Keine Ahnung, wie es passiert ist, aber irgendetwas hat leise *klick* gemacht. Mir geht es so gut, wie seit sechs oder sieben Jahren nicht mehr. Nicht dieses wütend-euphorische Wohlgefühl, dieser trotzig-triumphierende Boost, sondern ein leichter Fluss, mal langsamer, mal schneller.
Ich habe mir vor ein paar Wochen eine Zeit-Struktur gebaut, die zu funktionieren scheint. Ähnlich wie die, die ich früher hatte, nur kürzer. Mein Tag ist geteilt in konzentrierte Kopf- und lockere Handarbeit. Plötzlich ist er lang und es gibt Zeit für Pausen. Ich verzögere weniger und schaffe mehr, weil ich auf dem Weg dahin nicht herumtrödele. Ich habe kaum noch Durchhänger und wenn ich müde bin, schlafe ich eine Viertelstunde, so viel Zeit muss sein.
Allerdings hat das auch einen Preis. Ich kommuniziere weniger und bin sehr zurückgezogen. Social Media rauscht irgendwie vorbei und Twitter und Facebook interessieren mich kaum noch. Wenn ich jemanden im RL treffe, ist das intensiv und danach brauche ich eine Pause.
Wie weit das beruflich tragen wird, wird die Zeit zeigen. Aber ich fühle mich damit sehr wohl.
Mein Kopf ist irritiert über die Abwesenheit von Drama. In mir geistert eine olle Kassandra herum, die in leisem, nörgelndem Ton schlimme Dinge prophezeit. Krankheiten, Katastrophen und und Strafen.
Das geht doch alles so nicht. Mir kann es doch so einfach ohne übermäßige Anstrengung gut gehen.
Wie bescheuert ist das denn?