein vom kleinen Haus und schuhute.
Abends gab es Saftgulasch, von dem ich nie geglaubt hätte, daß es weich wird, der Topf war bestimmt 6 Stunden im Ofen.
Aber es war gut, ziemlich gut.

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02.05. 2021

Noch ein Frühlingsregentag.
Den Phlox eingepflanzt und dafür zwei Schubkarren Giersch und Scharbockskraut ausgerissen.
Zwei kleine rote Kater mit Primaveras Hilfe nach Nordwestmecklenburg vermittelt. (Bleiben aber noch lange bei Mama, sie haben noch nicht mal die Augen auf.)
Nachmittags aufgehört, weil es stärker regnete.
Eine Stunde im Sessel fest geschlafen.
One Pot Pasta gekocht und Saftgulasch angesetzt.
Zwischendurch etwas gestrickt.

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