21.08. 2021

Ein goldiger Spätsommertag, den wir mit Bohrhammer und Zyklon-Staubsauger verbrachten. Das Bad unten muß endlich fertig werden (also im Rückbau).
Ich hatte immer mal freie Zeit, wenn der Graf die letzten Fliesen von der Wand und einen Sockel aufbrach, den richtig schlaue Kerlchen mit Fliesenmörtel gemauert hatten.
In der Wand stecken noch verrostete Putzleisten und überhaupt sind auf der Lehmmauer noch mindestens 5 cm Zementputz. Auf dieser Seite war der Konsum, da wurde mit Material nicht gespart. Die Reste Fliesenkleber müssen runter und oberhalb des Fliesenspiegels ist die Wand mit Gips glattgeputzt, der das Raumklima auch nicht sehr verbessert. Aber den gesamten Putz abzuschlagen, das ist Wahnsinn, er ist makellos und glatt.
Zwischendurch hängte ich Wäsche auf oder nahm sie ab, es war viel Bettwäsche zu machen.
Die Katzen aalten sich in der Sonne. Mimi beschäftigte sich wieder ausgiebig mit ihren Hinterpfötchen. Erst fängt sie sie und dann werden sie beknabbert und saubergeleckt.


Abends heizte ich den Grill an, es gab Wildbratwürste und gegrillten Kürbis mit Tahin-Honigmarinade. Das war sehr wohlschmeckend.
Abends noch geräumt und dann vor dem Fernseher gesessen. Für mich sind die Dokumentationen über Popstars, die auf Arte laufen, sehr wichtig. Wir hatten ja nüscht. Also nur die Stimmen im Radio oder ganz kurze Auftritte im Westfernsehen. Keine Bravo dazu, die einem erklärt, was das für Leute sind oder andere Zeitungen, die nicht marketingkompatible Informationen boten sondern Musikkritik. Und so habe ich den Elton John mit dem Falsett nie richtig mit dem Elton John der späteren Jahre zusammen gebracht. Das klang für mich irgendwie verwandt, aber das eine war eine hochemotionale Stimme der Siebziger mit Klavier und das andere Elton John.
(Elton John war nie mein Beritt, aber ich mag so gut gemachte Sachen.) Ich habe im Beruf einige Jahre künstlerische Biografien begleitet, manchmal auch entwickelt. Deshalb mag ich die Filme, die mir erklären, warum die Scorpions so komische Bühnenbewegungen haben (weil es mal das heißeste war, was es auf Konzerten gab, nur ist das 40? Jahre her), daß Elton John immer nur einen Texter hatte und James Last in den 70ern in ein Loch trat, in einen Geldspeicher fiel und seit das vorbei ist, lebten er und die Erben wahrscheinlich von „Biscya“ (das im Heimstudio produziert ist, ohne daß einer der Anwesenden Akkordeon spielen konnte).
Aber jetzt muss ich ins Bett, ich bin sehr müde.

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20.08. 2021

Die Sonne fehlt, ohne Sonne ist es kalt. Wenn man die Wettervorschau ansieht, ist der Sommer vorbei.
Bald ist es Zeit, die Sommerbetten wegzuräumen und wir werden abends etwas einheizen. Hachseufz.
Heute Vormittag bin ich nur rumgerannt. Es war so viel kleinklein im Haus. Dazu waren Berge von Wäsche zu erledigen (die mir am frühen Abend natürlich naß regnete).
Ich holte bei den Nachbarn Bohnen und Mohrrüben, die Mimi natürlich inspizieren mußte.

Dann kam ich endlich zur eigentlichen Arbeit. Die nächste Wand mit Lehmputz ausflicken. Obwohl ich lange arbeitete, wurde ich nicht fertig, denn es fiel noch einmal eine Menge alter Putz herunter. Ich bin immer noch nicht schnell genug. Ein Profi lacht sich tot über mich. Aber ich lerne es noch.
Der Graf stemmte wieder Fliesen im Bad unten.
Als wir dann wieder sauber waren, mußten wir noch unser Bett beziehen.
Das Abendbrot war sehr verspätet. Ich machte mir Bohnensalat mit Gurken.
Ich sah mir im Fernsehen noch mal 300 an. Ich mag ja solche Sachen, die ganz konsequent bei ihren Stil bleiben. (Naja und halbnackte Männer…) Aber wenn sie mit ihren Schilden Formationen bilden, muß ich dann doch an die Römer in Asterix denken.

