Dorfnotizen 1

Erster Tag bei Primavera. Der Graf hat mich gestern mit Gepäck, Werkzeug und Nähmaschine hier abgeladen.
Ich lasse morgens die vier Katzen rein, die schöne dicke Winterpelze haben und jogge den Sandweg hoch und wieder zurück, eine Gänsekette und zwei fliegende Schwäne kreuzen meinen Weg. Hier in der Einsamkeit kann ich endlich das tun, was mir beim Joggen in der Stadt so peinlich ist: Humpeln, schnaufen, krächzen und motivierend mit mir selbst reden (was heißt, mich beschimpfen).
Wir räumen ein Zimmer leer, noch das etwas Baustelle ist und unsere Werkstatt werden soll. Ich verpacke Schilf, Lehm und Stroh regenfest im Garten. Anschließend ist die wärmste Zeit des Tages, wir kruschteln ein paar Stunden durch Wiese und Beet, um den schon vorsichtig herauslugenden Schneeglöckchen Platz zu verschaffen.
Anschließend Komaschlaf™ bis die Sonne tief steht und in einem Dunstschleier verschwindet.
Dann geht es weiter, unter Katzenassistenz, irgendwo liegt immer eins von den Fellen rum. (Noch funktioniert das Asthmaspray – oder aber es liegt an der staubfreien Winterluft.)
Arbeitsplatten vom Boden holen,  mit neuem Papier beziehen, mein Zimmerchen bekommt einen seidenen Teppich, fette Spinnennester wegsaugen.
Dann meldet sich merklich der Hunger. Schon vollkommen hirnentleert beginne ich zu kochen, während Primavera weiterräumt. Mir tun die Beine weh und mein Schultergelenk erinnert mich daran, welchen runden Geburtstag ich vor zehn Tagen gefeiert habe. Ich mache Kartoffelbrei, Kohlrabigemüse, aufgebratenes Hack (für Bouletten wurde die Zeit zu knapp) und karamellisierte Mohrrüben mit Balsamico.
Nach dem Essen kommen noch ein paar Handgriffe, nun sitze ich neben dem Kamin, schreibe, auf dem Sofa nebenan schnarcht eine Katzen, nein zwei.

Ich glaube, mein Bett ruft…

Auch das noch:

  • Martini – klassisch selbstverständlichMartini – klassisch selbstverständlich
  • Aus dem HypochondertagebuchAus dem Hypochondertagebuch Nachdem ich vor einer Woche lauthals im Gespräch verkündet hatte, ich sei seit 14 Monaten nicht krank gewesen, erwischte es mich […]
  • 17.08. 201917.08. 2019 Den größten Teil des Tages im Bett verbracht. Es ist nicht mehr ganz so schlimm, aber immer noch blöd. Es tut mal hier und mal da weh und […]
  • 28.11. 201928.11. 2019 Mit Kopfschmerzen aufgewacht. Der Staub in der Lager-Mansarde, aus der wir gestern den Herd holten, ist mir wieder in die Stirnhöhle […]
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5 Gedanken zu „Dorfnotizen 1

    • Ja und noch eine Menge anderer vorwitziger Triebe, die demnächst hier schicke Sachen veranstalten werden. Cilla, Veilchen und und und.

  1. Genießen Sie die staubfreie Winterluft, Berlin ist gerade sehr grau und ein paar allergiefreie Katzenbilder wären toll!!! Und Blümchenbilder und Näherfolgsbilder und und und….

    • Seit heute wird fotogtrafiert oder aber Fotos geschnorrt. :)

  2. Pingback: Results for week beginning 2014-02-10 | Iron Blogger Berlin

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