shit happens

ich kann mich des eindrucks nicht erwehren, daß krankheiten immer dramatischer beleuchtet werden. früher hatte ich einmal im jahr eine magen-darm-grippe und wenn es ganz fies kam, war es die mit der kotzerei und der trigeminusneuralgie dazu. dann war ich wirklich mal drei tage außer gefecht gesetzt.
jetzt wird viel präziser kommuniziert: ist es das rota-virus? wohl gar noro??? oder nur alberne kolibakterien? als hinge davon unser leben ab. – lächerlich bei wohlgenährten deutschen im besten alter.

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wir sind jetzt also auch oscar (darf man das eigentlich ohne tm ausschreiben ohne abgemahnt zu werden?). erstaunlich, die konkurrenz war besser, wenn auch nicht marktkompatibler. als ich das drehbuch vor zwei jahren las, war mir klar, daß die stasi endgültig in die region abenteuerlicher verklärung gelangt war. (erstaunlich, die westler, die den film gesehen haben, halten das, was ihnen geschildert wird, tatsächlich für die wahrheit.)
ich werde mir diesen film auch jetzt nicht ansehen.
aber ich bin gespannt, ob das regieführende riesenbaby auch noch einen zweiten film zustande bringen wird.

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Mami!

Jetzt hat mich das Virus also auch. Es ist ja nicht das erste Mal, daß mir Fliegerklimaanlagen mir eine Kollektion Krankheitserreger anbieten, aus denen sich mein Körper gefälligerweise einen (oder mehrere?) aussuchen kann.
Der Wechsel zwischen Komaschlaf und gaaanz schnell aufs Klo stürzen hat einen gewissen Reiz.
Nur das sich die Arbeit leider nicht von allein macht.

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Es ist soweit

Vor einer Woche stehe ich bei Dussmann in der Taschenbuch-Abteilung vor dem Buchstaben F. Nach Fitzgerald ist es Zeit, endlich Faulkner in einer vernünftigen Übersetzung zu lesen.
(Ich kenne ja nur diese gruseligen DDR-Übertragungen, bei denen man spürt, daß der Übersetzer das Land nie längere Zeit von innen gesehen hat – gleiches gilt auch für viele westdeutsche Übersetzungen aus dem Russischen.)
Schall und Wahn schien mir das Richtige zu sein. Der Titel erinnert mich an das Macbeth-Zitat, das ich in meiner ersten eigenen Wohnung an die Wand geschrieben hatte, denn auch ein Plattenbau brauchte eine individualistisch-nihilistische Note.
Langer Rede kurzer Sinn: Nach Aufblättern und Anlesen der ersten zwei Seiten habe ich das Buch zurück gelegt. Die Schrift war zu klein. Ich hätte weder im Bett noch im Flieger entspannt lesen können. Und das mir, die ich in jeder Lebenslage und bei jeder Beleuchtung Bücher verschlungen habe.
Dazu kommt, daß ich des öfteren den Satz ausspreche: Blöd, ich habe meine Lesebrille nicht mit. Oder: Was für eine dämliche Typografie! Noch ist es nicht so weit, daß ich garnichts mehr erkenne. Noch löse ich das Problem mit Distanzregulierung (die Arme sind noch lang genug) oder mehr Licht.
Ich fand Lesebrillen immer sexy und Männer mit nackten Augen hat es in meinem Leben nur wenige gegeben.
(Hier muß ich noch einmal abschweifen. Ein Argument, daß HeMan überhaupt nicht zu mir passt war: der trägt keine Brille, schon deshalb kann das nicht klappen. Bis er mir Fotos von einem länger zurückliegenden Geburtstag zeigte. Da hatte er noch eine. Und der Rest ist die Weitsicht der späteren Jahre.)
Aber ich selbst und so ein Gerät…
Neben dem Sehvermögen geht mir derzeit die Fähigkeit zu vernunftbegabtem Schreiben ab: stilistisches Gestammel, vergurkte Sätze, die Fakten poltern im Text wie hingeschmissene Pflastersteine.
Vielleicht bin ich grade wieder im Leben angekommen. Im ganz normalen. Wie im Herbst letzten Jahres, als ich den Durchgangsverkehr geschlossen habe. Vielleicht habe ich diese Schleife noch einmal gebraucht. Ängste, Zweifel und Wurzellosigkeit sind weg. Der soziale Streß hat aufgehört, mir das Fett von den Hüften zu nagen. Ich muß aufpassen, das ich nicht fett werde.

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und nun wieder da

warum habe ich es dieses jahr im winter so mit dem süden? drei tage mallorca wären früher undenkbar und abgrundtief spießig gewesen.
und nun habe ich jede minute geliebt. das gleißende meer, den südblauen himmel, die laukühle frühlingsluft.
in zwanzig jahren werden wir unseren enkeln erzählen, daß es eine zeit gegeben hat, ein paar jahre nur, wo das fliegen so billig war wie taxifahren. wo man sich für ein wochenende in den flieger setzte, für ein, zwei, drei stuinden, um die klimazone und die kultur zu wechseln.
und sicher werden sie uns auch anstaunen, wenn wir erzählen, daß man früher ganz einfach allein in einem auto überall hinfahren konnte.

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