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19.08. 2021

Es wird langsam wieder wärmer. Aber ich sitze abends schon mit Wollsocken und Plaid im Sessel.
Heute Vormittag gab es eine Führung für die aktuellen Gäste, in einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Französisch.
Danach verputzte ich wieder Fehlstellen in der Lagermansarde. Ich werde langsam schneller, weil ich das Anwerfen lerne. Außerdem holte ich noch alte Kabel aus vergangenen Zeiten von der Decke, aus Aluminium aus DDR-Zeiten und Kupfer in Messingrohren wahrscheinlich aus den 20ern.
Das beschäftigte mich bis zum frühen Abend. Nach der Dusche gönnte ich mir einige Zeit draußen und flauschte die Katzen. Irgendjemand meinte mal im Frühjahr, die Katzen bekämen viel zu viel Futter. Ich hatte ihnen danach weniger gegeben, auch damit sie die Mäuse nicht aus den Augen verlieren. Aber irgendwie wurden sie mir zu asketisch und struppig. (Obwohl Shawn eine Menge Mäuse fing, also verhältnismäßig, es ist kein gutes Mäusejahr.) Jetzt bekommen sie wieder mehr und sehen rundlich und hübsch aus und ihr Fell glänzt.das mag ich lieber. Solange sie noch auf Bäume kommen, behalte ich das bei.
Ich pflückte noch Brombeeren, es sind dieses Jahr so viele. Der Frost hat den Pflanzen scheinbar gut getan, die Blätter verwelkten und sie bekamen unglaublich viele Triebe an diesen Stellen.
Hier wachsen Brombeerranken durch einen Holunderbusch in den Birnbaum hinauf.

Die Beeren kamen in lauwarmen Grießpudding und das war sehr lecker.

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18.08. 2021

Kühl, windig, regnerisch, fast ein Herbsttag. Ich habe die Befürchtung, daß der Sommer vorbei ist und nur noch tageweise zurück kommt.
Die Brombeeren im Garten verteidigen sich mit einer neuen Schikane. Brennnesseln hatten wir schon. Jetzt muß man aufpassen, beim Pflücken nicht in eine Wespe zu greifen, die sich eben diese Beere schon zuerst ausgesucht hatte.
Meine erstes Ziel nach dem Frühstück war die Telefon-Warteschleife der Kfz-Zulassungsstelle Berlin. Vor 10 Tagen war ein Vorgang abgebrochen, die amtliche Bestätigung der Abmeldung des alten Transporters war per Post gekommen. Wir wollten das Kennzeichen ja mitnehmen, deshalb hatten wir angehakt, das Kennzeichen zu reservieren. Der Amtsbrief sagte nun: Selbstverständlich ist das Kennzeichen reserviert, aber nur wenn ihr dasselbe Auto wieder zulassen wollt. Na super.
Ein netter Herr am anderen Ende der Telefonleitung versuchte das zu klären und gab sich viel Mühe, fand aber auch keine Lösung. Zur Sicherheit förderte aus den Tiefen der Datenbank auch noch einen direkten Termin in der nächsten Woche zutage.
Ich hatte den Eindruck, er unterhielt sich lieber mit mir als mit irgendwelchen potentiell pöbelnden Kerlen mit Zulassungsproblemen, er mochte garnicht aufhören.
Es war außerdem für den Grafen eine Hose zu flicken. Abends bin ich immer zu müde dazu.
(Der Graf mußte sich heute dringend ausruhen, er hatte gestern sehr viel gemacht.)
Danach zog ich mich in die Lagermansarde zurück und räumte erst einmal drölfzig Tele der vom Grafen zersägten gammeligen dort hinterlassenen Möbel runter und saugte Sägespäne auf. Dann zog ich Nägel aus den Wänden und saugte sie ab.
Morgen schreibe ich dann 100 mal auf: Ich werde in Zukunft nicht vergessen, bei staubenden Arbeiten Atemschutz zu tragen. Meine Nebenhöhlen werden es mir danken.
Gegen 18 Uhr ging ich unter die Dusche.
Eine kleine Pause und dann kochte ich.
Der Rest des Abends war stricken im Sessel sitzen.

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